24.09.11

Füchse Berlin

Christophersen auf dem Weg zum Führungsspieler

Mit 18 Toren in drei Liga-Spielen ist Sven-Sören Christophersen bester Werfer der Berliner Handball-Füchse. Nun will er auf dem Feld mehr Verantwortung übernehmen und zum Führungsspieler werden. Weltstar Iker Romero hat er davon bereits überzeugt.

Foto: picture-alliance / Augenklick
VfL Gummersbach - Füchse Berlin
Wurfgewaltig: Seine Tore machen Sven-Sören Christophersen zum Anführer

Sein persönliches Ziel ist ambitioniert. Aber natürlich weiß Sven-Sören Christophersen selbst am besten, was er zu leisten imstande ist, und so ist das Vorhaben denn auch mit Bedacht formuliert. "Mein Ziel ist es, in der Mannschaft zur Führungsposition zu werden und die verschiedenen Aufgaben auch außerhalb der Mannschaft zu übernehmen", beschreibt der Rückraumspieler des Berliner Bundesligaklubs sein Begehr und blickt auch ehrgeizig auf seine Entwicklung in der Nationalmannschaft: "Dort will ich mehr Verantwortung übernehmen und eine tragende Rolle einnehmen."

Führungsanspruch mit 26 Jahren

Mit seinen 26 Jahren befindet sich Christophersen, der mit den Füchsen am Sonntag seinen Ex-Klub HSG Wetzlar empfängt (17.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle), in der Blüte der sportlichen Leistungsfähigkeit. Auch deshalb will er jetzt so richtig durchstarten. "Ich bin an einem Zeitpunkt in meiner Karriere angelangt, an dem ich mich am Leistungsoptimum bewege, und ich will mit den Füchsen noch viel erreichen", sagt der Rechtshänder. Und Christophersen, der von seinen Team-Kollegen und Freunden "Smöre" genannt wird, zeigte mit dem ersten Ballwechsel der Saison, dass er exzellent in Form ist. So war er bei den Siegen in Hannover und in Magdeburg mit acht und sieben Toren jeweils bester Werfer seines Teams, beim furiosen 26:25-Erfolg gegen den HSV Hamburg waren es drei Treffer. Mit insgesamt 18 Toren führt Christophersen die mannschaftsinterne Statistik wie schon am Ende der vorherigen Saison (153 Treffer) an.

Doch "Smöre" wirft nicht nur viele und schöne Tore aus dem Rückraum, wo er meist auf der halblinken Königsposition agiert, er reißt zunehmend auch seine Teamkollegen mit und übernimmt in brenzligen Situationen Verantwortung. Das sah mit Freude auch der neue Bundestrainer Martin Heuberger live in Magdeburg. "Sven-Sören Christophersen hat gezeigt, dass er ein absoluter Leistungsträger ist." Bislang stand der Berliner in der Nationalmannschaft stets hinter Pascal Hens (HSV) und Lars Kaufmann (Flensburg) als dritter Mann hintenan, bei der Europameisterschaft im Januar in Serbien will sich Christophersen mit der deutschen Auswahl für die Olympischen Spiele in London qualifizieren. Durchaus mit guten Aussichten, in die erste Reihe vorzupreschen, wie Klubkollege Iker Romero meint. "Christophersen ist Deutschlands bester Halblinker", sagt der spanische Weltmeister und Champions-League-Gewinner. "Ich kann nicht verstehen, dass er sich immer hinter Hens und Kaufmann anstellen muss."

Im Sommer 2010 war der 1,98 Meter große Blondschopf von der HSG Wetzlar nach Berlin gewechselt, seitdem hat er sich stetig gesteigert. "Es war genau der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt", sagt der Torjäger, "das Konzept und die Philosophie des Klubs passen zu mir. Bei den Füchsen fühlt sich alles richtig gut an."

Vertrag bis 2015

Die Chefetage der Füchse hat die Qualität des Nationalspielers natürlich längst erkannt und ihn langfristig an den Verein gebunden. So unterschrieb Christophersen jüngst einen Vertrag bis 2015. "Ich fühle mich sehr wohl hier, bin auch privat in Berlin richtig glücklich", sagt er. Geschäftsführer Bob Hanning sieht den Vertrag als Vertrauensbeweis beider Seiten. "Sven-Sören Christophersen soll über die Jahre der Kopf des Vereins werden", sagt der Manager.

Die Füchse legen Wert auf Kontinuität und Verlässlichkeit. Dazu gehört auch, dass die Gehälter stets pünktlich gezahlt werden und die ausgegebenen Parolen nicht nur leere Worthülsen sind. "Wir haben unsere Werte und Ideale, und Sven-Sören passt ideal zu uns, weil er ein besonderer Mensch ist mit einem tollen Charakter." Der Nationalspieler will aber nicht nur auf dem Platz glänzen, auch abseits des Spielfeldes will er eine Führungsfigur sein. "Es bereitet mir große Freude, jungen Spielern zu helfen und sie beim Heranführen an die Mannschaft und die Bundesliga zu unterstützen."

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