19.08.12

DFB-Pokal

Pleiten für Bremen und Nürnberg, Mainz siegt klar

Nach Hoffenheim und Fürth verabschieden sich am Sonntag mit dem HSV, Bremen, Nürnberg und Frankfurt vier weitere Erstligisten aus dem Pokal. So schlecht war die Bundesliga seit 25 Jahren nicht mehr.

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Gleich ein halbes Dutzend Bundesligisten hat sich in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals peinliche Niederlagen eingehandelt: Nachdem sich bereits am Samstag Hoffenheim (0:4 beim Berliner AK) und Fürth (0:2 in Offenbach) gegen unterklassige Gegner aus dem Pokal verabschiedet hatten, legten Hamburg, Nürnberg, Frankfurt und auch Bremen am Sonntag unrühmlich nach. Erstmals seit 25 Jahren ist ein Bundesliga-Sextett in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden.

Beim Drittligisten Karlsruher SC verlor der HSV trotz Halbzeitführung 2:4 (2:1), wenig später unterlag der "Club" beim TSV Havelse 2:3 nach Verlängerung. Frankfurt zog in Aue beim 0:3 (0:1) den Kürzeren, Bremen scheiterte in Münster 2:4 nach Verlängerung. Doch auch in der Hauptstadt bei Zweitligist Hertha BSC dürfte der Haussegen nach dem 1:2 (0:1) bei Wormatia Worms mächtig schief hängen, hatten die Berliner doch schon den Saisonstart nach dem Abstieg vergeigt.

Die restlichen Bundesligisten machten es am Wochenende besser. Hannover 96 hatte beim 6:1 (3:0) gegen den FC Nöttingen keine Mühe, ebenso souverän siegte Schalke 04 mit 5:0 (2:0) beim 1. FC Saarbrücken. Am Samstag bereits siegten Titelverteidiger Borussia Dortmund (3:0 beim FC Oberneuland), Bayer Leverkusen (4:0 bei Carl-Zeiss Jena), der VfB Stuttgart (5:0 beim SV Falkensee-Finkenkrug), Borussia Mönchengladbach (2:0 bei Alemannia Aachen), der SC Freiburg (2:1 bei Victoria Hamburg) und am späten Abend auch der VfL Wolfsburg (5:0 beim FC Schönberg).

Szalai schießt Mainz zum klaren Sieg

Der FSV Mainz 05 hat im Schongang die zweite Runde des DFB-Pokals erreicht. Das Team von Trainer Thomas Tuchel gewann am Sonntagabend beim Oberligisten SV Roßbach/Verscheid mit 4:0 (2:0). Vor 3100 Zuschauern im Koblenzer Stadion Oberwerth erzielten Adam Szalai (5./43. Minute), Julian Baumgartlinger (47.) und Eric Maxim Choupo-Moting (62.) die Treffer für den Erstligisten. Beim Bundesliga-Auftakt am kommenden Wochenende müssen die Mainzer beim SC Freiburg antreten.

Torschütze Choupo-Moting sagte nach dem Spiel: "Wir wollten nicht zu den Mannschaften gehören, die in der ersten Runde ausscheiden und waren deshalb umso mehr motiviert." Für die am Wochenende beginnende Bundesligasaison sieht der Ex-Hamburger sein Team gut gerüstet.

Kaiserslautern und Düsseldorf zittern sich in Runde zwei

Fußball-Drittligist Hansa Rostock hat eine Überraschung in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals verpasst. Rostock unterlag am Sonntagabend Bundesliga-Absteiger 1. FC Kaiserslautern 1:3 (0:0). Vor nur 7.700 Zuschauern in der Rostocker Arena erzielten Albert Bunjaku (49. Minute), Hendrick Zuck (55.) und Konstantinos Fortounis in der Nachspielzeit die Treffer zum verdienten Sieg des Favoriten. Der eingewechselte Johan Plat (77.) verkürzte zwischenzeitlich zum 1:2.

Nach langem Zittern ist auch Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf mit reichlich Glück noch in die zweite Pokalrunde eingezogen. Die Rheinländer bezwangen den Fußball-Drittligisten Wacker Burghausen am Sonntagabend durch einen späten Treffer von Stefan Reisinger in der 76. Spielminute mit 1:0 (0:0).

