10.09.2012, 21:45

Eklat in Casablanca Wüste Prügelei und brutale Tritte beim Afrika-Cup

Algeria's Slimani jumps in the air to hit Libya's El Mughrabi during their 2013 African Nations Cup qualifying soccer match in Casablanca

Foto: REUTERS

Algeria's Slimani jumps in the air to hit Libya's El Mughrabi during their 2013 African Nations Cup qualifying soccer match in Casablanca Foto: REUTERS

Beim Spiel zwischen Algerien und Libyen brannten einigen Spielern die Sicherungen durch. Es spielten sich wilde Szenen ab. Auch in Kamerun war die Lage brisant. Bewaffnete Kräfte mussten einschreiten.

Kurz vor Schluss drehte Islam Slimani noch mal richtig auf. Man könnte auch sagen: Er drehte vollkommen durch. Es lief die Nachspielzeit des Qualifikationsspiels für den Afrika-Cup, Algerien gegen Libyen, Slimani war kurz zuvor ausgewechselt worden. Doch als Algerien kurz vor Schluss der Siegtreffer zum 1:0 gelingt, stürmt der algerische Angreifer Slimani zur Überraschung aller wieder auf den Rasen, keiner konnte ihn aufhalten. Wollte er eine Rechnung begleichen?

Er setzt jedenfalls zum Sprung an und tritt nach einem mächtigen Satz dem libyschen Verteidiger Mohamed El Mughrabi in den Rücken. Es ist ein tückischer Angriff, von seltener Brutalität. El Mughrabi hat keine Chance zur Abwehr, er hat Slimani nicht mal heran springen sehen und sackt schmerzverzerrt zu Boden. Warum das Ganze eskalierte, konnte nicht geklärt werden. Spieler, Betreuer, und Funktionäre beider Mannschaften lieferten sich auf dem Platz dann noch eine wüste Prügelei. Nachträgliche Rote Karte für Slimani? Fehlanzeige.

Kameruns Fans in Aufruhr

Auch in Kamerun ging es hoch her. Bewaffnete Sicherheitskräfte haben einen Sturm auf die Zentrale des kamerunischen Fußball-Verbandes verhindert. Wütende Fans hatten nach dem überraschenden 0:2 gegen die Kapverden in der Qualifikation zum Afrika-Cup versucht, in das Gebäude in der Hauptstadt Yaounde einzudringen. Erst eine geschlossene Polizeikette rund um die Zentrale sorgte für Ruhe.

Ohne Superstar Samuel Eto'o hatte Kamerun das Hinspiel in Praia auf den Kapverden überraschend verloren und muss um seinen Platz bei der Endrunde 2013 in Südafrika bangen. "Wir sind in einer gefährlichen Situation. Aber noch ist alles möglich", sagte Nationaltrainer Denis Lavagne vor dem Rückspiel am 13. Oktober. Der viermalige Sieger hatte schon den Afrika-Cup 2012 verpasst.

(pk)
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