15.01.13

Pflanzenfarbstoffe

Erdbeeren und Heidelbeeren schützen Frauenherzen

Frauen, die regelmäßig Erdbeeren und Heidelbeeren essen, haben ein geringeres Herzinfarktrisiko. Eine Langzeitstudie belegt: Die darin enthaltenen Pflanzenfarbstoffe halten die Blutgefäße fit.

Foto: pa

Erdbeeren und Heidelbeeren haben es in sich: Die darin enthaltenen Pflanzenfarbstoffe verhindern die Entstehung von Plaques in den Blutgefäßen
Erdbeeren und Heidelbeeren haben es in sich: Die darin enthaltenen Pflanzenfarbstoffe verhindern die Entstehung von Plaques in den Blutgefäßen

Drei Portionen Erdbeeren oder Heidelbeeren pro Wochen senken das Infarktrisiko für Frauen um ein Drittel. Ursächlich sind Inhaltsstoffe aus der Gruppe der sogenannten Anthocyane. Sie halten die Blutgefäße fit. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal "Circulation: Journal of the American Heart Association".

Erdbeeren und Heidelbeeren sind reich an Flavonoiden. Diese Gruppe von Pflanzeninhaltsstoffen erzeugt in der Regel die Blütenfarbe, hat aber weitere schützende Funktionen für die Pflanze. Eine Untergruppe der Flavonoide, die sogenannten Anthocyane, ist für die menschliche Ernährung von besonderer Bedeutung, wie Forscher um Eric Rimm von der Harvard School of Public Health in Boston berichten.

Verzehr in jungen Jahren verringert späteres Risiko

Anthocyane weiten der Studie zufolge Arterien, verhindern die Entstehung von Plaques in den Blutgefäßen und haben noch eine Reihe weiterer nützlicher Eigenschaften. "Wir haben gezeigt, dass der erhöhte Verzehr dieser Früchte bereits in jungen Jahren das Risiko eines Herzinfarkts im späteren Leben senken kann", sagt Leitautor Aedín Cassidy von der University of East Anglia in Norwich.

Die Mediziner führten eine Studie mit 93.600 Frauen zwischen 25 und 42 Jahren durch. 18 Jahre lang füllten die Teilnehmerinnen im Vierjahresrhythmus Fragebögen zu ihrer Ernährung aus. Im Verlauf der Studie erlitten 405 Frauen einen Herzinfarkt.

Dabei stellte sich heraus, dass Teilnehmerinnen, die mindestens dreimal in der Woche Erdbeeren oder Heidelbeeren aßen, ein Drittel seltener betroffen waren als solche, die die Beeren höchstens einmal im Monat verzehrten. Der häufige Konsum anderer Früchte oder von Gemüse konnte den Effekt der Erdbeeren und Heidelbeeren nicht ausgleichen.

Weitere Arten könnten ähnlich gesund sein

Die Mediziner schreiben, dass ihr Befund unabhängig sei von anderen Risikofaktoren wie Alter, Blutdruck, familiärer Krankengeschichte, Gewicht, Bewegung, Rauchen, Koffein- und Alkoholkonsum. Die Forscher konzentrierten sich bei ihrer Analyse auf Erdbeeren und Heidelbeeren, da diese Beerenarten in den USA besonders beliebt sind.

Deshalb sei nicht auszuschließen, dass weitere Beeren ähnliche Effekte hätten, betonen die Autoren. Sie raten dazu, Beeren regelmäßig in eine ausgewogene Ernährung mit weiterem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten einzuschließen.

Da Herzinfarkte besonders mit zunehmendem Alter und vor allem bei Männern auftreten, gibt es bislang wenige Studien, die untersucht haben, welchen Einfluss die Ernährung bei Frauen in jüngeren Jahren auf das spätere Krankheitsrisiko hat.

Bekannt war allerdings, dass Flavonoide einen größeren antioxidativen Effekt haben als beispielsweise Vitamin E und deshalb stärker die Zellalterung bremsen. Frühere Studien hatten zudem einen grundsätzlich positiven Einfluss der Pflanzenstoffe auf Herz-Kreislauf-Risiken gezeigt.

Quelle: dapd/oc
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