07.09.12

Einzelkritik

Özil bester Deutscher, Klose als Chancentod

Gegen die Färöer konnte das Team von Bundestrainer Joachim Löw nicht glänzen. Der zweifache Torschütze Mesut Özil ragte heraus, der Rest war höchstens Durchschnitt – oder eben nicht mal das.

Von Lars Gartenschläger
Foto: DAPD

Mit diesem Team begann Bundestrainer Joachim Löw das erste WM-Qualifikationsspiel in Hannover gegen die Färöer.

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Deutsche Einzelkritik gegen die Färöer

Manuel Neuer:

Wenn er bis zum Freitagabend noch nicht gewusst hat, wie langweilig ein Fußballspiel aus der Sicht eines Torhüters phasenweise sein kann, dann ist der Münchner nun um einer Erfahrung reicher. Neuer war größtenteils beschäftigungslos. Reagierte aber gut, wenn er gefordert war. Ansonsten konnte er sich für seinen Einsatz am Dienstag in Wien schonen. Denn gegen Österreich wartet sicherlich viel mehr Arbeit auf ihn.

Note: 3

Philipp Lahm:

Er hatte die Messlatte unter der Woche ja schon wieder recht hoch gelegt, nachdem er angekündigt hatte, dass man bei der WM 2014 um den Titel spielen wolle. Zumindest ließ der Kapitän auf seine Worte zum Auftakt der Qualifikation Taten folgen. Da er hinten rechts, wo er fortan nun auch  wieder im Nationalteam spielt, kaum etwas zu tun hatte, schaltete er sich zu Beginn oft geschickt mit nach vorn ein. Aber die Spiele, in denen seine Führungsstärke dann wirklich gefragt ist, kommen erst noch. In der zweiten Hälfte nicht mehr so präsent.

Note: 4

Per Mertesacker:

Der Innenverteidiger musste bei der EM eine bittere Erfahrung machen, als er nach Jahren, in denen er gesetzt war, auf der Bank sitzen musste. Spielte erstmals wieder von Beginn an – und das sehr gut. Nach seinen starken Leistungen zum Premier-League-Start bei Arsenal agierte Mertesacker gegen die Färöer sehr souverän. Er spielte mit viel Übersicht und war stets auf Ballhöhe, half mehrfach aus, wenn Kollegen Fehler beim Stellungsspiel hatten.

Note: 3

Mats Hummels:

Er hatte wie sein Nebenmann kaum etwas zu tun und schaltete sich deshalb ins Spiel mit nach vorn ein. Aber da vergab er in der ersten Halbzeit eine gute Tormöglichkeit, was in diesem Moment ein wenig an das EM-Halbfinale gegen Italien erinnerte, als der Dortmunder zu Beginn die große Chance zur Führung hatte. Hummels agierte souverän.

Note: 4

Holger Badstuber:

Der Münchner rückte für Marcel Schmelzer von der Innenverteidigung auf die linke Seite in der Viererkette. Der Dortmunder war eigentlich dafür vorgesehen, hatte sich aber im Abschlusstraining verletzt. Badstuber spielte ordentlich und war präsent, wenn es hinten Bedarf gab.

Note: 4

Sami Khedira:

Er übernahm die Regie im Mittelfeld, wo er als einziger "Sechser" vor der Viererkette agierte. Der 25-Jährige knüpfte an seine guten Leistungen bei der EM an, wo er sich zu einer wichtigen Führungskraft im deutschen Mittelfeld entwickelt hatte. Die Ordnung im deutschen Spiel stimmte am Freitagabend – und das war auch Khediras Verdienst. Er agierte konsequent, war präsent und immer anspielbereit.

Note: 3 

Thomas Müller:

Der Münchner ging viele Wege auf der rechten Seite, über die vor allem in der ersten Halbzeit fast jeder Angriff der Deutschen lief. Müller war sehr energisch und bereitete das 2:0 von Özil mit einer präzisen Hereingabe von der Grundlinie vor. Nachdem er bei der EM nicht so überzeugt hatte, ist er offenbar wieder in Form.

Note: 3

Mesut Özil:

Der Spielmacher war viel unterwegs auf dem Platz. Bei Real Madrid ist er nicht mehr unangefochten, in der Nationalelf aber schon. Özil agierte gegen die Färöer in der ersten Halbzeit zwar noch etwas glücklos, ehe er nach dem Seitenwechsel dann aber als Torschütze glänzte: Auf Vorlage von Müller machte er das 2:0, auf Zuspiel von Reus das 3:0. Mit einer deutlichen Steigerung in der zweiten Hälfte.

Note: 2

Mario Götze:

Es war garantiert nicht nur Balsam auf seiner Seele, dass er mal wieder von Beginn an spielen durfte. Denn in den ersten beiden Saisonspielen war er in Dortmund nur Ersatz. Dass ihm dann auch noch die Führung gelang, wird dem Mittelfeldspieler Auftrieb für die kommenden Wochen geben. Götze war sehr aktiv, scheute keine Zweikämpfe und versuchte mit Flanken für Gefahr zu sorgen.

Note: 3

Marco Reus:

Der Dortmunder, der Lukas Podolski auf der linken Seite verdrängt hat, war einer der Aktivisten. Immer bemüht etwas für das Spiel nach vorn zu tun, zudem lauerte er im Strafraum auf seine Chancen. Er vergab davon allerdings auch zwei gute in der ersten Halbzeit (8. und 23. Minute). In der zweiten Hälfte, in der er nach der Auswechslung von Müller (68.) dann rechts spielte, war er nicht mehr ganz so auffällig. Bereitete allerdings das 3:0 von Özil sehr gut vor.

Note: 3

Miroslav Klose:

Der Wahl-Römer ging zu fahrlässig mit seinen Möglichkeiten um, vergab allein zwei sehr gute in der ersten Halbzeit. Er hatte es in seinem 123. Länderspiel aber auch nicht so einfach, da ihm ständig ein Gegenspieler auf den Füßen stand. Wenn hier und da das Zuspiel auf ihn präziser wäre, würde er auch öfter treffen.

Note: 4

Andre Schürrle:

Kam in der 68. Minute für Müller und konnte keine großen Impulse mehr setzen. Aber eine gute Alternative für das Offensivspiel.

 

Lukas Podolski:

Wurde nach 75 Minuten für Klose eingewechselt und konnte in den 15 Minuten seines 102. Länderspiels nicht mehr viel bewegen.

 

Julian Draxler:

Bestritt die letzten vier Minuten anstelle von Götze.

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