02.01.13

Trainingslager

In Doha will Bayern so perfekt wie möglich werden

Trotz der komfortablen Ausgangsposition warten im Trainingslager schwierige Aufgaben auf die Bayern: Trainer Jupp Heynckes muss über seine Zukunft entscheiden und eine Rolle für Arjen Robben finden.

Von Julien Wolff
Foto: dapd
Bastian Schweinsteiger
Bastian Schweinsteiger am Münchner Flughafen vor der Abreise des FC Bayern nach Doha

Sie beginnen die Mission in Badelatschen. Die Stars des FC Bayern München müssen nach dem Frühstück am Mittwoch nur über die Terrasse des Hotels "Grand Heritage" in Doha gehen und sind an ihrem Arbeitsplatz – auf dem Rasen der Aspire Sports Academy. Hier steht bei 24 Grad Celsius alles bereit, was ein Fußballprofi heute so benötigt: bunte Schuhe, Pulsuhren, Bälle, Tore. "Ich lese immer von Sonne und prima und toll. Aber Bedingungen holen keine Titel. Wir gehen dahin, um knallhart zu arbeiten und anzugreifen", sagt Sportvorstand Matthias Sammer.

Am Mittwoch ist der deutsche Rekordmeister in der Hauptstadt Katars angekommen. Nach 14 Tagen Urlaub beginnt für Kapitän Philipp Lahm und seine Kollegen die Vorbereitung auf die Rückrunde der Bundesliga, das Viertelfinalduell mit Borussia Dortmund im DFB-Pokal und die Achtelfinalspiel in der Champions League gegen Arsenal London. "Der Urlaub war kurz", so Torwart Manuel Neuer, "aber ich freue mich, dass es wieder losgeht."

Zum dritten Mal im Wüstenstaat

Es ist das dritte Trainingslager der Münchner in dem Wüstenstaat – und der Start in eine schwierige Mission. Sie trägt die Kennziffer 2013, und an ihrem Ende muss mindestens ein Titel stehen. Der Klub orientiert sich dabei quasi an einem eigenen Kalender: Seine Zeitrechnung geht zunächst bis Ende Mai, bis Saisonende. Ein Datum für den Weltuntergang wie bei den Mayas haben Experten aus dem Bayern-Kalender (bislang) nicht ablesen können – eine dritte Saison ohne Pokal wäre für den Verein allerdings kaum harmloser. Gleich in der ersten Ansprache in Doha forderte Trainer Jupp Heynckes von seinen Spielern, sie sollen die in der Hinrunde gezeigten "Hunger und Gier" in die zweite Saisonhälfte mitnehmen.

Im ersten gemeinsamen Wintertrainingscamp wollen der 67-Jährige und Sammer das Gute aus der ersten Halbserie noch besser machen. Perfektion gibt es nicht – aber sie wollen so nah wie möglich rankommen. "Normalerweise fliege ich nicht gern sechs Stunden ins Trainingslager. Aber Katar, das lohnt sich", so Jupp Heynckes.

Vergangenen Januar war er von den Bedingungen und der Arbeit seiner Spieler in Doha so begeistert gewesen, dass er die Vorbereitung auf die Rückrunde als beste seiner Karriere bezeichnete. Ihr folgten die wohl schlimmsten Finals seine Karriere: Das peinliche 2:5 im DFB-Pokal gegen Dortmund, das Drama in der Champions League gegen den FC Chelsea, und den Meistertitel hatten die Bayern vorher auch noch verpasst.

Heynckes lernte aus seinen Fehlern

Egal, was in den nächsten Tagen passiert: Heynckes wird sich weniger euphorisch äußern. Er hat aus der vergangenen Saison gelernt und seine Aussage als Fehler analysiert.

Mit Klubchef Karl-Heinz Rummenigge hat sich Heynckes für Januar zu Gesprächen über seine Zukunft beim FC Bayern verabredet. Im Sommer endet der Vertrag des Trainers. Die Frage, die Fans in ganz Deutschland beschäftigt: Hängt Heynckes noch ein Jahr dran? Oder löst ihn tatsächlich Pep Guardiola ab? Über Interesse des ehemaligen Barcelona-Trainers an dem Job in München spekuliert die Branche seit Monaten. Trainerlegende Ottmar Hitzfeld kennt sich im Klub sehr gut aus und hat den Bayern-Bossen schon geraten, im neuen Jahr nicht zu lange mit einer Entscheidung zu warten, "denn das bringt Unruhe in die Mannschaft".

Sportlich gibt es für Unruhe keinen Grund, die Bayern haben in der Liga zwölf Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger Dortmund. Bundestrainer Joachim Löw sagte kürzlich, er könne sich nicht vorstellen, dass die Münchner sich die Butter noch vom Brot nehmen lassen. Rummenigge warnt die Mannschaft trotzdem: "Wir dürfen jetzt nicht denken, dass wir alles perfekt gemacht haben. Es wird kein Selbstläufer!"

Van Buyten muss Spielpraxis sammeln

Heynckes hat sich in seinem Urlaub Ziele für die kommenden Wochen gesetzt, er will und muss Arjen Robben fit kriegen. Der Offensivstar hat wegen Rückenproblemen seit Mitte November nicht gespielt, seine Rolle für die Rückrunde ist noch unklar. Den Urlaub verbrachte er mit seiner Familie in Dubai, in Doha wird Robben wie der zuletzt ebenfalls verletzte Luiz Gustavo erstmals wieder mit der Mannschaft trainieren. Außerdem wird Heynckes besonders auch Daniel van Buyten achten. Der belgische Ersatzverteidiger soll gegen Arsenal in der Innenverteidigung spielen, weil Holger Badstuber verletzt und Jerome Boateng in der Champions League gesperrt ist. Um Spielpraxis zu sammeln, wird der Trainer van Buyten wohl bereits vorher öfter einsetzen.

Heynckes und Sammer sagen, dass Zugänge nicht geplant seien. Dafür steht ein Abgang fest: Das Talent Mitchell Weiser (18) wird bis 30. Juni 2013 an den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen.

Am Donnerstag starten wir unser tägliches Online-Tagebuch aus dem Trainingslager des deutschen Rekordmeisters in Katar. Sie finden es unter: welt.de/fcbayern

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