29.11.2012, 16:00

Uefa Bundesligavereine gegen Platinis Reformideen

Platini

Foto: dpa

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Keine Europa League mehr und dafür 64 statt 32 Teams in der Champions League – die Reformideen von Uefa-Chef Michel Platini sind weitreichend. Die deutschen Vertreter halten hingegen wenig davon.

Die deutschen Top-Klubs lehnen eine mögliche Reform der Fußball-Europapokal-Wettbewerbe ab. Die Europa- und Champions-League-Teilnehmer sprachen sich mehrheitlich gegen die Vorschläge von Uefa-Präsident Michel Platini aus.

"Das ist ziemlich platt und überflüssig. Wir sind sehr zufrieden mit der Europa League", sagte Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadtke. "Da halte ich überhaupt nichts von. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Champions League oder die Europa League eine Reform bräuchten", meinte Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp.

Platini hatte am Mittwoch eine Reform der Wettbewerbe ins Gespräch gebracht. Er schlug vor, die Europa League im Jahr 2015 abzuschaffen und die Zahl der Teilnehmer in der Champions League dafür auf 64 zu verdoppeln. "Das ist genauso blödsinnig, als würde man die 1. und 2. Bundesliga zusammenlegen", sagte Klopp. Er hoffe, dass Champions League und Europa League nicht vereint werden, "so lange ich Trainer bin".

"Es ist sehr gefährlich"

"Es ist sehr gefährlich, wenn immer die gleichen Mannschaften die Champions League bestreiten würden", gab Borussia Mönchengladbachs Cheftrainer Lucien Favre zu bedenken. "Dann werden die Reichen immer reicher und der Unterschied zwischen den Vereinen wird immer größer."

Auch Sportdirektor Fredi Bobic vom VfB Stuttgart ist skeptisch. "Sollte man das dann noch Champions League nennen? Wenn man die Europa League in die Champions League hineinbringt, dann ist es ja eher eine Europa League", sagte er.

Manager Horst Heldt vom Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 sagte der "Bild"-Zeitung: "Grundsätzlich sollte die Champions League der Wettbewerb mit der herausragenden Stellung bleiben." Er gab jedoch auch zu: "Momentan kommt die Europa League im Vergleich etwas schlecht weg, das muss man sagen."

Vorschlag von Rummenigge

Sportchef Rudi Völler von Bayer Leverkusen, das sich wie alle deutschen Vereine mit Ausnahme des VfB Stuttgart bereits für die nächste Runde in den europäischen Wettbewerben qualifiziert hat, wollte dem Vorschlag nicht sofort eine Absage erteilen. "Man sollte eine Idee nicht gleich verdammen und sich das erst mal anhören", sagte er. "Entscheidend für die Bundesliga ist ja, wie viele Mannschaften dann in der Champions League spielen."

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte sich am Mittwoch deutlich gegen die Vorschläge ausgesprochen. "Wir sind keine Freunde davon, Qualität zulasten der Quantität zu verändern. Wir sind nicht für die Abschaffung der Europa League und absolut gegen eine Erweiterung der Champions League", sagte er.

Stattdessen berichtete Rummenigge von einem anderen Vorschlag der von ihm angeführten European Club Association (ECA): Demnach soll der Sieger der Europa League in der darauffolgenden Saison in der Champions League starten. "Eine gute Idee", sagte Favre. Auch Bobic bewertete den Vorschlag positiv: "Das kann man machen."

(dpa/fb)
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