350.000 Fußballbegeisterte drängelten sich am Sonntag auf der Straße des 17. Juni. Reichlich Körperkontakt wird es wohl auch zum Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien am kommenden Sonnabend geben. Denn die WM-Fanmeile muss mit dem bisherigen Platz auskommen.
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Deutschlang gegen England - der Fußball-Klassiker zog Hunderttausende auf Deutschlands größte Fanmeile in Berlin.
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Schließlich ging es in dem Achtelfinalspiel um Alles: Kommt die Nationalelf eine Runde weiter oder steigt sie in den Flieger nach Hause.
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Bereits als das erste Tor für Deutschland fiel, waren die Fans aus dem Häuschen. Sie sollten noch mehr Grund zum Jubeln bekommen.
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Fünf Minuten vor Abpfiff stand es für Deutschland 4:1. Und so blieb es auch.
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Jetzt wartet das Viertelfinale auf unsere Jungs.
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Bei diesen Augen musste einfach ein Sieg her.
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Und bei diesem schmückenden Beiwerk schließlich auch.
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Doch zwischendurch gab es auch bange Minuten. So schoss auch Englang ein Tor.
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Vor dem Anstoß gab es zur Stärkung ein Bier.
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Und nach dem Abpfiff ein Küsschen als Trost.
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Anschließend ging es auch mit dem Trabi durch die Stadt.
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Dieser kleine Fan war gut vorbereitet auf das sonntägliche Fußballfest.
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Diese zwei Obdachlosen nutzten die Gunst der Stunde und sammelten bereits vor dem Anpfiff zahlreiche Pfandflaschen, mit denen sie ihr Budget aufbesserten.
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Mehr als 250.000 Fans waren bereits zuvor beim Spiel gegen Ghana auf der Berliner Fanmeile und fieberten mit der deutschen Mannschaft mit. Es ging um den Einzug ins Achtelfinale oder Abreise. Ersteres wurde ja geschafft.
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Wer sagt denn, Frauen interessierten sich nicht für Fußball?
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Vor Spielbeginn blieb noch Zeit für einen kleinen Flirt.
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Die ersten Fans machten sich schon am Vormittag auf den Weg zum 17. Juni.
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Auch "Wikinger" waren extra nach Berlin angereist...
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... aber auch "Hexen" und "Narren".
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Auf den Schultern eines Freundes hatte frau natürlich den besten Überblick.
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"Isch liebe Deu-tsche-land!"
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Die Anspannung stand den Fans ins Gesicht geschrieben.
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Aber auch im größten Fußballstress muss Zeit zum Relaxen sein.
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Ob Indianer oder Fußball-Alien - beim Fußball sind alle einfach nur Fan.
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Kurz nach dem Anpfiff wurde die Fanmeile geschlossen - es war einfach rappelvoll!
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Verstecken hinter der Fahne half in brenzligen Situationen.
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Dann traf Mesut Özil für Deutschland zum entscheidenden 1:0. Das ist einen Freudenkuss wert!
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Zum Abpfiff verwandelte sich der 17. Juni in ein einziges Fahnenmeer.
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Nur wenige Minuten später vesammelten sich am Kurfürstendamm Tausende Fans.
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Die Berliner fuhren mit ihren Autos hupend und jubeld den Boulevard hinauf und herunter. Darunter waren auch zahlreiche türkische Fans, die den Torschützen Mesut Özil feierten.
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Die ganze Nacht lang wurde eine wilde Party gefeiert.
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Das kollektive Hupen hörte nicht auf.
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Auch die Hamburger Fußballfans können feiern!
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Das stellten sie auf dem Heiligengeistfeld unter Beweis.
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70.000 Besucher kamen auf den Platz, auf dem dreimal jährlich der Hamburger Dom stattfindet.
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Nach dem Abpfiff gibt es bei den schicken Hanseaten kein Halten mehr.
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Grenzenloser Jubel auch in Köln.
Der Andrang auf die Fanmeile wächst mit dem großen Erfolg der deutschen
Nationalmannschaft. Und am kommenden Sonnabend (16 Uhr), beim
Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien, werden bei traumhaftem
Sommerwetter voraussichtlich noch mehr Fußballbegeisterte auf die Straße des
17. Juni strömen als die 350.000 Fans am vergangenen Sonntag. Dem Tag, an
dem die deutsche Nationalmannschaft in einem furiosen Spiel England mit 4:1
vom Platz fegte. Eine halbe Stunde vor Anpfiff musste die überfüllte
Fanmeile bereits geschlossen werden.
Doch die Fußballbegeisterten müssen mit dem bisherigen Platz auskommen. „So
wie es aussieht, wird zum Argentinien-Spiel zunächst nicht erweitert“, sagte
am Dienstag die Sprecherin des offiziellen Fanfestes des
Fußball-Weltverbandes FIFA, Anja Marx. Zum Spiel sind aber im Gefahrenfall
mehr Fluchtwege vorgesehen. Am Sonnabend werden mehr als 400.000 Fans
erwartet.
