Handball
"Heinevetter hat Mitschuld an Beiß-Attacke"
Die Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar nehmen Silvio Heinevetter ins Visier: Der National-Torhüter und Keeper der Berliner Füchse trage eine Mitschuld daran, dass es nach dem Spiel Berlin-Wetzlaer am Sonntag zu Eskalationen kam. Wetzlaers Spieler Giorgos Chalkidis hatte den den Berliner Mark Bult gebissen. Chalkidis ist inzqwischen gesperrt und muss eine Geldstrafe zahlen. Heinevetter, so der Vorwurf, habe Chalkidis provoziert.
Natürlich richteten sich alle Augen auf die Schauspielerin, die seit kurzem mit dem Füchse-Torwart Silvio Heinevetter liiert ist.
"Sicher ist das aggressive Auftreten des Spielers Chalkidis nach dem Spiel in dieser Form nicht zu entschuldigen und entspricht nicht der Vorbildfunktion, der ein erfahrener Nationalspieler und Akteur der Handball-Bundesliga gerecht werden sollte. Trotz allem sehen wir den Spieler Chalkidis nicht als Alleinschuldigen, sondern müssen mindestens eine Teilschuld an der letztlichen Eskalation auch Heinevetter zuweisen", hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung der HSG Wetzlar. Füchse-Keeper Heinevetter soll "mehrfach provoziert" haben. Von den Berliner Füchsen gab es keine Äußerung zum Thema.
Heinevetter habe während des Spiels "wiederholt versucht, Akteure der HSG Wetzlar durch sein Verhalten zu provozieren". Nach Spielende dann habe sich Heinevetter "unangebracht gegenüber dem Wetzlarer Akteur Michael Allendorf" verhalten. Allendorf sagte laut der Mitteilung des HSG Wetzlaer, Heinevetter habe ihn "Brust an Brust stehend verhöhnt". Dabei, heißt es weiter, "kam es dann zu einer Rudel-Bildung auf dem Parkett". Chalkidis habe Heinevetter und Allendorf trennen wollen, anschließend sei es "zu einer längeren verbalen Auseinandersetzung zwischen den Spielern Bult und Chalkidis" gekommen - und zur Beiß-Attacke. Der von Chalkidis gebissene Bult hatte der Zeitung "B.Z." gesagt: "Der hat mir in den Bauch geschlagen. Ich habe mich gewehrt und zurückgeschlagen. Da beißt er mich in den Oberarm. Es hat geblutet."
"Wir äußern uns zu diesem Fall nicht", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning auf Anfrage. Unabhängig von der Schuldfrage unterstrich Wetzlar noch einmal: "Gegen die von der HBL verhängte Strafe gegen den Spieler Chalkidis wird der Verein keinen Einspruch einlegen."
Chalkidis muss wegen seines Angriffs nun fünf Spiele pausieren und 3000 Euro Strafe zahlen. Seine Strafe ist eine der höchsten in der Geschichte der Handball-Bundesliga erhalten. "Die Schiedsrichter haben den Biss deutlich gesehen und im Spielbericht festgehalten. Beißen ist eine Tätlichkeit, da kommt man mit zwei Spielen Sperre eben nicht mehr aus. Nur Spucken bewerte ich noch höher", sagte HBL-Justiziar und Ex-Nationaltorwart Andreas Thiel. Uwe Stemberg, Spielwart des Deutschen Handball-Bundes (DHB), sagte, er habe in seiner 18-jährigen Tätigkeit "noch keine vergleichbare Szene erlebt". Thiel verwies darauf, dass nicht die mögliche Höchstsperre von zehn Spielen Sperre und 15.000 Euro Geldstrafe verhängt worden ist.
Bult kam für seine Beteiligung an der Rangelei ebenso ungeschoren davon wie Heinevetter, da die Schiedsrichter nur Chalkidis' Tätlichkeit im Spielbericht vermerkten. Wetzlars Trainer Michael Roth hatte schon nach dem Spiel schwere Vorwürfe gegen Heinevetter erhoben: "Der ist ein Provokateur, der muss endlich mal bestraft werden."
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