27.08.12

Kritik von Kahn

"Sammer wirkt bei Bayern wie ein zweiter Trainer"

Der ehemalige Nationaltorwart Oliver Kahn sieht die Rolle des Sportdirktors Matthias Sammer beim FC Bayern kritisch. Der wirke wie ein Trainer. Dabei müsse die Aufgabenverteilung klar definiert sein.

Foto: DAPD
Oliver Kahn
Nationaltorwart Oliver Kahn spielte 14 Jahre für den FC Bayern

Der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn hat die Nähe von Sportdirektor Matthias Sammer zur Mannschaft des FC Bayern München kritisiert. "Sammers starke Präsenz auf dem Trainingsplatz und seine öffentlichen Kommentare zur Spieltaktik lassen ihn aktuell eher wie einen zweiten Trainer erscheinen", schrieb der 43-Jährige auf seinem Blog bei "bild.de".

Die Konstellation Spieler/Trainer funktioniere nur, "wenn die Aufgabenverteilung klar definiert ist und von allen Beteiligten respektiert wird", führte Kahn fort. Einmischungen in das Hoheitsgebiet des Trainers allerdings "bergen Konfliktpotenzial, das sich im Fall von Misserfolgen schnell entlädt". Bayerns Trainer Jupp Heynckes hatte nach einer Äußerung von Sammer zuletzt bereits öffentlich klar gestellt, dass die Ansprachen vor der Mannschaft "immer noch ich mache".

Auch Lattek stänkert

Noch deutlicher wurde der frühere Bayern-Trainer Udo Lattek: "Diese Hampelei auf dem Platz muss nicht sein." Lattek bezeichnete die Situation in einem Interview der Münchner "tz" als "sehr, sehr kritisch". Der Trainer müsse die Anerkennung der gesamten Mannschaft haben. "Wenn er die nicht hat, dann wird es schwierig. Da muss man sehr vorsichtig mit umgehen", sagte Lattek.

Vor Kahn und Lattek hatte sich bereits Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen ähnlich geäußert. Er hätte Verständnis, wenn Heynckes genervt wäre: "Wenn bei mir einer im Rücken so rumgezeigt hätte, hätte ich gesagt: 'Jetzt pass mal auf, mein Freund. Jetzt schleich dich nach oben in dein Büro'", sagte Bruchhagen.

Quelle: dapd/pk
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