10.12.12

Nach Fan-Krawallen

Sportgericht schließt Dynamo Dresden vom DFB-Pokal aus

Weil es wiederholt zu Ausschreitungen von Fans kam, hat das DFB-Sportgericht jetzt ein hartes Urteil gefällt. Auch Hannover 96 wird bestraft.

Foto: dpa

Ende Oktober war es vor dem DFB-Pokalspiel in Hannover zu schweren Ausschreitungen gekommen
Ende Oktober war es vor dem DFB-Pokalspiel in Hannover zu schweren Ausschreitungen gekommen

Zweitligist Dynamo Dresden ist wegen wiederholter Ausschreitungen seiner Fans vom DFB-Pokal in der kommenden Saison ausgeschlossen worden. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes am Montag nach einer mehr als siebenstündigen Verhandlung in Frankfurt am Main.

Bundesligist Hannover 96 muss als Folge der Krawalle beim Pokalspiel gegen Dresden am 31. Oktober eine Geldbuße von 70.000 Euro zahlen. In das Urteil des DFB-Sportgerichts unter Vorsitz von Hans E. Lorenz flossen weitere Verfehlungen der Fans beider Mannschaften in anderen Spielen dieser Saison ein.

Beim Pokalduell Ende Oktober hatte die Polizei insgesamt 41 Straftaten verzeichnet. Es gab neun Verletzte und drei Festnahmen. Bereits vor dem Anpfiff hatten Dynamo-Fans in einigen Stadionbereichen die Eingänge zu den Blöcken gestürmt. Nach der Partie liefen rund 200 Gäste-Anhänger auf den Rasen, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.

In der mündlichen Verhandlung hatte der als erster Zeuge geladene Klaus-Dieter Dunkel von der DFB-Kommission Prävention und Sicherheit die Dynamo-Anhänger schwer belastet. Sie hätten einen "äußerst aggressiven Eindruck gemacht. Man hat zum Teil hasserfüllte Gesichter gesehen", sagte Dunkel.

Dresden hatte im Vorjahr wegen der Krawalle in Dortmund schon eine drastische Strafe erhalten. Der damals vom Sportgericht verhängte Pokal-Ausschluss wurde in einer Berufungsverhandlung in eine Strafe von 100 000 Euro und ein Geisterspiel in der 2. Liga umgewandelt.

Hannover 96 akzeptiert die Strafe

Hannover 96 akzeptierte die Strafe noch am Abend. Damit sei das Urteil rechtskräftig, teilte der Bundesligist am Montagabend mit. Anhänger der Niedersachsen hatten im Stadion unter anderem Pyrotechnik abgebrannt.

96-Präsident Martin Kind zeigte sich betroffen. "Der Schaden für Hannover 96 ist immens, nicht nur finanziell", sagte der Vereinschef. Der Club erwäge weitere Maßnahmen, um ähnliche Geschehnisse künftig zu verhindern. "Entsprechende Konsequenzen für die Verursacher haben wir nach den Vorfällen bereits gezogen. Ich will zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass diese noch umfassender werden", sagte Kind.

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