18.12.12

Dschalal Talabani

Iraks Präsident fällt nach Schlaganfall ins Koma

Iraks Präsident Dschalal Talabani konnte mit seinem Geschick immer wieder zwischen den verfeindeten Gruppe im Irak verhandeln. Jetzt hat er einen Schlaganfall erlitten, der Schock im Land ist groß.

Foto: dapd

Präsident Dschalal Talabani stellte immer wieder sein Verhandlungsgeschick unter Beweis
Präsident Dschalal Talabani stellte immer wieder sein Verhandlungsgeschick unter Beweis

Der irakische Präsident Dschalal Talabani hat nach Angaben aus Regierungskreisen einen Schlaganfall erlitten. Der 79-Jährige sei in einem "kritischen, aber stabilen Zustand", sagten drei Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Talabani sei am Montagabend nach einem Schlaganfall ins Krankenhaus gebracht worden.

Das Präsidialamt sprach von einem "Gesundheitsnotfall". Auf der Intensivstation besuchte Ministerpräsident Nuri al-Maliki den Staatschef, der in diesem Jahr schon wiederholt gesundheitliche Probleme hatte.

Im vergangenen Sommer hatte sich der kurdische Politiker in Deutschland ärztlich behandeln lassen. T

Angesehener Vermittler

Sollte Talabani sein Amt nicht mehr ausüben können, würde der Irak einen angesehenen Vermittler verlieren, der oft die Spannungen aus dem fragilen Machtgefüge von Schiiten, Sunniten und Kurden nahm sowie die Konflikte zwischen der Zentralregierung und der Führung der autonomen kurdischen Region entschärfte.

Erst kürzlich drohte ein Streit um die Öl-Rechte im Kurdengebiet und um Provinzgrenzen zwischen der Regierung in Bagdad und dem kurdischen Präsidenten Masud Barsani zu eskalieren.

Beide Seiten hatten schon Truppen in Stellung gebracht, um ihre Positionen an der Grenze zu sichern.

Erster kurdischer Präsident des Landes

Entsprechend der vereinbarten Machtverteilung im Irak muss der Staatspräsident ein Kurde sein. Die beiden Vizepräsidenten werden jeweils von den sunnitischen und schiitischen Muslimen gestellt. Gewählt wird der Präsident vom Parlament.

Talabani, ein Veteran der kurdischen Guerilla-Bewegung, überlebte Kriege, das Exil und interne Auseinandersetzungen in den Kurdengebieten im Norden Iraks. Einige Jahre nach dem Sturz des irakischen Machthabers Saddam Hussein wurde er der erste kurdische Präsident des Landes.

Quelle: AFP/dpa/ecb/mcz
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