18.11.12

Dritte Liga

Ärger bei Alemannia Aachen – Gewalt unter Fans

Alemannia Aachen kommt nicht zur Ruhe. Erst kündigte der Vereinsvorstand den Gang in die Insolvenz an. Wenig später sorgten rivalisierende Aachen-Fans erneut für unschöne Szenen.

Von Tim Röhn
Foto: dapd
Alemannia Aachen vor der Insolvenz
So friedlich sind längst nicht alle Fans von Alemannia Aachen

Es sind schwierige Tage für Alemannia Aachen. Freitag kündigte der Vorstand des Fußball-Drittligisten den Gang in die Insolvenz an, der Verein steht damit als erster Absteiger fest. Am Tag danach kam es erneut zu einem Zwischenfall mit gewalttätigen Fans.

Nach der 1:2-Niederlage im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart II – die Alemannia will die Saison trotz des feststehenden Abstiegs zu Ende spielen – soll ein mit Mitgliedern der "Aachen Ultras" und des Aachener Fanprojektes besetztes Auto auf dem Rastplatz Pforzheim an der A8 von dem Fanclub "Karlsbande" angegriffen worden sein.

"Zwei Gruppen mit Anhängern von Alemannia Aachen sind dort aufeinander getroffen. Was dann genau passiert ist, wird jetzt ermittelt. Bei einem Auto wurden die Scheinwerfer und die Windschutzscheibe demoliert, der Fahrer flüchtete von dem Rastplatz. Verletzt wurde zum Glück niemand", sagte ein Polizeisprecher der "Welt".

"Karlsbande" gegen "Aachen Ultras"

Aus Angst vor weiteren Übergriffen wurde der Bus der "Karlsbande" nach dem Zwischenfall nach "Welt"-Informationen von Polizeikräften durch drei Bundesländer bis nach Aachen eskortiert. Bei der Ankunft in der Stadt stellten Aachener Beamte die Personalien der Insassen fest.

Die "Karlsbande" reagierte auf eine Gesprächsanfrage der "Welt" am Sonntagmorgen bislang nicht, die "Aachen Ultras" wollten sich nicht äußern.

Der Vorfall zeigt, wie groß der Konflikt zwischen den beiden Gruppen weiterhin ist. Mehrfach waren die "Aachen Ultras" in den vergangenen Monaten von der "Karlsbande" angegriffen worden. Im August etwa kam es nach dem Auswärtsspiel in Saarbrücken vor dem Gästeblock zu einer heftigen Schlägerei. Dazu verlagerten sich die Auseinandersetzungen auch vor die Stadiontore, ein Mitglied der "Aachen Ultras" wurde im Frühjahr sogar nachts zu Hause überfallen.

Zwei unterschiedliche politische Einstellungen

Die Feindschaft geht zurück auf die Spaltung der Aachener Anhängerschaft im Jahr 2010. Damals gab es nur die seit 1999 bestehenden "Aachen Ultras". Auch weil einige Mitglieder Nazis in ihrem Dunstkreis akzeptierten, kam es zum Streit, der zur Trennung der beiden Flügel führte. Die "Karlsbande" wurde gegründet und hat heute mehr als 250 Mitglieder. Die "Aachen Ultras", eine politisch eher linksorientierte Gemeinschaft, was dem Konflikt zusätzliche Brisanz verleiht, hat knapp die Hälfte.

Zuletzt sollte ein Fankodex die Lage befrieden. Alle Aachener Fangruppen, auch die "Karlsbande", hatten ein entsprechendes Papier unterschrieben, in dem unter anderem ein Bekenntnis gegen Gewalt und gegen Rechts verankert ist. Die "Aachen Ultras" hatten den Kodex öffentlich in Frage gestellt, sie bezweifelten, dass es die "Karlsbande" tatsächlich ernst meint.

Die Zweifel waren offenbar berechtigt.

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