Senatssprecher Richard Meng sagte: „Gegen England hat die Meile ausgereicht,
damit müssen wir auch gegen Argentinien klarkommen.“ Meng sagte
weiter, der Senat würde sich noch mehr freuen, „wenn die Fußballfans auch in
größerer Zahl kämen, wenn Deutschland nicht spielt und andere tolle Spiele
wie Holland – Brasilien gezeigt werden“. Bisher hatte es starken Zustrom nur
bei Deutschland-Spielen gegeben. „Das ist doch etwas blöde für die Händler
auf der Meile“, sagte Meng. Er riet den Fans, früh zu kommen. „Wenn die
Meile voll ist, ist sie voll.“
Das gesamte Feiergelände im Tiergarten ist mit mannshohen Gittern umzäunt.
Bereits zum Achtelfinale am vergangenen Sonntag war die Zahl der Eingänge
auf zehn erweitert worden. In Abstimmung mit der Polizei achten die
Veranstalter verstärkt darauf, dass sich die Zuströme besser verteilen.
Mithilfe von Lautsprecher-Durchsagen sollen die herbeiströmenden Fans im
Interesse der Sicherheit besser gelenkt werden.
Bei Drängeleien von Fans, die zu spät auf das Gelände kommen wollten, waren
bereits in zwei Fällen Zäune umgestürzt. Verletzte gab es nicht. Ein
Polizeisprecher sagte beim England-Spiel, die Zäune seien so konstruiert und
aufgestellt, „dass sie im Ernstfall relativ leicht umkippen und der Weg nach
draußen frei ist“.
Eine zusätzliche Belastung für viele Besucher unter den Hunderttausenden
dürfte diesmal das Wetter sein. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes
hält die Hitzewelle nicht nur an, sondern sorgt am Samstag mit Temperaturen
bis zu 35 Grad für einen „WM- Rekord“ dieses Sommers.
Zuvor waren Forderungen nach einer Ausweitung
der Berliner Fanmeile laut geworden. Der Fußballfan und Berliner
FDP-Abgeordnete Sebastian Czaja war am Sonntag selbst auf der Straße des 17.
Juni und sagte: „Bis zum Argentinien-Spiel am Wochenende muss unbedingt was
passieren.“ Beim ersten Deutschland-Spiel sei die Fanmeile schon gut gefüllt
gewesen, aber „am Sonntag war mit 350.000 Besuchern die absolute Grenze
erreicht“, so Czaja. Fehlende Einigung zwischen den Veranstaltern und der
Stadt auf der einen Seite und noch nicht abgeschlossene Bauarbeiten auf der
Straße des 17. Juni andererseits verhindern zurzeit die Erweiterung der
Fanmeile. Czaja wirft Bezirk, Senatsverwaltung und Veranstaltern
„Bequemlichkeit“ vor. Wo ein Wille sei, sei auch ein Weg, so der
FDP-Abgeordnete. Seiner Ansicht nach seien die Baustellen auf der Straße des
17. Juni kein Hindernis für eine Erweiterung: „Es sollte doch kein Problem
sein, die Baustellen so zu sichern, dass die Berliner auf der Fanmeile nicht
mehr eingeengt feiern müssen“, sagt Czaja.
Der verkehrspolitische Sprecher der Berliner CDU,
Oliver Friederici, stimmte der Forderung zu, dass die Veranstalter die
Fanmeile bis zum Brandenburger Tor schnellstmöglich erweitern sollen. Für
eine rechtzeitige Lösung, besonders bei den beliebten Deutschland-Spielen,
schlägt er vor, „den Großen Stern temporär zu sperren“. So könne dort
zusätzlicher Platz für 40.000 Besucher entstehen, sagt Friederici. Eine
Erweiterung werde mehr Platz für die bislang noch dicht zusammengedrängt
stehenden Fußballfans bringen. Und die Händler aus dem Großraum Berlin, die
ihre Stände bis zum Finale am 11. Juli gepachtet haben, dürften bei einer
Erweiterung der Fanmeile auch bessere Geschäfte machen, so der
CDU-Politiker.
Um das Image von Berlin als Ziel bei Städtereisen attraktiver zu machen,
plädiert Holger Lunau, Pressesprecher der Industrie- und Handelskammer
Berlin, ebenfalls für eine Verlängerung der Fanmeile. „Je größer die
Fanmeile ist, desto mehr Fans feiern, und umso besser ist das Bild von
Berlin als Tourismusziel in der Welt“, sagt Lunau.
Zurzeit befindet sich der Haupteingang der Fanmeile auf Höhe der
Yitzhak-Rabin-Straße. Auf der Fläche vom Brandenburger Tor bis zu diesem
Eingang, die für eine Verlängerung der Fanmeile in Frage kommt, werden
derzeit die Bürgersteige saniert. Durch den Umbau sollen die Gehwege am
Tiergarten insgesamt fünf Meter breiter werden.BMO/dpa