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13.07.10

Nationalmannschaft

DFB-Elf durch den Hinterausgang ab in den Urlaub

Der Urlaub begann vier Minuten früher als geplant. Punkt 8.31 Uhr setzte die Maschine der Lufthansa aus Frankfurt/Main in Tegel auf, die Arne Friedrich in letzter Instanz aus Südafrika zurück nach Berlin brachte.

Bongarts/Getty Images/Getty

Zurück in Deutschland. Am Montagmorgen landete der A380 ...

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Nur die offizielle DFB-Dienstkleidung erinnerte noch an die WM, als er mit Lebensgefährtin Linn an seiner Seite das Flughafengebäude verließ. Die obersten Knöpfe am weißen Hemd waren da schon geöffnet - ja, der heimische Sommer hat Deutschlands Nationalspieler wieder. Wie er vor dem Dienstantritt beim VfL Wolfsburg seinen dreiwöchigen Urlaub zu verbringen gedenkt, sei noch nicht entschieden, sagte der Kapitän der Abstiegsmannschaft von Hertha BSC, aber der Plan für den Ankunftstag stand immerhin schon fest: "Jetzt werde ich mich erst mal hinlegen."

Die Nacht im Airbus 380 von Johannesburg nach Deutschland war trotz Flug in der Business Class wenig erholsam, "und nach acht Wochen fern von zu Hause ist man einfach froh, wieder in der Heimat zu sein." Wie Friedrich ging es auch den Kollegen. Die Freude auf Freunde und Bekannte ließ die Elitekicker sich bei ihrer ersten Landung auf deutschem Boden durch den Hinterausgang von ihren wartenden Fans verabschieden. Als die DFB-Delegation um 6.16 Uhr in Frankfurt/Main ankam, wollten Spieler und Trainer nichts wie weg. Zurück blieben rund 1000 enttäuschte Fans.

Zurück blieb außerdem die große Frage, wie es mit Bundestrainer Joachim Löw, seinem Trainerteam und Manager Oliver Bierhoff weitergeht. Auch nach der Rückkehr von der WM in Südafrika überlagerten die Spekulationen um Löws Zukunft alle anderen Themen rund um den WM-Dritten. Der 50-Jährige verabschiedete sich aber wortlos in Richtung Freiburg, um dort ein paar Tage in Klausur zu gehen. "Ich brauche jetzt ein bisschen Zeit und Ruhe, um meine Gedanken zu ordnen", hatte Löw schon vor dem Rückflug nach Deutschland erklärt. Er könne unter den aktuellen Eindrücken noch keinen vernünftigen Gedanken fassen, wolle aber keine emotionale Entscheidung treffen. "Ich muss mir darüber im Klaren werden, ob ich auch in Zukunft die Kraft habe, die Mannschaft weiter voranzutreiben." Anschließend will er wie geplant ein Gespräch mit Bierhoff führen.

Auch wenn sich Löw nicht unter Druck setzen lassen will - die Zeit drängt. In nicht einmal einem Monat steht in Kopenhagen gegen Dänemark schon das erste Nach-WM-Länderspiel auf dem Programm, und nur drei Wochen später startet die DFB-Auswahl in Belgien (3.9.) in die Qualifikation zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine. Weitere Gegner in der Bewerbungsrunde sind Aserbaidschan, Kasachstan, Österreich und die Türkei. Nur der Gruppenerste qualifiziert sich direkt für das Turnier. Daran verschwendete am frühen Montagmorgen niemand einen Gedanken. "Aber es ist in der Tat so, dass in einem Monat schon das nächste Länderspiel ansteht. Von daher können wir die Gespräche nicht bis Dezember vertagen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Doch zu rosig erscheinen die Perspektiven, als dass Löw wirklich hinwerfen könnte. Einzig die Kapitänsfrage - Lahm? Oder doch weiter Ballack? - harrt ihrer baldigen Klärung durch den Bundestrainer.

Doch die allgemeine Personallage verspricht große Erfolge, Bastian Schweinsteiger, der in Südafrika unbestritten der Kopf der DFB-Auswahl war, kündigte an: "Bei der EM und in vier Jahren bei der WM in Brasilien wollen wir Titel holen. Das Herz sagt, dass wir eine großartige Zukunft vor uns haben."

Löw und Bierhoff erklärten immerhin, dass ihnen die Aufgabe "sehr viel Spaß" gemacht habe, was durchaus auf eine weitere Zusammenarbeit hindeuten könnte. Auch WM-Vize-Kapitän Schweinsteiger hofft, "dass der Bundestrainer weitermacht. Er ist der Chef der ganzen Truppe und es macht uns viel Spaß, mit ihm zu arbeiten", sagte er dem "kicker". Doch ansonsten hatten alle Beteiligten kaum mehr Lust darauf, sich mit dem Thema Fußball zu beschäftigen. Für die Spieler und für Löw hieß es nach anstrengenden Wochen nur noch: Ab in den Urlaub.

Quelle: sto/sid
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