Hoffenheim mit desolater Leistung

Im Wilhelm-Langrehr-Stadion in Havelse brachte Nürnbergs U21-Nationalspieler Alexander Esswein noch früh in Führung (7.), doch der gänzlich unbeeindruckte Viertligist schlug zurück: Zunächst gelang Christoph Beismann der Ausgleich (13.), Patrick Posipal sorgte für Havelses 2:1 (60.). Nürnberg rettete sich dank eines Treffers von Robert Mak (80.) noch in die Verlängerung, ehe Marco Vucinovic den Endstand herstellte (97.).

Vor 16.138 Zuschauern in Karlsruhe erzielten Marcus Berg (23.) und Zugang Maximilian Beister (45.) die Tore für den HSV. Koen van der Biezen (32.), Selcuk Alibaz (58.), Martin Stoll (79.) und Elia Soriano (86.) trafen für den mindestens gleichwertigen KSC. Der künftige HSV-Spieler Hakan Calhanoglu leitete zwei Tore ein.

Hannover 96 hat den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals hingegen souverän gemeistert. Sergio da Silva Pinto brachte sein Team im Ausweichstadion "An der Kreuzeiche" in Reutlingen mit einem Doppelpack (27./32. Minute) auf die Siegerstraße. Leon Andreasen (47.), Jan Schlaudraff (55.), Konstantin Rausch (79.) sowie erneut Schlaudraff (83.) sorgten für klare Verhältnisse. Leutrim Neziraj besorgte nur noch den Ehrentreffer für den DFB-Pokal-Novizen (53.).

In Saarbrücken brachte Kyriakos Papadopoulos (22.) die Schalker in Front, Julian Draxler (27., 57.) und Ciprian Marica ( 65., 72.) legten jeweils per Doppelpack nach. In Aue sorgte Eintrachts Torwart Kevin Trapp mit einer Roten Karte wegen Notbremse für Frankfurter Unterzahl (19.), den fälligen Strafstoß verwandelte Thomas Paulus (21.). Jakub Sylvestr (61., 90.) traf zum Endstand.

Zum Bremer Pokalschreck avancierte Münsters dreifacher Torschütze Matthew Taylor. Mit seinen Toren in der 54. und 81. Minute glich der US-Amerikaner zunächst zweimal Bremer Führungen durch Eljero Elia (45.) und Niclas Füllkrug (67.) aus. In der Verlängerung legte Dima Lazarow (96.) erstmals für die Preußen vor, ehe erneut Taylor (118.) mit seinem Tor zum Endstand alles klar machte. Zuvor hatte Werder sich durch Gelb-Rot gegen Abwehrspieler Sokratis zusätzlich in Bedrängnis gebracht.

Hoffenheims Trainer Markus Babbel war am Samstag bei seiner Rückkehr nach Berlin schon zur Halbzeit ratlos. Die Tore des zweimal erfolgreichen Metin Cakmak sowie von Justin Gerlach und Kevin Kruschke besiegelten zudem den höchsten Sieg eines Viertligisten gegen einen Bundesligisten in der Geschichte des DFB-Pokals.

Etwas unglücklicher immerhin war das Ausscheiden für die Fürther, denn Gegner Offenbach profitierte von einem umstrittenen Handelfmeter. Thomas Rathgeber verwandelte einen umstrittenen Handelfter und praktisch mit dem Schlusspfiff schoss Lars Bender noch das zweite Tor für den OFC.

Gladbach mit etwas Mühe

Titelverteidiger Borussia Dortmund hatte sich im Bremer Weserstadion am Samstag gegen Oberneuland keine Blöße gegeben. Marco Reus und Jakub Blaszczykowski sorgten schon im ersten Abschnitt für klare Verhältnisse, Ivan Perisic für den Endstand gegen die chancenlosen Gastgeber. Die Dortmunder Namenscousine aus Mönchengladbach hatte im Westschlager beim Drittligisten Alemannia Aachen lange Zeit die erwartete Mühe, ehe Juan Arango und Harvard Nordtveit die Mannschaft von Trainer Lucien Favre mit ihren Toren erlösten.

Beim lockeren Sieg der Stuttgarter gegen den Sechstligisten aus Falkensee trafen Vedad Ibisevic, Martin Harnik, Tunay Torun und Shinji Okazaki. Leverkusen sorgte in Jena bereits in der Anfangsviertelstunde für klare Verhältnisse. Kapitän Simon Rolfes und Karim Bellarabi mit einem Traumtor stellten die Weichen früh auf Sieg für die Werkself. Stefan Kießling und Junior Fernandes sorgten für den Endstand.

