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WM-Viertelfinale

Auf der Berliner Fanmeile bleibt es eng

350.000 Fußballbegeisterte drängelten sich am Sonntag auf der Straße des 17. Juni. Reichlich Körperkontakt wird es wohl auch zum Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien am kommenden Sonnabend geben. Denn die WM-Fanmeile muss mit dem bisherigen Platz auskommen.

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WM 2010 - Fanmeile in Berlin
Foto: dpa
Deutschlang gegen England - der Fußball-Klassiker zog Hunderttausende auf Deutschlands größte Fanmeile in Berlin.

Der Andrang auf die Fanmeile wächst mit dem großen Erfolg der deutschen Nationalmannschaft. Und am kommenden Sonnabend (16 Uhr), beim Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien, werden bei traumhaftem Sommerwetter voraussichtlich noch mehr Fußballbegeisterte auf die Straße des 17. Juni strömen als die 350.000 Fans am vergangenen Sonntag. Dem Tag, an dem die deutsche Nationalmannschaft in einem furiosen Spiel England mit 4:1 vom Platz fegte. Eine halbe Stunde vor Anpfiff musste die überfüllte Fanmeile bereits geschlossen werden.

Doch die Fußballbegeisterten müssen mit dem bisherigen Platz auskommen. „So wie es aussieht, wird zum Argentinien-Spiel zunächst nicht erweitert“, sagte am Dienstag die Sprecherin des offiziellen Fanfestes des Fußball-Weltverbandes FIFA, Anja Marx. Zum Spiel sind aber im Gefahrenfall mehr Fluchtwege vorgesehen. Am Sonnabend werden mehr als 400.000 Fans erwartet.

Senatssprecher Richard Meng sagte: „Gegen England hat die Meile ausgereicht, damit müssen wir auch gegen Argentinien klarkommen.“ Meng sagte weiter, der Senat würde sich noch mehr freuen, „wenn die Fußballfans auch in größerer Zahl kämen, wenn Deutschland nicht spielt und andere tolle Spiele wie Holland – Brasilien gezeigt werden“. Bisher hatte es starken Zustrom nur bei Deutschland-Spielen gegeben. „Das ist doch etwas blöde für die Händler auf der Meile“, sagte Meng. Er riet den Fans, früh zu kommen. „Wenn die Meile voll ist, ist sie voll.“

Das gesamte Feiergelände im Tiergarten ist mit mannshohen Gittern umzäunt. Bereits zum Achtelfinale am vergangenen Sonntag war die Zahl der Eingänge auf zehn erweitert worden. In Abstimmung mit der Polizei achten die Veranstalter verstärkt darauf, dass sich die Zuströme besser verteilen. Mithilfe von Lautsprecher-Durchsagen sollen die herbeiströmenden Fans im Interesse der Sicherheit besser gelenkt werden.

Bei Drängeleien von Fans, die zu spät auf das Gelände kommen wollten, waren bereits in zwei Fällen Zäune umgestürzt. Verletzte gab es nicht. Ein Polizeisprecher sagte beim England-Spiel, die Zäune seien so konstruiert und aufgestellt, „dass sie im Ernstfall relativ leicht umkippen und der Weg nach draußen frei ist“.

Eine zusätzliche Belastung für viele Besucher unter den Hunderttausenden dürfte diesmal das Wetter sein. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes hält die Hitzewelle nicht nur an, sondern sorgt am Samstag mit Temperaturen bis zu 35 Grad für einen „WM- Rekord“ dieses Sommers.

Zuvor waren Forderungen nach einer Ausweitung der Berliner Fanmeile laut geworden. Der Fußballfan und Berliner FDP-Abgeordnete Sebastian Czaja war am Sonntag selbst auf der Straße des 17. Juni und sagte: „Bis zum Argentinien-Spiel am Wochenende muss unbedingt was passieren.“ Beim ersten Deutschland-Spiel sei die Fanmeile schon gut gefüllt gewesen, aber „am Sonntag war mit 350.000 Besuchern die absolute Grenze erreicht“, so Czaja. Fehlende Einigung zwischen den Veranstaltern und der Stadt auf der einen Seite und noch nicht abgeschlossene Bauarbeiten auf der Straße des 17. Juni andererseits verhindern zurzeit die Erweiterung der Fanmeile. Czaja wirft Bezirk, Senatsverwaltung und Veranstaltern „Bequemlichkeit“ vor. Wo ein Wille sei, sei auch ein Weg, so der FDP-Abgeordnete. Seiner Ansicht nach seien die Baustellen auf der Straße des 17. Juni kein Hindernis für eine Erweiterung: „Es sollte doch kein Problem sein, die Baustellen so zu sichern, dass die Berliner auf der Fanmeile nicht mehr eingeengt feiern müssen“, sagt Czaja.

Der verkehrspolitische Sprecher der Berliner CDU, Oliver Friederici, stimmte der Forderung zu, dass die Veranstalter die Fanmeile bis zum Brandenburger Tor schnellstmöglich erweitern sollen. Für eine rechtzeitige Lösung, besonders bei den beliebten Deutschland-Spielen, schlägt er vor, „den Großen Stern temporär zu sperren“. So könne dort zusätzlicher Platz für 40.000 Besucher entstehen, sagt Friederici. Eine Erweiterung werde mehr Platz für die bislang noch dicht zusammengedrängt stehenden Fußballfans bringen. Und die Händler aus dem Großraum Berlin, die ihre Stände bis zum Finale am 11. Juli gepachtet haben, dürften bei einer Erweiterung der Fanmeile auch bessere Geschäfte machen, so der CDU-Politiker.

Um das Image von Berlin als Ziel bei Städtereisen attraktiver zu machen, plädiert Holger Lunau, Pressesprecher der Industrie- und Handelskammer Berlin, ebenfalls für eine Verlängerung der Fanmeile. „Je größer die Fanmeile ist, desto mehr Fans feiern, und umso besser ist das Bild von Berlin als Tourismusziel in der Welt“, sagt Lunau.

Zurzeit befindet sich der Haupteingang der Fanmeile auf Höhe der Yitzhak-Rabin-Straße. Auf der Fläche vom Brandenburger Tor bis zu diesem Eingang, die für eine Verlängerung der Fanmeile in Frage kommt, werden derzeit die Bürgersteige saniert. Durch den Umbau sollen die Gehwege am Tiergarten insgesamt fünf Meter breiter werden.BMO/dpa

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