24.07.2012, 11:53

Kicker-Ticker Bestattungsunternehmen wird Sponsor des KSC

Beerdigung

Foto: Reinhard Kungel

Beerdigung Foto: Reinhard Kungel

Der Karlsruher SC hat nach dem Abstieg in die Dritte Liga Beistand erhalten. Ein Bestatter wirbt mit dem Klub. Außerdem: Dortmunds Kringe wechselt in die 2. Liga, und Hoffenheim sortiert Babel aus.

Karlsruhe wirbt für Bestattungsunternehmen

Drittligaklub Karlsruher SC hat einen außergewöhnlichen Sponsor für die gerade begonnene neue Saison gefunden. Künftig wirbt der Zweitliga-Absteiger im Wildparkstadion mit zwei Bannern für das Bestattungsunternehmen Trauerhilfe Stier.

"Der Abstieg in die 3. Liga hat mich nachdenklich gestimmt: Ärgern oder unterstützen? Wir haben uns für Letzteres entschieden, denn Beistand in schwierigen Zeiten - das ist doch genau das, was wir als Bestatter tagtäglich praktizieren. Und das verdient auch der KSC", sagte Gesellschafter Martin Stier und erklärte das Engagement seines Unternehmens bei dem früheren Bundesligisten.

Die Werbung im Stadion solle auch ein Signal setzen, so Stier: "Der Tod gehört zum Leben dazu. Sich das bewusst zu machen, kann die Freude steigern an allem Schönen, das man erlebt. Auch an einem guten Fußballspiel."

Babbel wirft Babel in Hoffenheim aus dem Kader

Der niederländische Fußball-Nationalspieler Ryan Babel steht beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim endgültig vor dem Aus. "Wir sind interessiert, Ryan zu verkaufen. Er war nicht imstande, das umzusetzen, was ich vorgegeben habe", sagte Trainer Markus Babbel. Der Coach hat den 25 Jahre alten Angreifer aus dem Kader für das Trainingslager im österreichischen Feldkirchen gestrichen. Babel soll stattdessen mit der zweiten Mannschaft der Hoffenheimer trainieren.

Wie ein Sprecher des Vereins der Nachrichtenagentur dapd bestätigte, ist Babel danach nach Amsterdam gereist. Dort hat sich Babel nach dapd-Informationen mit seinem Berater Winston Haatrecht getroffen. Babel war im Januar 2011 für sieben Millionen Euro Ablöse vom FC Liverpool nach Hoffenheim gewechselt, aber hatte seither in 46 Ligaspielen nur fünf Treffer erzielt.

St. Pauli verpflichtet Ex-Dortmunder Kringe

Zweitligist FC St. Pauli hat den ehemaligen Dortmunder Mittelfeldspieler Florian Kringe verpflichtet. Der 29-Jährige, der zuletzt vertragslos war und bereits in den vergangenen Wochen bei der Mannschaft von Trainer Andre Schubert mittrainiert hatte, erhält einen Vertrag für die kommende Spielzeit. "Florian tut unserer Mannschaft gut. Er hat eine sehr hohe Ballsicherheit und kann auf verschiedenen Positionen spielen", sagte Schubert.

Kringe hat in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 192 Bundesligaspiele für den 1. FC Köln, Borussia Dortmund und Hertha BSC absolviert und dabei 18 Tore erzielt. In den vergangenen beiden Spielzeiten konnte er allerdings nur mit einem einzigen Kurzeinsatz zu den zwei Meistertiteln des BVB beitragen.

Testspiel von Hannover 96 abgebrochen

Das Testspiel des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 gegen FK Rad Belgrad ist am Dienstagabend im österreichischen Bad Waltersdorf in der 59. Minute abgebrochen worden. Nach einem Gewitter und starkem Regen stand der Platz unter Wasser und war unbespielbar. Hannover hatte zu diesem Zeitpunkt durch einen Treffer von Didier Ya Konan (24. Minute) mit 1:0 geführt. Der Stürmer vergab eine weitere Chance bei einem Elfmeter (39.).

BVB-Trainer Klopp kritisiert Berater von Lewandowski

Jürgen Klopp hat seinen Unmut über die Berater von Angreifer Robert Lewandowski geäußert. "Mit Robert habe ich überhaupt keine Probleme. Seine Berater wären allerdings bei mir nicht im Kader", sagte der Trainer des Double-Siegers Borussia Dortmund dem Fachmagazin "11Freunde".

Damit reagierte der Erfolgscoach auf die Versuche der Lewandowski-Berater, den polnischen Fußball-Nationalspieler im Gespräch zu halten. Das hatte zu zahlreichen Meldungen geführt, nach denen der bis 2014 vertraglich an den BVB gebundene Lewandowski mit einem Vereinswechsel liebäugelt.

Ungeachtet der Gerüchte bezeichnete Klopp sein Verhältnis zu Lewandowski als unbeschädigt. "Ich kann die Arbeit eines Spielers und die Arbeit seiner Berater ganz gut trennen. Solange mich ein Spieler nicht enttäuscht, kann sein Berater machen, was er will."

