Handball-Bundesliga
Olympiasieger Spoljaric kommt zu Berliner Füchsen
Den Füchsen Berlin ist für die kommende Spielzeit in der Handball-Bundesliga ein Transfercoup gelungen. Wenige Tage vor dem Trainingsstart am kommenden Montag verpflichteten die Berliner den Kroaten Denis Spoljaric für zwei Jahre.
Von Sebastian Arlt
Am kommenden Montag beginnen die Handball-Füchse mit ihrer Vorbereitung auf die Saison 2010/11 – und wenige Tage davor hat der Bundesligist noch einmal spektakulär auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Es ist Bob Hanning der Stolz anzumerken, wenn er von einem "Kracher" spricht, den die Füchse "an Land gezogen haben", so der Geschäftsführer.
Der neue Fuchs, dessen Verpflichtung am Dienstag offiziell verkündet wurde, heißt Denis Spoljaric, ist kroatischer Nationalspieler, Rückraumspieler (Rechtshänder) und Abwehrstratege. "Einerseits macht er unseren Rückraum noch flexibler und damit noch gefährlicher, andererseits wird er helfen, die Abwehr noch weiter zu verstärken", sagt Hanning.
Stichwort Rückraum: Da sind die Berliner mit Bartlomiej Jaszka, Michael Kubisztal, Runar Karason, Alexander Petersson und Sven-Sören Christophersen sowie jetzt eben Spoljaric hervorragend besetzt. Stichwort Abwehr: Hier kann der Neue den bisherigen Abwehrchef Stian Vatne entlasten. Dieser war in der vergangenen Saison monatelang wegen einer Knieverletzung ausgefallen, wird aber vollständig wiederhergestellt die neue Saison in Angriff nehmen. "Grundvoraussetzung" für den Transfer des Kroaten, so Hanning, sei der Wechsel von Sebastian Schneider nach Lemgo gewesen. Man sparte dessen Gehalt ein, kassierte zudem eine Ablöse aus Lemgo. "So war das Ganze jetzt wirtschaftlich darstellbar."
Spoljaric, der von RK Zagreb nach Berlin wechselt und bei den Füchsen einen Zweijahresvertrag unterschrieb, ist 1,95 Meter groß und wiegt 100 Kilogramm. Die Aufzählung seiner Erfolge liest sich eindrucksvoll: Insgesamt mehr als 130 Länderspiele für Kroatien, mit dem Team 2003 Weltmeister, 2004 Olympiasieger, 2009 noch einmal WM-Zweiter. Bei der EM 2010 in Österreich gehörte er nicht zum Kader, war aber mit der Nationalmannschaft im Mai beim "Super Globe" in Katar wieder im Einsatz.
Mit Zagreb wurde der 30-Jährige 2002 Europapokalsieger, Kroatischer Meister (11 Mal) und Pokalsieger (10 Mal); während Engagements bei Pfadi Winterthur in der Schweiz und beim slowenischen Spitzenklub RK Celje holte er nationale Titel. Von den jeweils einjährigen Gastspielen in der Schweiz und in Slowenien abgesehen, war Spoljaric immer sehr bodenständig, spielte nur für R.K. Croatia Osiguranje Zagreb, wo er bereits in der Jugend aktiv war.
"Wir haben jetzt die stärkste Mannschaft, die die Füchse jemals gehabt haben", freut sich Hanning. Durch die drei Neuen macht das Berliner Team (Saisonbeginn ist am 28.8. bei Hannover-Burgdorf, erstes Heimspiel am 5.9. gegen Nettelstedt-Lübbecke) vom spielerischen Potenzial her noch einmal einen gewaltigen Sprung nach vorn. Neben Spoljaric sind Petersson und Christophersen neu im Team von Cheftrainer Dagur Sigurdsson. Petersson ist isländischer Nationalspieler und kommt von der SG Flensburg-Handewitt. Christophersen gehört zum deutschen Nationalteam und stand vorher in Wetzlar unter Vertrag.
Mit der nun so starken Besetzung kann das Ziel der Füchse für die Spielzeit 2010/11 doch nur heißen, sich für die europäische Bühne zu qualifizieren. Doch Hanning warnt: "Ich bin keiner, der Luftschlösser baut. Nach oben ist die Luft sehr dünn, man muss abwarten, wie viele Bundesligateams sich wirklich für Europa qualifizieren." Das können – je nach deutschen Erfolgen in den europäischen Wettbewerben – fünf, aber auch bis zu acht sein. Zuletzt waren es acht. Die Füchse wurden Neunter – am Ende fehlte ein Tor. Über allem steht laut Bob Hanning: "Wir wollen uns von Jahr zu Jahr verbessern."
Und darauf wird sich Trainer Sigurdsson nun voll und ganz konzentrieren können. Vorher war der Isländer ja in Personalunion auch österreichischer Nationaltrainer. Hanning geht davon aus, dass – wie vereinbart – nach der WM-Qualifikation vor einigen Wochen beim Team Österreich nun Schluss ist.
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