03.07.12

Red-Bull-Sportdirektor

Rangnick greift durch – Trainer Pacult gefeuert

Nach seiner Burn-out-Auszeit beginnt Trainer Rangnick seinen neuen Job als Sportdirektor mit einer Entlassung: Red Bull Leipzigs Trainer Pacult muss gehen, der knapp den Aufstieg verpasste.

Foto: AFP
Nach einer Auszeit wegen eines Burnouts zeigt Ralf Rangnick sich in seinem neuen Job kompromisslos
Nach einer Auszeit wegen eines Burnouts zeigt Ralf Rangnick sich in seinem neuen Job kompromisslos

Der Cheftrainer des Regionalligisten RB Leipzig Peter Pacult verliert nach nur einer Saison und dem verfehlten Aufstieg in die Dritte Liga seinen Job. So will es der neue Sportdirektor Ralf Rangnick. Nachfolger wird der bislang weitgehend unbekannte Alexander Zorniger. Der 44-Jährige ist wie Rangnick ein Verfechter von Angriffsfußball, führte in der Süd-Regionalliga die SG Sonnenhof Großaspach zuletzt auf Platz zwei und trotz des knapp verpassten Aufstieges somit zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Die erste Amtshandlung von Rangnick beim Nord-Regionalligisten RB Leipzig überraschte nicht. Nach seiner eigenen Erholungspause vom großen Fußball hatte er vor zehn Tagen als Sportdirektor für den österreichischen Meister RB Salzburg sowie RB Leipzig die gemeinsame Verantwortung übernommen. Trotzdem herrschte Funkstille zwischen ihm und dem auch bei Geldgeber und Brause-Milliardär Dietrich Mateschitz offenbar in Ungnade gefallenen Pacult.

Pacult wegen Transfer-Flops in der Kritik

"Man hat gesehen, dass ein für die Liga überdurchschnittlicher Etat nicht ausreicht. Da spielen noch andere Dinge eine Rolle", lautete eine Ansage von Rangnick. Die zielte auch auf den eigenwilligen Pacult, der beispielsweise wegen seiner Transfer-Flops und der wenig kommunikativen Art in die Kritik geriet.

Das entscheidende Manko freilich war, dass der Ex-Bundesligacoach bei seinem nur eine Saison andauernden Engagement den Aufstieg in die Dritte Liga als Tabellendritter hinter dem Halleschen FC und Holstein Kiel verfehlt hatte. Bereits ein Jahr zuvor war der mit einem im Vergleich zur Konkurrenz riesigen Budget angetretene Klub am Chemnitzer FC gescheitert, damals musste Coach Tomas Oral ebenfalls nach nur einer Saison gehen.

Riesenetat und kein Erfolg

Mit rund sieben Millionen Euro verfügt der Klub über doppelt so viel Geld wie die Konkurrenten, auch das Umfeld ist mindestens zweitligareif. Im Hintergrund des Vereins gab es jedoch immer wieder Personalwechsel und keine Kontinuität. Selbst die zunächst als "Strippenzieher" geholten Dietmar Beiersdorfer oder Thomas Linke wurden nach kurzer Zeit wieder abserviert.

Nun soll es Zorniger mit Rückendeckung des im September 2011 bei Schalke 04 wegen Erschöpfungserscheinungen abgetretenen Rangnick richten. Dieser hatte einst das "Wunder von Hoffenheim" vollbracht und den Dorfverein bis in die Eliteliga geführt.

Zorniger, der am Mittwoch von Rangnick in Leipzig präsentiert wird, schloss zuletzt seine Ausbildung zum DFB-Fußball-Lehrer als Lehrgangsbester ab. Von 2002 bis 2009 war er beim 1. FC Normannia Gmünd tätig, mit dem er den Aufstieg von der Verbandsliga in die Oberliga Baden-Württemberg realisierte. Im Anschluss fungierte er für ein halbes Jahr als Co-Trainer von Markus Babbel beim Bundesligisten VfB Stuttgart.

Quelle: sid/sela
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