30.10.12

Ex-Fußballstar

Gericht kann Immel keinen Kokainkauf nachweisen

Im Drogenprozess gegen Eike Immel ist der Ex-Nationaltorwart freigesprochen worden. Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass Immel in 78 Fällen Kokain für den Eigenbedarf gekauft haben soll.

Foto: DPA
Eike Immel vor Gericht
Der frühere Fußball-Nationaltorhüter Eike Immel im Amtsgericht in Dortmund

Eike Immel war die Erleichterung deutlich anzumerken, als er am Dienstag Vormittag vom Vorwurf des Drogenbesitzes freigesprochen wurde. Das Amtsgericht Dortmund sah es nicht als erwiesen an, dass der Ex-Nationaltorwart im Jahr 2007 in 78 Fällen Kokain für den Eigenbedarf gekauft haben soll.

Der Freispruch war zwar erwartet worden, doch die Belastung, die der Prozess mit sich gebracht hatte, war für den 51-Jährigen, sehr groß. Das hatte seine Pflichtverteidigerin Ina Klimpke bereits vor dem zweiten Verhandlungstag erklärt. Immel sei in einer "physisch und psychisch" sehr schlechtem Zustand. Seit dem Ende seiner Karriere erlitt er einen kontinuierlichen sozialen Abstieg.

Umso größer war die Erleichterung, dass das Gericht der Darstellung der Verteidigung und auch den Einlassungen Immels, der immer wieder betont hatte, "niemals Drogen" genommen zu haben, gefolgt war.

Zeugin widerrief Aussage

Der Freispruch lag auf der Hand, nachdem die einzige Belastungszeugin, auf die sich Staatsanwaltschaft gestützt hatte, in einer eidesstattlichen Versicherung ihre Vorwürfe widerrufen hatte. Die frühere Geschäftsführerin des Schwerter Bordels "Club 95" hatte gegenüber einem Beamten der Polizei Gelsenkirchen behauptet, ein früherer Freund Immels hätte regelmäßig Kokain für Immel in ihr Etablissement geliefert. Der Beamte hatte daraufhin einen Aktenvermerk angefertigt. Er war die alleinige Grundlage der Ermittlungen.

Den Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen durch die Zeugin hatte Richter Constans Jersch schon am ersten Prozesstag vor einer Woche in Zweifel gestellt. Bereits damals war die Zeugin krankheitsbedingt nicht vor Gericht erschienen. Auch am zweiten Verhandlungstag war sie abwesend. Eine "eigenständige Befragung" durch die Polizei, so Jersch, sei ebenfalls nicht erfolgt.

Auch die Tatsache, dass Christian H., der Mann, vom dem Immel die Drogen erworben haben soll, zum damaligen Zeitpunkt ein Nachbar Immels gewesen sei, sprach nicht gerade für die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe. Da Immel und H. 2007 Wohnung an Wohnung gewohnt haben, wäre es ungewöhnlich gewesen, wenn sie sich ausgerechnet in einen Nachtclub begeben hätten, um Drogengeschäfte zu tätigen.

Geldstrafe wegen Unterhaltszahlungen

In einem weiteren Anklagepunkt kam es jedoch zur einer Verurteilung. Wie von Immel auch eingeräumt wurde, war er im Jahr 2005 Unterhaltszahlungen für seine zwei Kinder nicht nachgekommen. Deswegen wurde er zu einer Geldstrafe in Höhe von 400 Euro verurteilt.

Immel, der zur Zeit völlig mittellos ist, von den Zuwendungen seiner Schwester lebt, hat wegen des Freispruchs in Sachen Kokainerwerb nun aber zumindest seinen Ruf retten können.

Es wird aber auch so schwer genug, sein aus den Fugen geratenes Leben wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Die Folgen von obskuren Steuersparmodellen, teuren Luxusautos und extravaganten Ausgaben für Frauen haben ihn an den Rand des Abgrunds gebracht.

Quelle: om
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