Freiburg siegt nur knapp in Hamburg

Der SC Freiburg musste sich in Hamburg etwas strecken, ehe der 2:1 (1:1)-Sieg feststand. Für die Wolfsburger gelang Ivica Olic bei seinem Pflichtspieldebüt im Dress des VfL gleich einen Dreierpack, die weiteren Treffer erzielten Diego und Bas Dost.

Von den Zweitligisten gab sich in der ersten Runde nur Paderborn eine Blöße. Der SC verlor das Ostwestfalen-Derby trotz Pausenführung bei Arminia Bielefeld 1:3 (1:0). Hingegen stehen sowohl der 1. FC Köln (2:1 bei der SpVgg Unterhaching) als auch der MSV Duisburg (1:0 beim Halleschen FC), der FC St. Pauli (3:0 beim Offenburger FV) und der VfL Bochum (2:0 beim 1. FC Heidenheim) in der zweiten Runde. Am Sonntag zog noch der TSV 1860 München nach, der beim Fünftligisten FC Hennef einen sehr souveränen 6:0 (2:0)-Auswärtserfolg feierte. In einem internen Zweitligaduell siegte VfR Aalen 3:0 (2:0) gegen den FC Ingolstadt.

Die größten Sensationen im DFB-Pokal

1974/75:

VfB Eppingen (3. Liga) - Hamburger SV 2:1

 

1978/79:

Südwest Ludwigshafen (3.) - 1. FC Kaiserslautern 2:1

 

1979/80:

Hertha BSC  - TuS Langerwehe (3.) 0:0 n.V. und 1:2

1981/82:

Wuppertaler SV (3.) - Eintracht Braunschweig 1:0

 

1983/84:

SC Göttingen (3.) - Eintracht Frankfurt 4:2

1. FC Bocholt (3.) - Fortuna Düsseldorf 3:1 n.V.

 

1984/85:

SC Geislingen (3.) - Hamburger SV 2:0

Eintracht Haiger (3.) - Karlsruher SC 1:0 n.V.

1986/87:

FSV Mainz 05 (3.) - FC Schalke 0:4 1:0

BVL Remscheid (3.) . 1. FC Kaiserslautern 3:0

 

1987/88:

VfL Wolfsburg (3.) - Hannover 96 3:0

Viktoria Aschaffenburg (3.) - 1. FC Köln 1:0

1989/90:

Kickers Offenbach (3.) - Bayer Uerdingen 2:1

Arminia Hannover (3.) - FC Homburg 2:1

1. FC Pforzheim (3.) - VfL Bochum 1:0

Kickers Offenbach (3.) - Borussia Mönchengladbach 1:0 n.V.

 

1990/91:

FV Weinheim (3.) - Bayern München 1:0

SpVgg Fürth (4.) - Borussia Dortmund 3:1

1991/92:

TSV Havelse (3.) - 1. FC Nürnberg 1:1 n.V., 4:2 i.E.

 

1992/93:

Rot-Weiß Essen (3.) - Schalke 04 2:0

Hertha BSC Amateure (3.) - 1. FC Nürnberg 2:1

 

1993/94:

Bayern München Amateure (3.) - 1. FC Köln 0:0 n.V., 5:4 i.E.

1994/95:

Bayern München Amateure (3.) - Werder Bremen 2:1

TSV Vestenbergsgreuth (3.) - Bayern München 1:0

Stuttgarter Kickers (3.) - SC Freiburg 3:1

Bayern München Amateure (3.) - VfB Stuttgart 2:2 n.V., 7:6 i.E.

 

1995/96:

FC Homburg (3.) - FC St. Pauli 2:1 n.V.

SpVgg Beckum (4.) - 1. FC Köln 0:0 n.V., 4:3 i.E.

SV Sandhausen (3.) - VfB Stuttgart 2:2 n.V., 13:12 i.E.

FC Homburg (3.) - TSV München 1860 2:1

1996/97:

SG Wattenscheid 09 (3.) - Borussia Dortmund 4:3 n.V.

 

1997/98:

SSV Ulm 1846 (3.) - 1. FC Köln 3:1

Hannover 96 (3.) - Borussia Mönchengladbach 1:1 n.V., 5:3 i.E.

