06.01.13

DFL-Rettig

Rassismus – Spielabbrüche auch in der Bundesliga?

Nach dem Rassismuseklat nennt DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig die Reaktion von Kevin-Prince Boateng einen Akt der Zivilcourage, den er im Ernstfall auch in der Bundesliga begrüßen würde.

Von Anja Schramm

Weil er während eines Freundschaftsspiel seines AC Mailand rassistisch beschimpft wurde, brach Kevin-Prince Boateng die Partie kurzerhand ab. Im In- und Ausland bekam Boateng dafür reichlich Unterstützung. Auch Andreas Rettig, der neue Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), bezeichnet Boatengs Aktion als "beispielhaft".

Die Welt: Nach rassistischen Beleidigungen hat Kevin-Prince Boateng ein Freundschaftsspiel seines AC Mailands kurzerhand abgebrochen. Wie bewerten Sie seine Reaktion?

Andreas Rettig: Das war ein großartiges Zeichen von ihm. Wir fordern immer Zivilcourage ein. Nun hat sie mit Kevin-Prince Boateng auch jemand gezeigt. Solche direkten Zeichen sind nur zu begrüßen.

Die Welt: Angenommen, so etwas passiert in der Bundesliga, würden Sie einen Spielabbruch auch begrüßen?

Rettig: Ja, denn so etwas darf nicht toleriert werden.

Die Welt: Boateng wird nicht nur in Italien, sondern europaweit als Held gefeiert.

Rettig: Das, was er gemacht hat, war beispielhaft. Wichtig aber ist, dass auch Fans untereinander keine Toleranz gegenüber Rassismus zeigen.

Die Welt: Ist Deutschland diesbezüglich weiter als Italien?

Rettig: Ja, ich denke schon, dass wir diesbezüglich weiter sind. Das hat nicht zuletzt die WM 2006 gezeigt. Es ist zwar auch bei uns nicht alles rosarot. Es ist auch nicht auszuschließen, dass es auch in der Bundesliga zu rassistischen Beleidigungen kommt. Sie werden subtiler stattfinden, was es nicht besser macht. Aber ich denke, dass wir offener mit Fremden umgehen.

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