Handball
Füchse wollen in Lemgo eine Sensation schaffen
Montag, 8. Februar 2010 19:39 - Von Alexandra GroßDie Berliner sind in Lemgo nur Außenseiter. Doch das Ziel ist für die Füchse klar: ein Sieg und damit zwei wertvolle Punkte im Kampf um den möglichen Europapokal-Platz. Ivan Nincevic, der kroatische Linksaußen, liefert dabei seine Premiere ab.

Der Nachwuchs verlangt auch am Ehrentag fachkundige Anleitung. Also steht Bob Hanning, der am Dienstag 42 Jahre alt wird, wie jeden Tag früh auf, denn um 7.45 Uhr beginnt schon die Trainingseinheit in der Eliteschule des Sports in Hohenschönhausen, wo der Geschäftsführer der Füchse Berlin die regionalen Talente in die hohe Kunst des Handballs einweist. Anschließend fährt Hanning nach Lemgo, wo am Dienstagabend die Bundesligapartie gegen den ortsansässigen TBV steigt (20.15 Uhr, live im Morgenpost-Ticker). Und sein Geburtstagswunsch ist klar: ein Sieg über Lemgo und damit zwei wertvolle Punkte im Kampf um den möglichen Europapokalplatz.
Es mag freilich Wünsche geben, die leichter zu erfüllen sind. „Denn das wird eine sehr schwere Aufgabe“, weiß Dagur Sigurdsson, „Lemgo ist zu Hause enorm stark.“ Seit vergangenem Mittwoch erst hat der Füchse-Trainer seine Spieler nach der Europameisterschaft in Österreich wieder beisammen. Eine kurze Zeit, um nach sechswöchiger Liga-Pause wieder die perfekte Abstimmung zu erlangen. Aber diese Schwierigkeit hat natürlich auch Lemgo.
Umso spannender ist die Frage, welches Team besser aus der EM-Pause heraus in die zweite Saisonhälfte startet. „Einige sind mit guten, einige mit schlechten Erfahrungen von der EM heimgekehrt“, sagt Sigurdsson, der selbst die Mannschaft des Gastgebers betreut hat. Jetzt gelte es, sich wieder ganz auf den Verein zu konzentrieren. „Das spielt sich viel im Kopf ab.“
Ernsthafte Sorgen bereitet dem Isländer der Ausfall von Abwehrchef Stian Vatne. Der Norweger hat sich wie Konrad Wilczynski bei der EM verletzt und fehlt vorerst. „Wir müssen abwarten, ob wir ohne Vatne in der Defensive stabil genug sind.“ Da auch Kjetil Strand nach Erkältung nicht mit von der Partie ist, setzt Sigurdsson für das Spiel gegen Lemgo auf die Trumpfkarte Teamgeist: „Nur wenn wir als Einheit auftreten und leidenschaftlich kämpfen, können wir gegen Lemgo bestehen und die Ausfälle kompensieren.“
Bob Hanning erwartet ebenfalls Engagement und Einsatz: „Wir sind natürlich klarer Außenseiter, aber vielleicht gelingt uns ja eine kleine Sensation.“ Jammern jedenfalls gilt nicht. Oder wie Geburtstagskind Hanning sagt: „Ich denke stets in Lösungen, nicht in Problemen.“ Kapitän Torsten Laen hat die Botschaft verstanden. „Wir werden in Lemgo alles dafür tun, um gut in die Rückrunde zu starten.“
Premiere für Linksaußen Nincevic
Eine Schwierigkeit hat Manager Hanning bereits während der kontinentalen Titelkämpfe gemeistert. So verpflichteten die Füchse nach der Verletzung Wilczynskis kurzfristig mit Ivan Nincevic einen Ersatz bis Saisonende. Der kroatische Linksaußen gibt am Dienstag seine Premiere im Trikot der Berliner. Dank seiner guten Sprachkenntnisse hat sich der 28-Jährige hervorragend eingefügt. „Ivan spielt wie Konrad Wilczynski einen schnellen Gegenstoß und hat einige Tricks auf Lager“, frohlockt Sigurdsson, „er ist sehr ehrgeizig und wird seine Sache gut machen.“
Favorit Lemgo jedenfalls ist gewarnt und gibt sich alles andere als siegessicher. „Die Füchse haben eine ambitionierte Mannschaft und sind auf einem guten Weg, sich auch in der oberen Tabellenregion festzusetzen“, sagt TBV-Geschäftsführer Volker Zerbe, „wir dürfen uns keine Schwächephase erlauben.“


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