Eintracht Trier (3.) - FC Schalke 04 1:0

Hannover 96 (3.) - TSV München 1860 2:0

Eintracht Trier (3.) - Borussia Dortmund 2:1

1998/99:

Sportfreunde Siegen (3.) - SC Freiburg 1:0

 

1999/2000:

SV Babelsberg 03 (3.) - SpVgg Unterhaching 1:0

Eintracht Trier (3.) - TSV München 1860 2:1

2000/01:

VfB Stuttgart Amateure (3.) - Eintracht Frankfurt 6:1

1. FC Magdeburg (4.) - 1. FC Köln 5:2

1. FC Magdeburg (4.) - Bayern München 1:1 n.V., 4:3 i.E.

Karlsruher SC (3.) - Hamburger SV 1:0

1. FC Union Berlin (3.) - VfL Bochum 1:0

2001/02:

KFC Uerdingen (3.) - Energie Cottbus 1:0

VfL Osnabrück (3.) - Hansa Rostock 2:1

VfL Wolfsburg Amateure (4.) - Borussia Dortmund 1:0

Darmstadt 98 (3.) - FC St. Pauli 3:1

SSV Ulm (5.) - 1. FC Nürnberg 2:1

KFC Uerdingen (3.) - Werder Bremen 1:1 n.V., 4:3 i.E.

Darmstadt 98 - SC Freiburg 3:3 n.V., 3:1 i.E.

2002/03:

Holstein Kiel (3.) - Hertha BSC 1:1 n.V., 3:0 i.E.

SpVgg Unterhaching (3.) - Hansa Rostock 3:2

 

2003/04:

Eintracht Braunschweig (3.) - 1. FC Kaiserslautern 4:1

Eintracht Braunschweig (3.) - Hannover 96 2:0

1899 Hoffenheim (3.) - Bayer Leverkusen 3:2

2004/05:

SC Paderborn (3.) - Hamburger SV 4:2 *

 * Diese Begegnung wurde vom damaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer geleitet, der später wegen Manipulation von Fußball-Spielen zu zwei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt wurde.

Bayern München Amateure (3.) - Borussia Mönchengladbach 1:1 n.V., 7:6 i.E.

Eintracht Braunschweig (3.) - Hertha BSC Berlin 3:2

 

2005/06:

FC St. Pauli (3.) - Hertha BSC 4:3 n.V.

 FC St. Pauli (3.) - Werder Bremen 3:1

2006/07:

Stuttgarter Kickers (3.) - Hamburger SV 4:3 n.V.

FK Pirmasens (3.) - Werder Bremen 1:1 n.V., 4:2 i. E.

SC Pfullendorf (3.) - Arminia Bielefeld 2:1

1. FC Saarbrücken (3.) - FSV Mainz 05 1:0

VfL Osnabrück (3.) - Borussia Mönchengladbach 2:1

 

2007/08:

Rot-Weiß Essen (3.) - Energie Cottbus 2:2 n.V., 6:5 i.E.

Wuppertaler SV (3.) - Hertha BSC 2:0

2009/10:

VfB Lübeck (4.) - 1. FSV Mainz 05 2:1 n.V.

Eintracht Trier (4.) - Hannover 96 3:1

VfL Osnabrück (3.) - Hamburger SV 3:3 (2:2, 0:0) n.V., 4:2 i.E.

VfL Osnabrück (3.) - Borussia Dortmund 3:2 (2:0)

 

2010/11:

Chemnitzer FC (4.) - FC St. Pauli 1:0

SV Elversberg (4.) - Hannover 96 0:0 n.V., 5:4 i.E.

Kickers Offenbach (3.) - Borussia Dortmund 0:0 n.V., 4:2 i.E.

2011/12:

RB Leipzig (4.) - VfL Wolfsburg 3:2

SpVgg Unterhaching (3.) - SC Freiburg 3:2

1. FC Heidenheim (3.) - Werder Bremen 2:1

Holstein Kiel (4.) - 1. FSV Mainz 05 2:0

2012/13:

Berliner AK 07 (4.) - 1899 Hoffenheim 4:0

Kickers Offenbach (3.) - SpVgg Greuther Fürth 2:0

Karlsruher SC (3.) - Hamburger SV 4:2

Wormatia Worms (4.) Hertha BSC (2.) 2:1

TSV Havelse (4.) - 1. FC Nürnberg 3:2 n.V.

Preußen Münster (3.) – Werder Bremen 4:2 n.V.

Quelle: dapd/jr
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