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19.05.10

Ballacks Aus

Yeboah nimmt Boateng nach Foul in Schutz

Ghanas Nationalspieler und Ex-Bundesligaprofi Anthony Yeboah hat Kevin-Prince Boateng in Schutz genommen. Dieser habe auf keinen Fall die Absicht gehabt, Ballack für die WM auszuschalten. Boateng selbst versucht weiter sein Verhalten zu rechtfertigen - und schiebt Kritik an Ballack und dem DFB nach.

Getty Images/Getty

Englisches Pokalfinale im Mai 2010: Kevin-Prince Boateng vom FC Portsmouth trifft den damaligen Chelsea-Profi Michael Ballack am rechten Knöchel.

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Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Anthony Yeboah nimmt Kevin Boateng nach seinem Foul an Michael Ballack in Schutz. "Es ist sehr schade, dass Ballack ausfällt. Es tut mir leid für ihn. Aber das Foul war keine Absicht. Und es war auch nicht so brutal, wie manche sagen", sagte der ehemalige Nationalspieler Ghanas der Morgenpost Online.

Auch in Ghana werde über das Foul diskutiert, wenn auch längst nicht so sehr wie in Deutschland. "Kevin war in dem Spiel sauer auf sich selbst. Es tut ihm leid. Er hat sich entschuldigt. Er hat im Leben nicht dran gedacht, Ballack auszuschalten, weil bald das WM-Spiel gegen Deutschland ansteht. Er hat selbst früher für die deutsche Juniorenauswahl gespielt. So etwas passiert eben im Fußball."

Yeboah wurde im Trikot von Eintracht Frankfurt 1993 und 1994 Torschützenkönig der Bundesliga und spielte von 1997 bis 2001 für den Hamburger SV. Heute betreibt er in Ghana zwei Hotels.

Boateng selbst erhebt unterdessen schwere Vorwürfe gegen Ballack, Bundestrainer Joachim Löw und den Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Auf einem anderen Zettel als mein Foul steht seine Ohrfeige. Von ihm habe ich nichts dazu gehört. Ich denke, eine Tätlichkeit ist schlimmer als ein Foul aus dem Spiel heraus", sagte er der "Sport Bild".

Während des englischen Pokalfinales zwischen dem FC Chelsea und dem FC Portsmouth (1:0) sei er kurz vor seinem Foul mit Ballack aneinandergeraten. "Warum lässt du dich nicht einfach fallen, damit unser Spieler eine Karte bekommt? Warum provozierst du?", zitierte die "Sport Bild" eine Aussage Boatengs während der Partie. Daraufhin hatte Ballack ihm die Ohrfeige verpasst.

"Ich habe ihm dann gesagt, was er sich denn rausnehmen würde, mir ins Gesicht zu langen", sagte Boateng weiter. Drei Minuten später traf er im Mittelfeld den Deutschen per Grätsche. Ballacks WM-Aus war die Folge. "Dafür kann ich mich nur entschuldigen", betonte er.

Einerseits wehrt sich Boateng mit Macht gegen sein Negativ-Image, andererseits gießt er Öl ins Feuer. Er habe zu Ballack "noch nie" ein Verhältnis gehabt. "Hätte ich beim DFB so etwas gemacht wie Ballack, wäre ich fristlos geflogen. Bei ihm wird noch nicht einmal darüber geredet. Unfassbar, wie da beurteilt wird. Deswegen bin ich auch vom DFB weg und spiele nun für Ghana."

Dass Bundestrainer Löw für das Foul die Rote Karte gefordert habe, ärgert den 23-Jährigen. "Wenn ich das höre, sehe ich, wie mit zweierlei Maß gemessen wird. Sein Kapitän darf jemanden ohrfeigen? Das war eine klare Tätlichkeit. Mich wundert so ein Verhalten eines DFB-Kapitäns. Hätte ich so etwas gemacht, wäre ich auf Jahre verbannt worden."

Allerdings widerspricht sich Boateng, dessen für Deutschland spielender Halbbruder Jerome immer "der nette Bruder und ich der böse" sei. Sein Foul habe nichts mit Ballacks Ohrfeige zu tun gehabt. "Bei 80.000 Fans denkt man nicht an Rache. Ich komme einfach zu spät und treffe ihn voll. Es sah dumm aus."

mit sid

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