Handball
Füchse besiegen Wetzlar 28:26
Der Handball-Bundesligist Füchse Berlin hat seine Siegesserie am Sonntag in der Berliner Max-Schmeling-Halle fortgesetzt. Die Gastgeber mit 28:26 (16:12) gegen die HSG Wetzlar. Trotz dieses dritten Sieges in Folge verbleiben die Hauptstadt-Handballer vorerst auf Platz 9.
Von Alexandra Gross
Es waren 71 Sekunden gespielt, da gab Sven-Sören Christophersen in der Max-Schmeling-Halle eine erste Kostprobe seines Könnens. Dynamisch schraubte sich der 24 Jahre alte Handballprofi der HSG Wetzlar, der im Sommer zu den Füchsen Berlin wechselt, in die Höhe und zog mit dem rechten Arm kraftvoll durch. Sein Sprungwurf brachte die Gäste vor 8206 Zuschauern mit 1:0 in Führung. Die Füchse ließen sich davon nicht beeindrucken und traten fortan im Stile einer selbstbewussten Heimmannschaft auf. Zwar wurde es am Ende noch einmal eng, doch mit dem 28:26 (16:12) gelang den Berlinern bereits der dritte Sieg in Folge.
Trainer Dagur Sigurdsson war nach einer hoch spannenden Schlussphase, in der die Füchse den Erfolg beinahe noch aus der Hand gegeben hätten, sichtlich erleichtert. "Das war kein klarer Sieg", sagte der Coach. Gäste-Trainer Michael Roth sprach seiner Mannschaft ein großes Lob aus. "Meine Spieler haben kämpferisch alles versucht und viel dazu beigetragen, dass es ein spannendes Spiel war. Wir haben die Füchse am Ende noch in Verlegenheit gebracht."
In den letzten Sekunden kochten die Emotionen in der Schmeling-Halle tatsächlich hoch, die Atmosphäre war hitzig. Nach der Schlusssirene zeigte sich Wetzlars Grieche Georgios Chalkidis als schlechter Verlierer, er biss den Berliner Mark Bult in den Oberarm, worauf es zu Handgreiflichkeiten kam. Im Kabinengang gerieten die beiden Streithähne erneut aneinander, konnten dann aber getrennt werden und ihre erhitzten Gemüter kühlen.
Seit 2007 hatten die Füchse vor heimischer Kulisse gegen Wetzlar nicht gewinnen können, sie bezeichneten die Mittelhessen fortan gar als Angstgegner. Das ist nun Geschichte. Der flinke Linksaußen Ivan Nincevic brachte die Platzherren mit einem Kunstwurf, bei dem er den Ball nach einer Drehung um die eigene Körperachse ins Tor schleuderte, in Führung. Sowieso war der Kroate gestern wieder einmal glänzend aufgelegt, mit acht Toren war Nincevic am Ende bester Berliner Werfer. Rasch bauten die Füchse ihren Vorsprung aus. Sie bestimmten das Tempo, trugen zur Freude des Publikums immer wieder sehenswerte Angriffe vor. Auch dank Nincevic. Auf der Gegenseite zeigte Christophersen immer wieder seine Klasse. Der deutsche Nationalspieler warf von der halblinken Königsposition insgesamt neun Tore. Natürlich wollte sich Christophersen bei seinem künftigen Arbeitgeber von seiner besten Seite zeigen, und das gelang ihm auch. "Aber bis zum Sommer schlägt mein Sportlerherz noch für Wetzlar", sagte der 24-Jährige.
Die Füchse beherrschten gegen Wetzlar das Geschehen, in der 50. Minute führten sie bereits mit sieben Toren (27:20). Dann aber schlich sich eine Lässigkeit ins Berliner Spiel, die Wetzlar die Möglichkeit eröffnete, wieder heranzukommen. Und beinahe wäre den Gästen der Ausgleich gelungen, doch mit ein bisschen Glück sicherten die Füchse den Sieg. "Wir haben es uns selber schwer gemacht", sagte Sigurdsson, "aber am Ende haben wir doch verdient gewonnen."
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