05.12.12

Manchester City

Die peinliche Vorstellung des englischen Meisters

Ein blutleerer Auftritt in Dortmund besiegelt den Abschied Manchester Citys aus Europa. Drei Punkte in der Vorrunde - so schlecht war noch keine englische Mannschaft. Die Quittung: Spott und Häme.

Foto: Bongarts/Getty Images

Nach seinen starken Leistungen stand der BVB schon vor dem letzten Spiel als Gruppensieger fest. Die Fans auf der Südtribüne danken es der Mannschaft mit einer besonderen Choreographie.

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Zum Glück für Trainer Roberto Mancini von Manchester City gibt es derzeit in Großbritannien nur ein Thema: Den königlichen Nachwuchs von Prinz William und Herzogin Kate. Seit Tagen sind die Titelseiten der mitunter bissigen Boulevard-Blätter voll von jeder noch so kleinen Neuigkeit über die nächste Adelsgeneration. Selbst das schlechteste Abschneiden einer englischen Mannschaft in der Geschichte Champions League spielte in der allgemeinen Hysterie am Mittwoch da nur eine Nebenrolle.

Nur wer sich an dem alles bestimmenden Klatsch und Tratsch über die Windsors bis zum Sportteil der Yellow Press vorarbeitete, bekam die ganze Ladung an Häme und Spott für den millionenschweren Klub von Scheich Mansur Bin Zayed Al Nahyan zu sehen. "Ein Horrorwettbewerb", schrieb "The Sun" über den englischen Meister: "Nicht einen einzigen Sieg hat das teuer zusammengestellte Team geschafft."

"Citys Demütigung ist komplett"

Und die altehrwürdige "Times" befand sogar: "Citys Demütigung ist komplett." Der Klub sei "systematisch" in der Königsklasse besiegt worden. Mit einem "Wimmern" ("Daily Telegraph") sei der Klub aus Europa gestürzt. Mit drei Punkten aus sechs Spielen waren die Citizens sogar schlechter als die Blackburn Rovers in der Saison 1995/96 (4 Punkte).

Einen rundum missratenen Auftritt der Gäste aus der mittelenglischen Arbeiterstadt rundete Mancini auf der Pressekonferenz ab. Der Italiener war der Ansicht, sein Starensemble habe bei der Niederlage gegen das Dortmunder B-Team "alles gegeben" und zudem überhaupt keinen Grund "peinlich" berührt zu sein. Diese Meinung dürfte der 48-Jährige jedoch nach dem blutleeren Auftritt seines mit Stars wie Mario Ballotelli, Samir Nasri, Sergio Agüero, Carlos Tevez oder Edin Dzeko gespickten Teams exklusiv haben.

"Jetzt müssen wir nicht donnerstags spielen"

Vor allem die Körpersprache der Citizens ließ berechtigte Zweifel aufkommen, dass die Gäste wirklich mit ganzer Kraft für das Überwintern in der Europa League kämpften - und nicht schon an das Derby am kommenden Wochenende gegen den Stadtrivalen United dachten. "Es hängt nun an uns. Die Moral wird nicht das Problem sein. Wir haben jetzt fünf Tage, um wieder zu unserer Stärke zu finden", sagte Mancini und ergänzte mit Hinblick auf den Meisterschaftskampf: "Vielleicht hat das Ausscheiden auch eine gute Seite. Jetzt müssen wir nicht donnerstags spielen."

In den englischen Medien wurde dann auch schon munter darüber spekuliert, dass die erfolgreiche Titelverteidigung die einzige Chance Mancinis auf einen weiteren Verbleib bei City ist. Die "Sun" ließ es sich dann auch nicht nehmen, die bisherigen Fehler des Trainers aufzuzählen. "Mancini hat klar gemacht, dass die Meisterschaft die oberste Priorität habe - und das hat man dann in der Champions League auch gesehen", hieß es dort.

Vielleicht könnte aber selbst die Meisterschaft zu wenig sein. Seit längerem halten sich Gerüchte um den ehemaligen Barcelona-Trainer Pep Guardiola, denn auch im Vorjahr war City bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. Sehr zum Missfallen von Mansour Bin Zayed Al Nahyan, der angeblich bereits mehr als eine Milliarde Euro in den Klub investiert haben soll. Auch mit dem Ziel, in naher Zukunft Europas Thron zu besteigen. Mindestens bsi 2014 wird er damit aber nun warten müssen.

Welches Team gewann als erstes die Champions League?
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Quelle: sid/jr
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