28.11.12

Angstgegner

Die Furcht der großen Bayern vor Freiburgs Zwergen

Der FC Bayern muss heute beim SC Freiburg antreten. Weil die Breisgauer einen Lauf haben, werden Erinnerungen an die vergangene Saison wach. Da brachen die Münchner nach dem Spiel in Freiburg ein.

Von Julien Wolff
Foto: dpa
FC Bayern München
Bastian Schweinsteiger (r.) wird gegen Freiburg spielen. Und das, obwohl er Gefahr läuft, bei einer weiteren Gelben Karte für das Topspiel Samstag gegen Dortmund gesperrt zu sein

Sehr viel hat Christian Nerlinger beim FC Bayern nicht hinterlassen. Über den im Sommer entlassenen Sportdirektor sprechen sie kaum noch beim deutschen Rekordmeister. Öffentlich hat er sich während seiner Amtszeit meist zurückgehalten, nur an diesem einen Abend war Nerlinger richtig sauer und fand deutliche Worte.

Es war ein kalter Abend in Freiburg im vergangenen Februar, als der Ex-Profi nach dem 0:0 beim SC sagte: "Jetzt schrillen die Alarmglocken. Wenn wir nicht schleunigst etwas ändern, wird es eine enttäuschende Saison für den FC Bayern."

Es wurde eine sehr enttäuschende Saison. Drei zweite Plätze, zum zweiten Mal in Folge eine Spielzeit ohne Titel. Trotz eines großen Vorsprungs hatte die Mannschaft die Meisterschaft verspielt, und das Remis in Freiburg war symptomatisch für die Schwächen in der Rückrunde.

Am Mittwoch wird es wieder kalt in Freiburg. Und vor dem Anpfiff der Partie der Münchner beim SC (20 Uhr, Sky und welt.de) werden Erinnerungen wach an das bislang letzte Gastspiel im Breisgau.

Seit über 16 Jahren haben die Bayern nicht gegen Freiburg verloren, nach Borussia Dortmunds 1:1 gegen Fortuna Düsseldorf vom Dienstag können sie den Vorsprung auf den Deutschen Meister auf elf Punkte ausbauen. Die "Herbstmeisterschaft" wäre wohl schon nach dem 14. Spieltag entschieden. Und doch ist sie da beim FC Bayern, die Furcht vor einem erneuten Einbruch.

"Die sind echt gut beieinander"

"Das ist ein sehr schweres Spiel. Die Freiburger sind echt gut beieinander und spielen mutig nach vorn", sagt Trainer Jupp Heynckes. Das 3:0 des SC gegen den VfB Stuttgart vom vergangenen Wochenende hat der 67-Jährige am Fernseher verfolgt und ist von der Arbeit seines Kollegen Christian Streich beeindruckt: "Er ist bescheiden, kompetent und lässt einen modernen Fußball spielen."

Heynckes wird also wohl auch Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger spielen lassen – obwohl der Nationalspieler vier Gelbe Karten erhalten hat und bei einer weiteren Verwarnung in der Toppartie gegen Dortmund am Samstag gesperrt fehlen würde.

"Vergiss es. Nix Borussia Dortmund – SC Freiburg, das ist unser Highlight", sagt Heynckes. Er will vermeiden, dass seine Spieler gedanklich schon beim Wochenende sind. "Wir waren auch im vergangenen Jahr auf einem guten Weg, von dem wir abgekommen sind. Das darf uns in dieser Saison nicht passieren", sagt Stürmer Mario Gomez, den Heynckes in Freiburg wohl wieder als Joker für Stammangreifer Mario Mandzukic einwechseln wird.

Auf Mittelfeldstar Arjen Robben (Muskelfaserriss) wird der Trainer noch verzichten. "Wir wollen die Distanz zu den anderen Plätzen behalten", so Heynckes. Mit zwei Siegen in den nächsten beiden Partien könnten die Bayern ihn auf 14 Punkte steigern – in diesem Fall würde ihnen die Reise nach Freiburg wohl sehr positiv im Gedächtnis bleiben.

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