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17.05.10

Fußverletzung

Michael Ballack fällt für die Fußball-WM aus

Schock für Fußball-Deutschland: Kapitän Michael Ballack fällt für die Weltmeisterschaft in Südafrika aus. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund. Ballacks Fuß-Verletzung hat sich doch als schwer erwiesen. Er muss wochenlang pausieren. Bundestrainer Joachim Löw will aber nicht sofort einen Spieler nachnominieren.

REUTERS

Boateng tritt, ...

11 Bilder

Nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fällt Kapitän Michael Ballack aufgrund eines Innenbandrisses und Teilrisses der Syndesmose im rechten Sprunggelenk für die WM in Südafrika aus.

Ballack hatte seinen lädierten rechten Fuß am Montag in München von DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersuchen lassen. Eine Kernspintomographie wurde vorgenommen.

Ballack war im englischen Cupfinale, das Chelsea am Samstag gegen Absteiger FC Portsmouth 1:0 gewonnen hatte, vom einstigen Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng brutal gefoult worden. Dieser hatte für das Foulspiel lediglich eine Gelbe Karte kassiert.

Das rechte Sprunggelenk des 33-jährigen Ballack wird nun für vier Wochen in einem Gipsverband ruhig gestellt worden, danach soll eine weitere Ruhigstellung in einem Spezialschuh erfolgen. Nach der aktuellen Diagnose von Nationalmannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt ist mit einer völligen Heilung der Verletzung zu rechnen. Der Wiedereinstieg ist für Ballack allerdings frühestens in acht Wochen möglich. Für Ballack dürfte damit die Hoffnung auf seine letzte Teilnahme an einer WM geplatzt sein.

"Die Enttäuschung ist natürlich groß. Wenn man zwei oder drei Wochen vor der WM eine solche Diagnose erhält, ist das natürlich bitter. So ist aber Fußball, es muss weitergehen", sagte Ballack nach der Kernspintomografie.

Der 98-malige Nationalspieler Ballack war in einer Nacht- und Nebelaktion am Sonntag in die bayerische Landeshauptstadt geflogen, nachdem er am Morgen mit Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt telefoniert hatte. Er flog aber schon am Sonntagabend von einem Londoner Privatflughafen aus gemeinsam mit seiner Familie nach München, um sich am Montag um 11 Uhr einer Kernspintomografie zu unterziehen. Der 33-Jährige hatte dabei noch Glück, dass er England überhaupt verlassen konnte. Denn wegen der Vulkanasche wurde der Flugraum über der englischen Hauptstadt kurz nach Ballacks Abflug am Sonntagabend komplett gesperrt.

Inzwischen sprechen Ballack und sein Berater davon, die rüde Attacke würde nach Vorsatz aussehen. "Das sah schon nach Absicht aus", hatte Ballack gesagt. Kevin-Prince Boateng spielt bei der WM für Ghana, sein Bruder Jerome ist deutscher Nationalspieler.

Löw kurzzeitig unter Schock

Bundestrainer Löw, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und die Mannschaft erreichte die Schreckensmeldung aus München beim Vormittagstraining. "Im ersten Moment war ich geschockt", sagte Löw. "Es ist für uns natürlich ein großer Verlust, Michael ist ein Weltklassespieler und unser Kapitän." Es heiße jetzt alle Kräfte zu bündeln: "Von Resignation kann bei uns keine Rede sein. Wir können nach wie vor ein gutes Turnier spielen. Wir sind überzeugt, dass wir eine gute WM spielen." Nun müssten eben andere die Verantwortung übernehmen, so Löw weiter.

Löw verzichtet zunächst auf eine Nachnominierung und will das Champions-League-Finale am kommenden Samstag (22. Mai) zwischen Bayern München und Inter Mailand in Madrid abwarten.

Der Kapitän galt als wichtigste Säule im WM-Plan von Löw und sollte das Team in Südafrika zum vierten WM-Titel führen. "Man muss immer damit rechnen, dass auch mal Leistungsträger ausfallen während eines Turniers oder im Vorfeld", hatte Löw am Sonntag im Trainingslager der DFB-Auswahl in Sizilien gesagt. Da hatte er noch darauf gehofft, dass die Verletzung nicht so schwer sei.

Vogts sieht Schweinsteiger als neue Führungsperson

"Der Kapitän fehlt, das ist ein enormer Verlust. Für viele Spieler könnte dieser Ausfall aber auch ein Impuls sein, noch mehr Gas zu geben, kommentierte der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts das WM-Aus Ballacks. Bastian Schweinsteiger ist zum Beispiel in einer Superform. Ich glaube, dass er einer der herausragenden Persönlichkeiten dieser WM werden kann und werden wird."

"Das ist brutal, furchtbar für Michael. Er war ja noch vor wenigen Tagen zum Bernd-Schneider-Abschiedsspiel bei uns", sagte Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler. Er war da voller Optimismus und wollte eine super WM spielen. Es tut mir natürlich für ihn sehr leid. Es gibt Spieler, die kann eine Mannschaft nur schwer ersetzen, dazu zählt sicherlich ein Michael Ballack." Unter Völler hatte Ballack die deutsche Auswahl 2002 ins WM-Finale gegen Brasilien in Yokohama geschossen.

Quelle: sid/dpa/sh
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