29.01.13

Bundesliga

Gomez, Robben & Co – Vom Star zum Bankdrücker

Degradiert, abgeschrieben oder ausgemustert: Mario Gomez oder Arjen Robben sind bei den Bayern derzeit nur zweite Wahl. Doch das geht auch anderen Bundesligastars so.

Von Carl-Friedrich Höck und Julia Krumkamp
Foto: dpa

Samstagnachmittag, 15.30 Uhr, und nur ein Platz auf Bank: So richtig gefallen will das den beiden Bayern-Angestellten Mario Gomez (links) und Arjen Robben nicht.

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Auf den Ersatzbänken der Liga tummelt sich die Prominenz. Während sich einige noch Hoffnungen auf die Startelf machen können, haben sich andere schon längst mit ihrer Rolle des Jokers abgefunden. Die prominentesten Fälle der Liga:

Mario Gomez (FC Bayern)

Bisher ist es eine frustrierende Saison für den 27 Jahre alten Stürmer. Im August setzte ihn eine Sprunggelenksverletzung für dreieinhalb Monate außer Gefecht. Damals versicherte ihm Trainer Jupp Heynckes noch: "Wenn er zurückkommt, muss er sich nicht hinten anstellen." Seit einigen Wochen ist Gomez wieder fit, seinen Stammplatz hat er aber erst mal an Mario Mandzukic verloren. Jüngst gegen Fürth und Stuttgart wurde er erst kurz vor Schluss eingewechselt.

Zur Erinnerung: 2011 war Gomez mit 28 Toren Torschützenkönig. In der vergangenen Saison legte er noch einmal 26 Tore nach. Viel mehr kann man von einer Offensivkraft nicht erwarten. Trotzdem reagiert Gomez professionell auf seine Degradierung. "Keiner nimmt sich zu wichtig", sagt er. Persönliche Eitelkeiten dürften die Ziele der Mannschaft nicht gefährden.

Arjen Robben (FC Bayern)

Eitelkeiten werden vor allem Arjen Robben nachgesagt. Diesem Ruf machte er am Samstag beim Spiel der Bayern in Stuttgart alle Ehre. Dass er dort nicht einmal eingewechselt wurde, kommentierte er mit ungläubigem Kopfschütteln. Sportvorstand Matthias Sammer warnte ihn deshalb: "Ich will nichts hören."

Nachdem Robben in der Hinrunde immer wieder verletzt war, brennt er nun umso mehr auf Einsätze. "Es wird Zeit, dass ich Spielpraxis bekomme", sagte er vor dem Rückrundenstart. Spätestens in den wichtigen Spielen gegen den FC Arsenal im Champions-League-Achtelfinale und gegen Dortmund im DFB-Pokal will er wieder von Beginn an ran. Zumindest eines dürfte ihn zuversichtlich stimmen: Wenn die englischen Wochen anstehen, wird auch Heynckes wieder mehr rotieren lassen.

Aber: Die Nerven gehen mit Robben durch. Am Montag drosch er beim Training einen Ball an das Fenster der Geschäftsstelle, zudem hatte er am Ende der Übungseinheit einen Disput mit Heynckes' Assistenten Peter Hermann. Er soll laut "Bild" zu ihm gesagt haben: "Rede nicht mit mir!"

Nuri Sahin (Borussia Dortmund)

Für seinen Platz auf der Bank hat Dortmunds Rückkehrer Nuri Sahin sogar Verständnis. "Ich werde mich nicht hinstellen und sagen: Ich muss spielen. Ich muss mich, wie jeder Zugang, in die Mannschaft hineinarbeiten", sagte der 24-Jährige. Erst kurz vor Ende der Winterpause war Sahin nach Dortmund gewechselt. Mit reichlich Pathos wurde er empfangen, der verlorene Sohn, der es nach eineinhalb wenig erfolgreichen Jahren wieder zu Hause versuchen will. In die Anfangsformation hat es Sahin allerdings noch nicht geschafft.

"Es sind alle seit meinem Abgang anderthalb Jahre älter, besser und intelligenter geworden. Durch die internationale Erfahrung in der Champions League, sowohl negativ als auch positiv, hat die Mannschaft gelernt", sagte Sahin. Für ihn gehe es jetzt darum, Leistung zu zeigen. Dabei muss er sich aber vorerst gedulden. "Wir werden uns die nötige Zeit nehmen", befand Trainer Jürgen Klopp, für den die Alternative auf der Bank ein "wahnsinniger Luxus" ist.

Sven Bender (Borussia Dortmund)

Neben Sahin nimmt ausgerechnet sein alter Mittelfeldpartner Sven Bender auf Dortmunds Ersatzbank Platz. In der ersten Meistersaison unter Klopp 2011 waren sie ein souveränes Mittelfeldgespann. Doch die Chance, an alte Erfolge anzuknüpfen, hat Klopp den beiden bisher nicht gegeben.

Seit Bender Anfang Dezember wegen Leistenproblemen ausgefallen war, stand er nicht mehr in der Startaufstellung. Überhaupt lief die Hinrunde nicht gerade nach seinen Vorstellungen. Vom Verletzungspech verfolgt, kam der 23-Jährige in der Hinrunde nur auf acht Bundesliga-Einsätze.

