22.11.12

Gewalt in Rom

Blutige Attacke auf Tottenham-Fans gibt Rätsel auf

Nach dem Angriff Maskierter auf mehrere Engländer in der Kneipe "Drunken Ship" in Rom rätselt die Polizei über das Motiv. Nicht ausgeschlossen ist ein rassistischer oder antisemitischer Hintergrund.

Foto: dpa

In dem Pub "Drunken Ship" war es am Vorabend des Europa-League-Spiels zwischen Lazio und Tottenham Hotspur zu einem brutalen Überfall gekommen.

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Eine brutale Attacke maskierter Männer in Rom auf englische Fans hat das Fußball-Europa-League-Spiel zwischen Lazio Rom und Tottenham Hotspur am Donnerstag überschattet und in England und Italien für Entsetzen gesorgt. In der Nacht vor dem Spiel überfiel eine Gruppe von Gewalttätern die englischen Fans im Lokal "Drunken Ship" auf dem Platz "Campo de Fiori" mitten in Rom.

Die Angreifer verletzten zehn Fans, ein Engländer musste wegen mehrerer Stichwunden am Oberkörper genäht werden. Nach Angaben der Ärzte hat der Fan viel Blut verloren, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Insgesamt wurden sieben Tottenham-Fans in Kliniken gebracht. Sechs Angreifer wurden festgenommen, gegen 15 wird ermittelt.

Tottenham hat viele jüdische Fans

Roms Bürgermeister Gianni Alemanno verurteilte die "inakzeptable Gewalt". Auch Lazio-Präsident Claudio Lotito betonte, dass die Attacke scharf zu verurteilen sei, er bat jedoch darum, abzuwarten, ob der Vorfall überhaupt etwas mit dem Fußball zu tun habe. Laut Ermittlern in Rom könnte die Attacke auf die Tottenham-Fans auch einen rassistischen oder antisemitischen Hintergrund gehabt haben.

Tottenham ist für seine sehr vielen jüdischen Fans bekannt. Während des Spiels skandierten Lazio-Anhänger "Juden Tottenham, Juden Tottenham" und enthüllten ein Banner mit einer Aufschrift zur Unterstützung Palästinas.

Am Donnerstag verdichteten sich in Rom die Hinweise, dass nicht ausschließlich Ultras von Lazio für den Überfall verantwortlich gewesen sein sollen. Nach Angaben der Polizei sollen auch zwei Anhänger von Lazios Stadtrivalen AS beteiligt gewesen sein. "Der Vorfall könnte überhaupt nicht mit dem Sport in Zusammenhang stehen", teilte auch die für die Überwachung von Sportveranstaltungen zuständige Kommission des italienischen Innenministeriums mit.

Die Polizei erschien erst sehr spät

Nach Angaben des Lokalbesitzers Marco Manzi gingen die Angreifer "sehr organisiert und gezielt vor". Sie stürmten mit Helmen und Hauben maskiert in das Lokal, isolierten die Tottenham-Fans, versperrten die Fluchtwege und schlugen auf ihre Opfer ein. Auch die Einrichtung des Lokals sei weitgehend zertrümmert worden. Manzi und Anwohner des "Campo de Fiori" berichteten, dass die Polizei erst sehr spät erschienen sei.

"Wir haben das Schlimmste befürchtet", sagte ein Tottenham-Fan in der "La Repubblica". Englische Zeitungen berichteten in großem Umfang über den Vorfall. Der "Daily Telegraph" nannte die Ewige Stadt "Messerstecher-Stadt".

Der Gewaltausbruch gegen die Tottenham-Fans überraschte Lazio. Schließlich war der Engländer und frühere Lazio-Star Paul Gascoigne am Donnerstagabend als Ehrengast zum Spiel im Olympiastadion eingeladen. Der deutsche Nationalstürmer Miroslav Klose war für die Partie wegen einer Knöchelverletzung nicht nominiert worden.

Quelle: dpa/JHU
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