Handball
So führt Spoljaric die Füchse nach Europa
Denis Spoljaric weiß, wie man große Spiele gewinnt. Der Kroate war Weltmeister, Olympia- und Pokalsieger. Nun soll er mit den Füchsen nicht nur die Bundesliga aufmischen.
Von Theo Breiding
Viele Talente zu haben, ist gut. Auch harte Arbeiter und emotionale Anführer sind wichtig. Richtig rund ist ein Mannschaftskader erst mit einem Spieler, der weiß, wie man große Spiele gewinnt und Titel holt. Genau den haben die Füchse mit Denis Spoljaric gerade verpflichtet. Der 30-jährige Kroate bestritt über 130 Länderspiele, wurde 2003 Weltmeister und 2004 Olympiasieger, holte den Europapokal (2002), war elfmal Kroatischer, aber mit Winterthur auch Schweizer und mit Celje Slowenischer Meister. Auch die zehn Pokalsiege in Kroatien seien erwähnt. Steht man dem stattlichen Herrn gegenüber, der bei 1,95 Meter 100 Kilo auf die Waage bringt, braucht man nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie er auf dem Feld zu Werke geht. Viel überraschender: Der neue Star der Füchse beantwortet alle Fragen mit einem Lächeln und gut verständlichem Deutsch.
Morgenpost Online: Sie haben erst kurz vorm Start der Saisonvorbereitung in Berlin für zwei Jahre unterschrieben. Warum?
Denis Spoljaric: Ich hatte zwei Angebote aus Polen und eines aus Spanien gehabt und auch eines von Al Sad aus Beirut. Für den Klub hatte ich zwei Wochen lang bei Vereins-Weltmeisterschaft in Doha gespielt. Aber ernsthaft darüber nachgedacht habe ich nicht, so ein Angebot nehme ich erst an, wenn ich 35 oder 36 bin. Ich habe bislang in Kroatien, Slowenien und in der Schweiz gespielt, aber noch nie in der Bundesliga, der stärksten Liga der Welt. Das ist eine große Herausforderung, auf die ich mich jetzt freue.
Morgenpost Online: Es hieß schon im Mai, dass Sie bei den Füchsen unterschreiben würden. Aber damals sagten Sie ab.
Denis Spoljaric: Zu der Zeit hatte ich auch ein gutes Angebot von Zagreb und wollte mit dem Klub in Ruhe sprechen. Außerdem ist meine Erfahrung, es in Vertragsangelegenheiten ruhig angehen zu lassen und nichts zu übereilen.
Morgenpost Online: Was sind Ihre Ziele mit den Füchsen?
Denis Spoljaric: Die Politik des Klubs ist, immer einen Schritt nach vorn zu machen. Letztes Jahr beendeten die Füchse ja auf dem neunten Platz, nur zwei Tore fehlten zum achten Platz und einem Startplatz in Europa. In der kommenden Saison sollte es schon zum fünften oder sechsten Platz und der Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb reichen.
Morgenpost Online: Ihr Trainer Dagur Sigurdsson erwartet durch Sie und Ihre Präsenz mehr Stabilität in der Abwehr. Sind Sie ein reiner Defensiv-Spezialist?
Denis Spoljaric: In Zagreb habe ich mehr in der Abwehr gespielt, in Celje und auch allen anderen Klubs habe ich aber durchgespielt, in der Abwehr aber auch im Angriff.
Morgenpost Online: Wie wichtig ist es, mit Ivan Nincevic einen Landsmann im Team zu haben?
Denis Spoljaric: Ivan hat mir bislang schon sehr geholfen, ich kann in seiner Wohnung übernachten, bis ich eine eigene habe. Außerdem ist es natürlich gut, wenn man sich in seiner Muttersprache unterhalten kann. Wir haben ja schon zwei, drei Jahre in Zagreb zusammen gespielt. Ich freue mich, jetzt wieder mit ihm in einer Mannschaft zu spielen. Er ist rasend schnell.
Morgenpost Online: Wird Ihre Familie mit Ihnen nach Berlin kommen?
Denis Spoljaric: Ja, später. Meine Frau erwartet gerade unser zweites Kind, einen Jungen. Er soll im August kommen und vielleicht kommt er ja genau an meinem Geburtstag, dem 20. August. Unsere Tochter Nja ist anderthalb Jahre. Ich denke, so vier Wochen nach der Geburt unseres Sohnes werden dann alle zu mir nach Berlin kommen.
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