03.12.12

Bundesliga

1899 Hoffenheim trennt sich von Trainer Markus Babbel

Schneller Abschied: Nach nur neun Monaten entlässt Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim den Ex-Hertha-Trainer Markus Babbel.

Foto: dapd

Abschied: Markus Babbel ist nicht länger Trainer bei Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim
Abschied: Markus Babbel ist nicht länger Trainer bei Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim

Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat seinen Trainer Markus Babbel entlassen. Das gab der Verein am Montag auf einer Pressekonferenz bekannt. Das Amt übernimmt zumindest bis zur Winterpause der bisherige U23-Trainer Frank Kramer.

Babbel (40) hatte am 10. Februar die Nachfolge von Holger Stanislawski angetreten. Hoffenheim liegt in der Bundesliga nach vier Niederlagen in Serie auf dem Relegationsplatz 16. Am Sonntag hatte 1899 am 15. Spieltag 1:4 gegen Werder Bremen verloren.

Manager Andreas Müller hatte zuvor mit Geschäftsführung und Nachwuchs-Chef Bernhard Peters über Babbels Entlassung beraten. Da der Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp in Florida weilt, betonte der Manager: "Wir sind handlungsfähig. Ich spüre eine sehr hohe Verantwortung, aber wir lassen uns nicht treiben in der Geschichte."

Die übliche Übungseinheit der Profis nach dem Spiel war abgesagt worden, die Spieler liefen sich noch am Sonntagabend in der Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim aus und verschwanden dann mit gesenkten Köpfen. Erstmals hatte Müller Babbel keine Jobgarantie mehr für die nächste Begegnung ausgestellt und sagte zum Thema Trainer: "Ich kann jetzt so kurz nach dem Spiel eine so schwierige Frage nicht beantworten. Wir haben fähige Leute im Verein, werden die Situation knallhart analysieren und werden die Entscheidung treffen, ob wir mit Markus weiter machen oder nicht."

"Die sehr prekäre Situation hat sich heute verschärft", hatte Müller noch nach dem Abpfiff des Bundesligaspiels gegen Werder Bremen gesagt und erstmals eingeräumt: "Eines ist klar: Es geht jetzt um nichts anderes, als dass wir in der Liga bleiben." Die TSG sitzt mit nur zwölf Punkten auf dem Relegationsplatz 16 fest und ist mit 36 Gegentreffern auch noch die Schießbude der Liga.

Keine Ruhe in Hoffenheim seit Rangnicks Weggang

Ralf Rangnick hatte den Dorfverein einst von der Regionalliga bis zur Bundesliga-Herbstmeisterschaft 2008 geführt. Seit seinem Abgang am Neujahrstag 2011 ist in Hoffenheim keine Ruhe eingekehrt: Auf dem Managerposten hatte zuvor schon Jan Schindelmeiser für Ernst Tanner Platz gemacht. Tanner wurde dann von Babbel in Doppelfunktion abgelöst, ehe Müller im September kam. Auf der Trainerbank saß nach Rangnick erst der farblose Marco Pezzaiuoli, ehe Hopp mit Holger Stanislawski einen echten Typen einstellte – und nach nur gut sieben Monaten feuerte, als die Kraichgauer auf Rang acht lagen.

Babbel ging nach dem erneuten Tiefschlag gegen Bremen "felsenfest" davon aus, dass er weiter für die TSG arbeiten kann. Die Aussage löste bei den Beobachtern ein müdes Lächeln aus: Der 40-Jährige hatte Woche für Woche immer wieder diesselben Erklärungen von sich gegeben und sich zunehmend ratlos präsentiert. Am Sonntagabend sorgte er zudem mit seiner Aufstellung, die er noch vor der Pause wieder korrigierte, für Verwirrung in seiner Mannschaft. Zuverlässig wie immer gab er dann in der Pressekonferenz seinen Standardsatz von sich: Seine Mannschaft sei wieder einmal "für ihren Aufwand nicht belohnt worden".

Babbel hatte Europa-League-Teilnahme als Ziel ausgegeben

Babbel hatte zu Saisonbeginn ohne Not die Europa-League-Teilnahme als Ziel ausgegeben. Dann legte er mit dem 0:4 beim Viertligisten Berliner Ak die Pokalblamage des Jahres hin. Bis heute gelang es dem Ex-Nationalspieler nicht, ein Team zu formen aus einem Kader, den er als Ex-Manager mit zusammengestellt hat: Die Neuzugänge Eren Derdiyok, Filip Malbasic, Chris und Patrick Ochs kamen gar nicht oder kaum zum Einsatz.

Als größter Fehler gilt die Verpflichtung von Ex-Nationaltorwart Tim Wiese, den Babbel auch noch zum Kapitän machte und dessen Patzer zu den größten Aufregern der Hoffenheimer Hinrunde gehörten. Die Werder-Fans konnte sich deshalb eine gewisse Häme nicht verkneifen: "Zweite Liga, Wiese ist dabei", sangen sie am Sonntagabend.

Quelle: dpa/sid/bee
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