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Handball

Füchse Berlin verpflichten Kroaten Nincevic

Weil sich Torjäger Konrad Wilczynski bei der Handball-EM in Österreich an der Wurfhand verletzt hat und operiert werden muss, haben die Füchse Berlin Ivan Nincevic als Ersatz verpflichtet. Der Kroate erhält einen Vertrag bis Saisonende und kommt ablösefrei vom kroatischen Zweitligisten RK Zadar.

Das Leben eines Profisportlers verlangt mitunter ein Höchstmaß an Flexibilität. Gilt es doch, den eigenen Marktwert durch ein möglichst attraktives Umfeld zu steigern, und dafür muss eben auch mal rasch ein Ortswechsel her. Diese Bereitschaft signalisierte zuletzt auch Handballprofi Ivan Nincevic. Der 28-jährige Kroate war bereit, den Zweitligisten RK Zadar ablösefrei zu verlassen – aber die Bundesliga sollte es als Destination schon sein. „Denn die ist nun mal die beste Liga, die es weltweit gibt“, frohlockt Nincevic.

Die kommenden Tage wird der Rechtshänder an der Adriaküste eifrig seine Taschen packen, bereits am Sonntag wird er in der deutschen Hauptstadt erwartet – bei seinem neuen Arbeitgeber, den Füchsen Berlin. Dort wird der Kroate den verletzten Torjäger Konrad Wilczynski in der Rückrunde ersetzen. „Wir mussten schnell reagieren, da Wechsel nur bis zum 15. Februar möglich sind“, sagt Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, der Donnerstagvormittag zur Europameisterschaft nach Wien reiste.

Nincevic ist ein erfahrener Mann auf der Linksaußenposition. Der Ex-Nationalspieler gewann 2009 mit Kroatien WM-Silber im eigenen Land, bestritt insgesamt 25 A-Länderspiele. Der 1,85-m-Mann spielte mehrmals in der Champions League, holte vier nationale Meistertitel sowie drei Pokalerfolge. „Nincevic ist torgefährlich, vor allem auch im Gegenstoß. Außerdem kennt er die Liga, spricht deutsch und kann sofort nach Berlin kommen“, freut sich Hanning auf die Neuverpflichtung.

Dass Nincevic der deutschen Sprache mächtig ist, liegt auch an seinem einstigen Engagement an der Ostsee. So war der Linksaußen in der Bundesliga zuletzt beim inzwischen insolventen Stralsunder HV aktiv, zuvor hatte Nincevic zwei Jahre hintereinander als Torschützenkönig der Zweiten Liga Nord geglänzt. „Ich sehe es als große Chance an, mich jetzt bei den Füchsen zu beweisen“, sagt der Kroate und verspricht: „Ich werde alles geben, um den Erwartungen in Berlin gerecht zu werden.“

Schnelle Eingewöhnung möglich

Hanning traut dem Zugang einiges zu. Er sei mit allen Wassern gewaschen, sagt der Manager, „Nincevic ist ein Schlitzohr.“ Und der Kroate kennt sich durch sein früheres Engagement in der Beletage des deutschen Handballs aus. Hanning: „Ich muss ihm nicht groß erklären, wie die Liga tickt und welche Besonderheiten die verschiedenen Hallen haben.“ Alles spricht also für eine schnelle Eingewöhnung.

Und die muss auch sein, immerhin beginnt am Montag bereits mit allen Füchse-Spielern und Trainer Dagur Sigurdsson die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte, die am 9. Februar mit der Partie beim TBV Lemgo beginnt.

Die Freude bei den Füchsen, so schnell Ersatz für Publikumsliebling Konrad Wilczynski gefunden zu haben, ist groß. Der Österreicher hatte sich bei der EM an der Wurfhand verletzt, er soll heute in Wien operiert werden und fällt danach mehrere Monate aus. Auch Abwehrchef Stian Vatne hatte es bei den Titelkämpfen in der Alpenrepublik erwischt, der Norweger erlitt einen Muskelfaserriss. Eine weitere Nachverpflichtung ist aber nicht geplant.

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