19.12.12

Rot in Augsburg

Bayern toben – Ribery droht eine Sperre im Finale

Nach der Roten Karte gegen Franck Ribery attackiert Karl-Heinz Rummenigge und spricht von einer "Lex Dortmund": "Mit den Karten kann sich der Schiedsrichter den Weihnachtsbaum behängen."

Foto: REUTERS

Die Szene des Spiels in Augsburg: Franck Ribery sah Rot und wurde später vom DFB für seine Missetat zwei Spiele gesperrt. So lief die Szene ab:

8 Bilder

Die Rote Karte gegen Franck Ribery war der Aufreger des Pokalspiels des FC Bayern beim FC Augsburg (2:0). Nach dem Abpfiff erhoben die Münchner schwere Vorwürfe gegen den Schiedsrichter.

"Es ist nicht einfach, wenn du mit zehn gegen zwölf spielst", polterte Klubchef Karl-Heinz Rummenigge. Er sei nicht sauer auf Ribery, sondern nur auf Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer: "Er hat ein klares Tor zum 2:0 nicht gegeben und eine Rote Karte gezeigt, die keine war. Der Schiedsrichter hat Karten gezeigt, damit kann er sich den Weihnachtsbaum behängen."

Leichte Backpfeife

Was war passiert? In der 47. Minute foulte Ribery, der zuvor das 1:0 durch Mario Gomez vorbereitet hatte, den Augsburger Ja-Cheol Koo von hinten. Der Koreaner sprang auf und griff den Franzosen ins Gesicht. Ribery antwortete seinerseits mit einer leichten Backpfeife.

Kinhöfer zeigte daraufhin Koo die Gelbe Karte, Ribery sah glatt Rot. "Das darf Franck nicht passieren. Aber wenn du provoziert wirst, ist es nicht einfach", sagte Bastian Schweinsteiger später. So sah es auch Trainer Jupp Heynckes: "Franck wurde in der ersten Hälfte oft attackiert und hart angegangen. Als Profi muss er das aber auch hinnehmen, er hätte sich nicht so hinreißen lassen dürfen. Die Rote Karte war für mich vertretbar."

"DFB sollte nachdenken"

Nicht so für Rummenigge. "Genauso wie es die Lex Dortmund gegeben hat, hoffe ich, dass man jetzt beim DFB auch über diese Aktion nachdenkt", wird er in der "Bild" zitiert: "Franck hat eine Reaktion gezeigt auf das, was der Koreaner vorher gemacht hat."

Lex Dortmund? Rummenigge spielt auf den Freispruch für Marcel Schmelzer an. Der Verteidiger hatte im Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg Rot gesehen, da Schiedsrichter Wolfgang Stark ihn eines Handspiels auf der Torlinie bezichtigt hatte. Da Schmelzer aber ganz klar nicht mit der Hand am Ball war, wurde er vom DFB-Sportgericht nicht gesperrt.

Ribery sah in der Bundesliga noch nie Rot

Wirklich vergleichbar scheinen die Fälle nicht zu sein, da bei Ribery eine Tätlichkeit vorlag. Dass auch Koo für seine Aktion einen Platzverweise verdient hätte, steht auf einem anderen Blatt.

Daher muss Ribery nun mit einer Sperre rechnen, diese würde nur für Spiele des DFB-Pokals gelten. Sollte der Franzose, der in 141 Bundesligaspielen für die Bayern zwar zweimal Gelb-Rot, aber noch nie Rot gesehen hat, für drei Spieler gesperrt werden, wäre er in einem eventuellen Finale nicht dabei. Wahrscheinlicher dürfte jedoch eine geringere Strafe sein, auf die Rummenigge nach Abpfiff ja schon hinarbeitete...

Quelle: SUF
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