Bereits vor der EM hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den drittbesten Bundesliga-Torschützen der vorigen Saison wiederholt für unverkäuflich erklärt: "Für kein Geld der Welt werden wir Lewandowski abgeben – wir wollen ja keine Bank eröffnen, sondern mit einem starken Team in die Saison gehen."

Mourinho wollte Wiese zu Real locken

Nationaltorhüter Tim Wiese hat Vertragsverhandlungen mit Real Madrid in diesem Sommer bestätigt. Wie der 31 Jahre alte Neuzugang von Bundesligist 1899 Hoffenheim im Trainingslager in Feldkirchen (Österreich) mitteilte, habe Reals Trainer Jose Mourinho damals persönlich versucht, ihn zu einem Wechsel überreden.

"Er hatte Interesse an mir, hat aber auch deutlich gemacht, welche bedeutende Rolle Iker Casillas in Spanien spielt", sagte Wiese. "Das hat mir zu denken gegeben. Es gab in der Vergangenheit häufiger gute deutsche Torhüter, die ins Ausland gewechselt sind, und bei denen es dann nicht geklappt hat, wie zum Beispiel Robert Enke oder Timo Hildebrand." Entscheidend sei laut Wiese am Ende aber die Familie gewesen, die sich für einen Verbleib in Deutschland ausgesprochen habe.

Der EM-Teilnehmer hatte nach sieben Jahren bei Werder Bremen zum Ende der vergangenen Saison einen Vereinswechsel verkündet und damit etliche Spekulationen ausgelöst, ehe er letztlich in Hoffenheim unterschrieb. Sein Vorgänger Tom Starke war daraufhin zum FC Bayern München gewechselt.

Bayerns Marketingchef will Amerika und Russland erobern

Heute China, morgen der Rest der Welt: Bundesligist FC Bayern will international weiter zu einer der wichtigsten Marken im Fußball wachsen. Aktuell befinden sich die Münchner auf einer viertägigen Werbetour mit zwei Testspielen in China, Anfang des Jahres bereisten sie schon Indien. Doch Andreas Jung, der Marketingchef des Klubs, hat schon wieder neue Ziele ins Auge gefasst, sagte er: "Bald ist sicherlich Nordamerika dran. Vielleicht muss man aber auch schon weiter denken und auch mal nach Russland fahren."

Auch der Mittlere Osten sei "interessant", sagte Jung weiter, der den FC Bayern auch im Bereich der Auslandsvermarktung in einem Wettstreit sieht mit Real Madrid, FC Barcelona, italienischen Klubs und den beiden Teams aus Manchester, die dieses Jahr ebenfalls China besuchen werden, City und United. Entscheidender Faktor für die Popularität in fremden Märkten sei die Begleitung durch die Spieler auf solchen Touren. "Wenn die Mannschaft mitkommt in solche Länder, wird das ganz anders realisiert. Das pusht. Unser Konzept gibt uns recht", erklärte Jung.

Flamengo feuert Trainer Santana

Nach nur knapp sechs Monaten hat sich der brasilianische Erstliga-Club Flamengo von seinem Trainer Joel Santana getrennt. Das gab der Verein am Montag in Rio de Janeiro bekannt. Binnen weniger Tage verloren damit in Brasilien drei prominente Fußball-Trainer ihren Job. Vorige Woche mussten schon Dorival Júnior bei Internacional (Porto Alegre) sowie Ex-Nationalcoach Paulo Roberto Falcão beim Esporte Club Bahia (Salvador) ihren Hut nehmen.

Das Aus für Santana kam einen Tag nach der 0:1-Niederlage gegen Cruzeiro in Belo Horizonte. Der 63-jährige Ex-Nationalcoach von Südafrika war im Februar bei Flamengo auf Vanderlei Luxemburgo gefolgt. Unter Santanas Regie gab es in 31 Spielen 17 Siege, fünf Unentschieden und neun Niederlagen. Santana war seit 1996 insgesamt fünfmal Trainer bei Flamengo.

Als möglicher Nachfolger ist nun unter anderen Dorival Júnior im Gespräch. Flamengo versammelt die größte Fan-Gemeinschaft Brasiliens um sich. Kürzlich hatte der Weggang Ronaldinhos von "Fla" für Schlagzeilen gesorgt.

Evertons Cahill wechselt zu New York Red Bulls

Nach acht Jahren verlässt Routinier Tim Cahill den FC Everton und wechselt zu den New York Red Bulls. Das teilte der Fußballverein aus der englischen Premier League am Dienstag mit. Der 32 Jahre alte Australier hatte in 278 Spielen 68 Tore für den Club aus Liverpool geschossen. Für die australische Nationalmannschaft erzielte der zweimalige WM-Teilnehmer in 55 Spielen 24 Treffer. Da er noch einen gültigen Vertrag bei Everton hatte, sollen die New Yorker für den Wechsel in die Major League Soccer laut Medienberichten rund eine Million Pfund (1,28 Millionen Euro) Ablöse zahlen.

(sid/dpa/jr)
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