DFB-Sportdirektor
Kahn interessiert sich für Sammer-Nachfolge
Der Deutsche Fußball-Bund ist durch den überraschenden Wechsel seines Sportdirektors Matthias Sammer zum FC Bayern im Zugzwang. Für den Posten hat nun ZDF-Experte Oliver Kahn Interesse angemeldet.
Bei der Suche nach einem neuen Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat Torwart-Legende Oliver Kahn sein Interesse zumindest nicht dementiert. "Interessanten Aufgaben gegenüber bin ich immer aufgeschlossen", sagte der ehemalige Nationaltorhüter dem "Magazin "Kicker": "Durch meinen Expertenjob beim ZDF bin ich sehr eng am Fußball dran."
Durch den Abgang von Matthias Sammer zu Bayern München wurde der Posten des Sportdirektors beim DFB überraschend vakant. Prominente Namen wie Kahn und Stefan Effenberg geistern seitdem durch die Medien, die DFB-Spitze hat aber offensichtlich noch keinen Favoriten.
"Über Namen wurde noch nicht gesprochen. Dafür ist alles noch zu frisch. Man muss ja auch nicht krampfhaft und eilig suchen. Alle U-Mannschaften haben ihre Trainer, da ist alles geregelt", hatte der für den Jugendfußball zuständige DFB-Vizepräsident Hans-Dieter Drewitz, der eng mit dem für den Nachwuchs verantwortlichen Sammer zusammengearbeitet hat gesagt: "Man sollte nichts ausschließen. Wir brauchen jemanden, der die Voraussetzungen erfüllt."
Suche soll nicht krampfhaft ablaufen
Die DFB-Spitze hat aber offensichtlich noch keinen Favoriten. "Man muss ja auch nicht krampfhaft und eilig suchen. Alle U-Mannschaften haben ihre Trainer, da ist alles geregelt", sagte Drewitz.
Das Profil des Sammer-Nachfolgers steht für Drewitz ("Es war klar, dass ein Mann seiner Qualität nicht beim DFB die Rente mit 67 antreten wird") bereits fest. "Wir hatten in Matthias Sammer einen sehr guten Mann, er hinterlässt große Fußstapfen. Am besten wäre es, die Kopiermaschine anzuwerfen und eine Kopie zu ziehen. Der Neue muss durch seine Person überzeugen. Er braucht Kompetenz nach innen und nach außen. Er muss führen und nicht nur moderieren", erklärte der Funktionär, für den eine interne Verbandslösung nicht zwingend ist: "Danach sollte man nicht schauen. Es geht nur um die Kompetenz."
Als mögliche Nachfolger von Sammer wird neben Kahn auch Ex-Profi Stefan Effenberg auch DFB-Trainerausbilder Frank Wormuth gehandelt. "Ich habe den Zeitungen viel gezahlt, dass sie meinen Namen nennen - nein, ernsthaft: Ich kann dazu nichts sagen. Mich hat noch niemand angesprochen. Ich gehe voll in meiner Arbeit auf", sagte Wormuth.
Niersbach will sich nicht unter Druck setzen lassen
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach will sich bei der Suche nach einem Ersatz für Sammer, der seinen Vertrag beim Verband erst vor rund einem Jahr bis 2016 verlängert hatte, nicht unter Druck setzen lassen. "Wir werden keinen Neuen aus dem Hut zaubern. Es kann schnell gehen, es kann aber auch ein paar Wochen oder ein paar Monate dauern. Da herrscht zeitlich nicht die absolute Not", sagte der Verbandsboss: "Klar ist, dass die Messlatte von Matthias Sammer sehr hochgelegt wurde."
Obwohl es in der Vergangenheit immer wieder Spannungen zwischen Sammer auf der einen sowie Bundestrainer Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff auf der anderen Seite gegeben hatte, schätzte Niersbach die Arbeit Sammers hoch ein. "Er ist ein unbequemer Geist, aber immer im absolut positiven Sinne. Mit seiner Beharrlichkeit und Ungeduld kann er einem auf positive und konstruktive Weise auf die Nerven gehen. Aber genau so etwas brauchen wir beim DFB", hatte Niersbach noch vor wenigen Wochen gesagt: "Er will immer den Erfolg, denn nur so kannst du etwas bewegen, verändern und in die richtige Richtung schieben. Ich halte die gesamte Konstruktion für ideal."
Selbst die Verantwortlichen der Bundesligisten, die mit dem unbequemen Sammer nicht immer gut ausgekommen sind, trauern dem Europameister von 1996, der 2011 schon vor dem Absprung zum Hamburger SV stand, hinterher. "Es ist schade für den DFB, dass man in Sammer einen so guten Mann verliert", sagte Trainer und Manager Felix Magath vom VfL Wolfsburg.
Bruchhagen versteht Sammer nicht
Der Frankfurter Vorstandsboss Heribert Bruchhagen kritisierte Sammer. "Beim EM-Spiel gegen Portugal hat er mir auf der Tribüne erklärt, warum er nicht zum HSV gegangen ist. Diese Gründe waren plausibel. Diese Plausibilität ist zusammengebrochen als er beim FC Bayern unterschrieben hat", sagte das DFB-Vorstandsmitglied.
Nach dem Willen der DFB-Spitze soll der Abgang Sammers auf absehbare Zeit die einzige personelle Veränderungen in einer Spitzenpositionen bleiben. So wird es laut Niersbach auch zukünftig einen Nationalmannschafts-Manager geben. Der Verbandsboss setzt dabei weiter auf Bierhoff. "Einen Manager braucht die Nationalmannschaft auf jeden Fall. Das zusätzliche Management kann man nicht mehr vom Bundestrainer erwarten", sagte Niersbach der "Sport-Bild": "Dies ist der Job von Bierhoff, der Löw auch ganz wesentlich bei der Öffentlichkeitsarbeit entlastet."
















