01.02.13

Fußball

Joachim Löw setzt auf René Adler gegen Frankreich

René Adler kehrt ins Tor der Fußball-Nationalmannschaft zurück. Ansonsten verzichtet der Bundestrainer auf große Überraschungen.

Foto: dpa

Torwart René Adler kehrt gegen Frankreich in das Tor der Nationalmannschaft zurück
Torwart René Adler kehrt gegen Frankreich in das Tor der Nationalmannschaft zurück

René Adler darf nach seiner wundersamen Rückkehr zu alter Stärke erstmals seit 27 Monaten wieder für Deutschland spielen. Weitere Personalveränderungen hat Joachim Löw für das Prestigeduell gegen Frankreich aber nicht vorgesehen. Der Bundestrainer gab dem Schlussmann vom Hamburger SV am Freitag bei der Nominierung seines Kaders für die Auftaktpartie 2013 am Mittwoch (21 Uhr/ARD) eine Einsatzgarantie. "René Adler hat in der Bundesliga eine sehr starke Hinserie gespielt. Nachdem er gegen die Niederlande in unser Aufgebot zurückgekehrt ist, hat er nun eine Chance verdient, sich gegen Frankreich zu beweisen", sagte Löw.

Wie erwartet verzichtete Löw auf sonstige personelle Überraschungen für das Nachbarschaftsduell im Stade de France vor den Toren von Paris, wo auch Bundeskanzlerin Angela Merkel live die Daumen drücken will. Alle 23 Spieler gehörten bereits mehrfach zum DFB-Aufgebot. Außer Adler, Schalkes Julian Draxler und HSV-Verteidiger Heiko Westermann waren alle auch schon bei der EM 2012 dabei. "Ich denke, dass wir einen sehr guten Kader haben, den wir aber auch benötigen, um den technisch enorm starken Franzosen auf Augenhöhe begegnen zu können", sagte Löw.

Der letzte Sieg gegen die Équipe tricolore datiert bereits aus dem Jahr 1987 (2:1). Seitdem gab es fünf Niederlagen und ein Unentschieden. Vor zwölf Monate war der Jahresauftakt ins EM-Jahr beim 1:2 in Bremen gegen die Bleus um Bayern-Star Franck Ribéry schiefgegangen. Überhaupt hat Löw eine denkbar schlechte Startbilanz. Seit 2008 (3:0 in Österreich) konnte die DFB-Elf keine ihrer Auftaktpartien mehr gewinnen. Am Mittwoch können Mesut Özil und Co. immerhin auf Unterstützung ihres prominentesten Fans zählen. Bundeskanzlerin Merkel will mit dem französischen Präsidenten François Hollande die Partie besuchen.

Löw: Manuel Neuer ist "unsere klare Nummer eins"

Adler hatte letztmals im November 2010 in Schweden (0:0) für Deutschland gespielt. Seinen Stammplatz hatte er durch seine Rippenverletzung bereits im Sommer 2010 an Manuel Neuer verloren, der durch eine gute WM-Leistung zur Nummer eins aufstieg. Dieser Status ist ihm trotz des Adler-Einsatzes in Paris weiter gewiss, versicherte Löw: "Aktuell ist er unsere klare Nummer eins."

In den März-Spielen, wenn es gegen Kasachstan (22./26. März) wieder um Punkte für die WM-Qualifikation geht, werde Neuer wieder spielen, kündigte Löw an. Dessen bisherige Stellvertreter Marc-André ter Stegen (Borussia Mönchengladbach) und Ron-Robert Zieler (Hannover 96) müssen den Adler-Einsatz als klare Rückstufung verstehen.

Mit dem Aufgebot vom Novemberspiel in den Niederlanden (0:0) ist der DFB-Kader nicht zu vergleichen. Damals hatten unter anderen Mario Gomez, Sami Khedira, Miroslav Klose und Özil verletzt oder angeschlagen abgesagt. Diesmal hat Löw bis auf den langzeitverletzten Münchner Holger Badstuber (Kreuzbandriss) wieder sein stärkstes Personal zur Verfügung. Nachrücker wie Roman Neustädter, Sebastian Jung oder U21-Kapitän Lewis Holtby müssen wieder ins zweite Glied.

Löw setzt im Angrif weiter auf Klose und Gomez

Nicht nominiert wurde Stefan Kießling von Bayer Leverkusen. Löw setzt im Angriff weiter auf Klose und Gomez. "Mario Gomez ist nach seiner langen Verletzung wieder in guter körperlicher Verfassung", sagte Löw. "Wie auch Miroslav Klose bringt er auf der Position des zentralen Stürmers alle Voraussetzungen mit, um unsere Spielphilosophie umzusetzen."

Ein Einsatz von Gomez würde auch Bayern-Coach Jupp Heynckes freuen. "Es wäre positiv für einige zu spielen, zum Beispiel Mario Gomez", sagte Heynckes, bei dem der Angreifer derzeit nur zweite Wahl ist. Gleiches gilt für Verteidiger Jêrome Boateng.

Die "Bild"-Zeitung hatte am Freitag berichtet, dass Kießling für die Spiele im März gegen Kasachstan wieder nominiert werde. Dazu äußerte sich der Bundestrainer in der DFB-Pressemitteilung nicht.

Quelle: dpa/alu
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