18.01.13

Winterschlussverkauf

Auf dem Transfermarkt ist der Tabellenletzte spitze

Mit einem Torjäger von FK Haugesund will Fürth den Abstieg verhindern. Doch nicht nur der Tabellenletzte hat den Kader verändert. Die Berliner Morgenpost gibt einen Überblick über die Top-Transfers des Winters.

Foto: dpa

Der verlorene Sohn kehrt zurück. Nuri Sahin steht den Dortmundern bis Juni 2014 zur Verfügung. Er ist von Real Madrid ausgeliehen.

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Die Bundesliga-Winterpause ist traditionell die Zeit für Panikkäufe. Läuft es schlecht, holen die Manager schnell noch einen Stürmer oder tauschen gleich die halbe Mannschaft aus, um ihr Saisonziel noch zu erreichen.

Doch in diesem Jahr scheinen die Manager Beruhigungsmittel genommen zu haben, von Panik ist jedenfalls wenig zu spüren. Ein Drittel der Klubs ist bislang gar nicht auf dem Transfermarkt aktiv geworden. Insgesamt wurden nur rund 16 Millionen Euro in neue Spieler investiert.

Zum Vergleich: Im vergangenen Winter gaben die Vereine 53 Millionen aus. Allein Wolfsburg holte für mehr als 27 Millionen Euro acht neue Spieler, um vom 12. Tabellenplatz wegzukommen. Viel gebracht hat es nicht. Am Ende wurde Wolfsburg Achter.

Einige spektakuläre Transfers gab es aber auch in diesem Winter. Mit ihnen wollen vor allem Dortmund, Schalke und Wolfsburg in der Rückrunde noch einmal richtig angreifen. Ein Überblick:

Raffael soll Schalkes Offensive beleben

Der jüngste Coup: Schalke 04 hat sich die Dienste von Raffael gesichert. Der 27-jährige Mittelfeldspieler wurde bis zum Saisonende von Dynamo Kiew ausgeliehen. Zudem sicherten sich die Schalker eine Kaufoption. Raffael soll das Offensivspiel der Schalker beleben. Mehr Durchschlagskraft im Angriff können sie dringend gebrauchen, zumal sogar Top-Stürmer Klaas Jan Huntelaar in der Hinrunde enttäuschte und nur fünfmal traf.

Für die größten Schlagzeilen in der Kategorie Spielertransfers hat Meister Dortmund mit der Rückkehr von Nuri Sahin gesorgt. Der BVB hat ihn von Real Madrid zunächst bis Juni 2014 ausgeliehen, obwohl Dortmunds Kader auf Sahins Position im defensiven Mittelfeld mit Sven Bender, Sebastian Kehl, Moritz Leitner und Ilkay Gündogan alles andere als unterbesetzt ist.

Dennoch ist Sahins Transfer nicht nur mit dem Versprechen zu erklären, das Dortmund Sahin im Sommer 2011 gegeben hat: Bei seinem Abschied sicherten ihm die BVB-Bosse zu, ihn jederzeit wieder aufzunehmen. Mit Sahin im Kader kurbelt Trainer Klopp auch den Konkurrenzkampf an und kann taktisch mehr variieren.

Allofs gelingt beim VfL erster Top-Transfer

Abgegeben haben die Dortmunder dafür Ivan Perisic – und damit Klaus Allofs seinen ersten Top-Transfer als Sportdirektor in Wolfsburg ermöglicht. Der Offensivspieler wechselte für 7,5 Millionen Euro Ablöse und ist damit der teuerste Transfer der Winterpause. Beim VfL Wolfsburg macht er Ivica Olic Konkurrenz, der in bisher 15 Spielen nur zwei Tore geschossen hat.

Perisic kam in Dortmund in der Hinrunde meist nur als Einwechselspieler zum Zug. In Wolfsburg, wo er einen Vertrag bis 2017 unterschrieb, hofft der 23-jährige Kroate nun auf einen Stammplatz.

Greuther Fürth mit vier Zugängen

Die meisten Zugänge hat sich der Tabellenletzte Greuther Fürth gesichert. Die Fürther holten vier Spieler, darunter Stürmer Nikola Djurdjic. 1,3 Millionen Euro Ablöse zahlten sie für ihn an den norwegischen Verein FK Haugesund. Beim Rückrundenauftakt gegen den FC Bayern muss der 26-Jährige allerdings wegen einer Stirnhöhlenvereiterung passen.

Für Haugesund und Helsingborg IF schoss Djurdjic in 39 Einsätzen 31 Tore. Eine ähnlich gute Trefferquote in der Bundesliga könnte Fürth gut gebrauchen. Mit erst elf Treffern hat Greuther die schlechteste Offensive der Liga.

Hannovers Deal mit Polen-Star geplatzt

Hannover 96 gehört mit drei Neuen ebenfalls zu den aktivsten Klubs. 96 will schließlich in den Europapokal und hat sich dafür auch gleich bei einem europäischen Spitzenklub bedient. Vom FC Arsenal kommt bis zum Saisonende Johan Djourou als Leihgabe. Der Schweizer Nationalspieler soll die Abwehr verstärken.

Eigentlich wollte Hannover auch den polnischen Nationalspieler Pawel Wszolek für 3,5 Millionen verpflichten. Der 20-Jährige erschien aber nicht zum Medizincheck und schimpfte in polnischen Medien, er fühle sich "wie eine Prostituierte, die in den Westen verkauft wird." Zuhälterei wollte sich 96-Manager Jörg Schmadtke aber nicht vorwerfen lassen. Er verzichtete und lässt nun rechtliche Schritte gegen Wszolek prüfen.

Insgesamt verpflichteten die Bundesligaklubs bislang 22 neue Profis, die Leihgeschäfte nicht mit eingerechnet. Den Ausgaben von 16 Millionen Euro stehen dabei Einnahmen von 14 Millionen gegenüber. Auch das ist maßvoll im Vergleich zum Vorjahr. In der Winterpause 2011/12 machten die Vereine in der Transferbilanz mehr als 20 Millionen Euro Verlust.

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