12.11.12

Autobiografie

Zwanziger nennt Hoeneß "kleinkariert"

Der ehemalige DFB-Chef Theo Zwanziger hat im Konflikt mit Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß nochmals nachgelegt. Jürgen Klinsmann reagierte indes gelassen auf die Aussage Zwanzigers.

Foto: pa/dpa
Uli Hoeneß und Theo Zwanziger
Uli Hoeneß (l.) und Theo Zwanziger verstehen sich derzeit nicht gerade blendend

Ob es ein Verkaufsschlager wird, bleibt abzuwarten. Denn das Buch von Theo Zwanziger ("Die Zwanziger Jahre") ist ja erst am Montag erschienen. Dennoch gibt es schon jetzt eine scharf geführte Debatte über das Werk des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Wolfgang Niersbach, Zwanzigers Nachfolger, konterte am Montag die Ausführungen seines Vorgängers, der Besuch der deutschen Nationalmannschaft im ehemaligen NS-Vernichtungslager Auschwitz sei "zu schnell abgetan" worden. "Wichtiger als die exklusive Wahrnehmung meines Vorgängers ist mir in diesem Zusammenhang das Dankesschreiben des Internationalen Auschwitz Komitees an den DFB", sagte Niersbach der "Bild".

Niersbach war mit einer Delegation des DFB sowie den Spielern Lukas Podolski, Miroslav Klose und Philipp Lahm Anfang Juni während der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine nach Auschwitz gereist.

Zwanziger wehrt sich

Zwanziger wehrte sich dagegen, sein Werk als Abrechnungsbuch zu sehen. "Es sollte nicht nur keins sein, es ist auch keins", sagte der ehemalige Verbandschef. Er habe die Rolle des Fußballs beleuchten wollen und sich auch "mit der einen oder anderen Persönlichkeit sehr differenziert auseinandergesetzt", bemerkte Zwanziger.

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern, hatte prophezeit, dass Zwanzigers verbaler Feldzug gegen Persönlichkeiten des deutschen Fußballs wie Hoeneß, Jürgen Klinsmann oder Oliver Bierhoff den ehemaligen DFB-Präsidenten "noch mehr in die Isolation treiben" werde.

"Jemand, der selbst Attacke fahren will, der muss auch mal akzeptieren, wenn einer das eine oder andere, was er macht, kritischer sieht", bemerkte Zwanziger zur Hoeneß-Reaktion und wies im "Kicker" auf despektierliche Äußerungen des Bayern-Präsidenten etwa über den Frauenfußball hin. "Auf der einen Seite lobe ich diesen großen Bayern-Manager über den grünen Klee. Auf der anderen Seite stoße ich mich an ein, zwei Bemerkungen", sagte Zwanziger.

Wenn sich Hoeneß jetzt so aufrege, tue es ihm leid: "Dann ist Hoeneß eine kleinkarierte Seele." Wer "Attacken reitet", der solle nicht so empfindlich sein, empfahl er Hoeneß.

Klinsmann reagiert mit "Schmunzeln"

Zwanziger verteidigte nochmals seine Indiskretionen, etwa über einen Plan B mit dem damaligen Bundestrainer Klinsmann bei der Heim-WM 2006. "Die Menschen haben auch ein Recht darauf, Hintergründe zu erfahren", erklärte Zwanziger.

Klinsmann wollte am Montag auf die Ausführungen Zwanzigers nicht eingehen. "Es ist halt so, dass manche Leute gern über andere Menschen reden. Mir ist es das nicht wert, darauf einzugehen. Das wäre Energieverschwendung", sagte Klinsmann, der inzwischen Nationaltrainer der USA ist

Die besten Sprüche des 11. Bundesliga-Spieltags

"Dass Theo Zwanziger kein guter Präsident war, wusste ich schon lange. Dieses Buch wird ihn nach seinem mehr als peinlichen Rücktritt in die Isolation treiben."

Bayern-Präsident Uli Hoeneß über das Buch des früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger

 

"Ich habe es noch nicht gelesen. Und seien sie sich sicher: Ich werde ich es auch nicht lesen."

Sportdirektor Matthias Sammer hat keine Ambitionen Zwanzigers Buch zu lesen

 

"Wenn er ein Ticket braucht, muss er Louis van Gaal anrufen."

Bayern-Profi Arjen Robben auf die Frage, ob er Uli Hoeneß für das Länderspiel der DFB-Auswahl gegen die Niederlande am Mittwoch in Amsterdam schon ein Ticket besorgt hat

"Wir haben keines."

Der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann auf die Frage zu seinem Verhältnis zu Uli Hoeneß nach dem gescheiterten Engagement bei Bayern München

 

"Wir tun gut daran, dass wir ruhig und geerdet bleiben. Gefeiert wird nicht. Gefeiert wird frühestens im Mai."

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nach dem 2:0 im Spitzenspiel gegen Eintracht Frankfurt

 

"Jupp Heynckes war der einzige gute Trainer, den ich hatte."

Eintracht-Coach Armin Veh über Bayern-Coach Heynckes, der ihn einst trainierte

"Schau ned so bleed."

Bayern Münchens David Alaba zu seinem Mitspieler Franck Ribery, nachdem er diesen in einem Doppel-Interview bei Sky gelobt hatte

 

"Das Dumme an Prognosen ist immer, dass sie sich auf die Zukunft beziehen."

Werder Bremens Manager Klaus Allofs zu den Gerüchten über einen möglichen Wechsel zum VfL Wolfsburg

 

"Vielleicht hab ich Cortison in meinem Körper und spüre nix."

Marko Arnautovic von Werder Bremen zu einer Aktion mit dem Schalker Jermaine Jones, der ohne Berührung spektakulär abgehoben war

"Wir sind heute über ganz viele tote Punkte gegangen."

Schalkes Benedikt Höwedes nach dem 2:1 gegen Bremen

 

"Horst Heldt hat mich noch vor Herrn Löw informiert. Ich hatte allerdings den ersten Anruf unseres Managers verpasst und als ich das auf dem Display gesehen habe, dachte ich nur: Oh Gott, habe ich etwa was angestellt?"

Erklärung von Schalkes Roman Neustädter, wie er von der Nominierung für die Nationalmannschaft erfahren hat

 

"Wenn er jetzt noch anfängt Tore zu schießen, wird es langsam unheimlich."

Horst Heldt über Roman Neustädter, der gegen Bremen bereits sein drittes Saisontor erzielte

"Wir haben lange nicht verloren - zwei Spiele."

Hoffenheims Torwart Tim Wiese nach dem 1:1 bei Fortuna Düsseldorf

 

"Das Auftreten der Mannschaft macht Hoffnung, dass wir uns nicht nur als Schlachtvieh der Bundesliga sehen müssen."

Düsseldorfs Trainer Norbert Meier macht die Punkteteilung ebenfalls Mut

 

"Wir müssen nicht auf jedes Interview von geschwätzigen Beratern reagieren."

Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc zu den Diskussionen über Stürmer Robert Lewandowski

"Ich trainiere das im Training. Und im Spiel muss man es mal ausprobieren, sonst wird man nicht belohnt."

Nationalspieler Marco Reus von Borussia Dortmund über seinen ungewöhnlich geschossenen Freistoß zum 1:0 beim FC Augsburg

 

"Ich habe noch nie in meinem Leben soviel gegrätscht wie hier. Aber es war auch schönes Wetter dafür."

Rafael van der Vaart vom Hamburger SV nach dem 0:0 beim SC Freiburg bei Dauerregen

Quelle: dw
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