Christoph Metzelder (Schalke 04)

Für Christoph Metzelder ist die Ersatzbank schon so etwas wie eine alter Bekannte. Nur ein einziges Mal wurde der erfahrene Defensivmann in der Hinrunde eingewechselt. "Mein Ehrgeiz ist ungebrochen, und ich sehe mich selber auch in der Verantwortung, die Mannschaft weiterzuentwickeln", sagte der 32-Jährige gegenüber der ARD und kritisierte: "Ich glaube schon, dass es möglich gewesen wäre zu rotieren. Das hat in der Hinrunde leider nicht so funktioniert."

Dass er nach erfolgreichen Zeiten bei Borussia Dortmund und in der Nationalmannschaft jetzt auf Schalke die Reservistenrolle innehat, ist für ihn nicht leicht. "Mit Sicherheit ist es schwer, zumal ich nicht bis zum letzten Tag die Dinge aussitze und schleifen lasse. Auch wenn ich gesagt habe, ich werde meinen Vertrag auf Schalke nicht verlängern."

Doch bislang schätzte auch Schalkes neuer Trainer Jens Keller Metzelders Qualitäten nicht als unabdingbar ein. Die ersten Spiele der Rückrunde verbrachte Metzelder deshalb wieder geduldig bei seiner alten Bekannten, der Ersatzbank.

Ivo Ilicevic (Hamburger SV)

Für vier Millionen Euro kam der Mittelfeldmann 2011 aus Kaiserslautern nach Hamburg. Mit seiner ersten Saison beim HSV konnte er zufrieden sein, immerhin kam er auf 22 Bundesligaeinsätze. In dieser Spielzeit schaffte er es nur noch auf sechs: Zweimal wurde er eingewechselt, viermal ausgewechselt.

Der Grund: Der 26-jährige Kroate ist verletzungsanfällig und findet kaum zu seiner Form. Allein 2012 hatte er mehrfach mit Wadenproblemen zu kämpfen, verletzte sich die Adduktoren und zog sich einen Muskelfaserriss zu.

Sidney Sam (Leverkusen)

Was waren das für hoffnungsvolle Worte, die Leverkusens Sportchef Rudi Völler fand. In der Winterpause hatte Schalke 04 um Sams Gunst geworben. Die Gelsenkirchener hätten ihn liebend gerne verpflichtet. Leverkusen aber verweigerte die Freigabe. "Sidney ist ein ganz wichtiger Baustein in der Rückrunde für uns. Die Entscheidung ist alternativlos", haute Völler auf den Putz.

Nun, ganz so wichtig ist Sam dann wohl doch nicht. Auch an den ersten beiden Spieltagen der Rückrunde fristet Sam ein Ersatzbankdasein. Sowohl gegen Frankfurt als auch gegen Freiburg durfte der offensive Mittelfeldspieler lediglich die letzten paar Minuten ran.

Gerald Asamoah (Greuther Fürth)

Wissen Sie, wann Gerald Asamoah zum letzten Mal getroffen hat? Ist schon eine Weile her, im April wird's ein Jahr. Fürth spielte damals noch Zweite Liga. Dass der Aufsteiger in der Bundesliga so derart schwach am Tabellenende rumkrebst, hat auch viel mit mangelhaften Offensivqualitäten zu tun. Und damit auch mit Asamoah.

Bislang 14 Einsätze, kein Treffer - das ist seine Bilanz. Und zum Rückrundenstart hat er auch noch seinen Stammplatz verloren. Dafür aber sorgte er außerhalb des Platzes für Schlagzeilen: Vor ein paar Tagen erschien seine durchaus lesenswerte Biografie.

Mike Hanke (Mönchengladbach)

Auch Stürmer Hanke war mal Nationalspieler, ein paar Jahre ist das schon her, zwischen 2005 und 2007 war das. In der vergangenen Spielzeit, als Mönchengladbach die Liga euphorisierte, da wurde auch Hanke immer wieder genannt, wenn es um potenzielle EM-Fahrer ging. Doch daraus wurde nichts. Schlimmer noch, bei Mönchengladbach gehört er in dieser Saison nicht mal mehr zum Stammpersonal.

Nur sechs Mal stand Hanke bislang in der Startelf. In insgesamt 17 Spielen schoss er zwei Tore. Und in der Rückrunde spielte er bisher gerade einmal 19 Minuten.

Eren Derdiyok (Hoffenheim)

"Weniger Worte, mehr Taten. Lasst euch überraschen. Ich bin zuversichtlich." Das hatte Eren Derdiyok in der Winterpause via "Bild" noch vollmundig versprochen. Nach zwei Rückrundenpartien dürfte sein Zwischenfazit allerdings äußerst dürftig ausfallen. Gegen Mönchengladbach ließ ihn Trainer Marco Kurz noch von Beginn an ran. Derdiyok aber spielte miserabel. Kurz zog die Konsequenzen und setzte ihn am vergangenen Wochenende gegen Eintracht Frankfurt anfangs auf die Bank.

Für knapp vier Millionen Euro Ablöse war der Schweizer im Sommer 2012 von Leverkusen gekommen. Bislang aber entpuppt sich Derdiyok eher als Fehlinvestition. Insgesamt 15 Ligaeinsätze, nur fünf von Beginn an. Kein Wunder, dass Hoffenheim momentan noch nach einem neuen Stürmer Ausschau hält.

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