FC Bayern
Scholl trotzt Rummenigge und hält an ARD-Job fest
Bayerns Klubchef Karl-Heinz Rummenigge ist unglücklich über Mehmet Scholls Doppelrolle als Trainer des Klubs und TV-Experte. Doch Scholl macht unbeirrt weiter. Er erfülle seine Verträge, beharrte er.
Trotz der Kritik an seiner Doppelrolle als TV-Experte und Trainer der Regionalligamannschaft des Bayern München hält Mehmet Scholl an seinem Fernsehjob bei der ARD fest. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte zwar geäußert, in seiner Nebentätigkeit ein Problem zu sehen. Doch Scholl sagte am Freitag in München: "Kalle weiß, dass ich meine Verträge erfülle." Sein Kontrakt bei der ARD läuft bis zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.
Nur einen Vertrag habe er nicht erfüllt, schränkte Scholl mit Blick auf seinen zwischenzeitlichen Abschied von Bayern im Jahr 2010 ein. "Den habe ich zurückgegeben, weil es damals kein Arbeiten war unter dieser Führung der Profimannschaft." Damit übte Scholl indirekt Kritik an Louis van Gaal, der die Profis zu dieser Zeit führte. Scholl war damals Trainer der zweiten Mannschaft und wurde für die aktuelle Spielzeit erneut für diesen Posten geholt. Das erste Saisonspiel bestreitet sein Team am Samstag (14 Uhr) in der Regionalliga Bayern gegen den FC Augsburg II.
Zwei Jahre Vertrag beim FC Bayern
Bei Bayern II steht er für die nächsten zwei Jahre unter Vertrag und soll die zweite Mannschaft zurück in die 3. Liga führen. "Wir werden relativ viel Geld in die Hand nehmen, um etwas zu verändern", hatte Präsident Uli Hoeneß vor der Saison angekündigt – und es umgesetzt. Nachdem Spieler wie Altin Lala (Hannover 96), Stefan Buck (1860 München) oder Tobias Schweinsteiger (Jahn Regensburg) geholt wurden, ist Bayern für viele der klare Favorit auf den Aufstieg. Doch vor dem ersten Spiel am Samstag (14.00 Uhr) gegen Augsburg II warnt Scholl: "Meine Mannschaft ist eine A-Jugend mit drei älteren Spielern. Das kann durchaus holprig werden." Natürlich wolle er mit seinem Team in den nächsten Jahren in die 3. Liga. Aber "ob es sofort für den Aufstieg reicht, das werden wir sehen".
Scholl will von Sammer profitieren
Bei seinem zweiten Anlauf als Trainer der zweiten Mannschaft nach 2010 wird auch der neu verpflichtete Sportvorstand Matthias Sammer eine wichtige Rolle einnehmen. Der ehemalige DFB-Sportdirektor habe unglaubliche Erfahrung und Erfolge im Nachwuchsbereich vorzuweisen. "Da wären wir doch blöd, wenn wir nicht davon profitieren wollen würden", sagte Scholl und ergänzte: "Er hat Spieler wie Özil, Götze oder Reus durchgebracht. Das hätte es vor 15 Jahren gar nicht gegeben. Da wären sie aussortiert worden, weil sie zu klein gewesen wären." Die bereits bestehenden Vorstellungen im Jugendbereich sollen daher mit denen von Sammer abgeglichen und gegebenenfalls verändert werden.
Wie er letztlich spielen lassen will, verriet Scholl nicht. Doch er betonte: "Es wird völlig anders werden als in der letzten Saison." Da landete Bayern abgeschlagen auf Platz 14.
















