In der Königsklasse
Deutsche Klubs versagen vom Elfmeterpunkt
Das gab es noch nie. In den Auftaktspielen der Champions-League-Saison scheitern Spieler von Bayern, Dortmund und Schalke vom Elfmeterpunkt. Dabei zählte dies einst zu den Stärken deutscher Vereine.
Die dritten Minute der Nachspielzeit beim Spiel der Bayern gegen den FC Valencia. Strafstoß nach einem Foul von Adil Rami an Arjen Robben. Der Niederländer, der im Finale der Königsklasse vor vier Monaten an Chelsea-Keeper Petr Cech vom Punkt gescheitert war, überlässt für Mario Mandzukic.
Der Kroate läuft an, visiert die linke untere Ecke an, aber Torhüter Diego Alves ist zur Stelle und pariert. Es war der vierte Elfmeter einer deutschen Mannschaft in Folge in der Champions League, der nicht den weg ins Tor fand.
Einen Tag zuvor scheiterte der Schalker Klaas-Jan Huntelaar am Pfosten in Piräus und Mats Hummels von Borussia Dortmund an Ajax-Schlussmann Kenneth Vermeer.
"Das war ein ganz schwacher Elfmeter. Geplant war hoch in die Mitte, geschossen habe ich rechts unten. Man sollte sich so was nie im letzten Moment anders überlegen. Verschießen darf man einen Elfmeter, aber nicht so", sagte Nationalspieler Hummels.
Schweinsteigers Pfostenschuss
Dazu kommen noch die vergebenen Gelegenheiten im Elfmeterschießen der Münchner im Endspiel und Halbfinale der letzten Spielzeit. Bastian Schweinsteigers Fehlschuss an den Pfosten bedeutete das Ende vom Titeltraum in der Champions League. Zuvor hatten schon Ivica Olic die Nerven gegen die "Blues" versagt.
Schon im Halbfinale in Madrid hatte Toni Kroos aus elf Metern nicht getroffen. Kroos drückte sich dann auch im Endspiel um den Elfmeter wie auch Anatoli Timoschtschuk.
Europapokaltriumphe im Elfmeterschießen
Dabei zählte Nervenstärke vom Punkt in der Vergangenheit eigentlich immer zu den Stärken deutscher Klubs. 1988 gelang Bayer Leverkusen der Uefa-Pokalsieg durch ein Erfolg im Elfmeterschießen gegen Espanyol Bracelona.
1997 verwandelte alle Schalker ihre Elfmeter in San Siro und die "Eurofighter" sicherten sich den Uefa-Cup im Endspiel gegen InterMailand.
Oder auch die Münchner, die 2001 gegen den FC Valencia so den Titel gewannen. Damals verschoss übrigens in der regulären Spielzeit Mehmet Scholl einen Strafstoß, besser machte es wenig später Stefan Effenberg.
Brehme und Breitner nervenstark
Andreas Brehme schoss Deutschland bei der WM 1990 im Endspiel gegen Argentinien zum Titel. Damals sollte eigentlich Lothar Matthäus schießen, überließ aber Brehme, der keine Nerven zeigte
Auch Paul Breitner schoss die DFB-Elf ohne Nerven 1974 mit einem Strafstoß zum WM-Erfolg im Finale gegen die Niederlande.
Den bekanntesten Fehlschuss leistete sich aber auch ein Münchner. Uli Hoeneß beim EM-Finale 1976, als er den Ball in den Belgrader Nachthimmel jagte und die CSSR wenig später Europameister wurde.















