Handball
Füchse erleiden erneut Heimniederlage
Die Füchse haben in der Max- Schmeling-Halle gegen die Gäste aus Großwallstadt 32:34 verloren. Dabei scheiterten die Füchse weniger am Gegner als an sich selbst. Es ist bereits die fünfte Heimpleite für die Berliner. Der Traum vom Europapokal rückt nun in weite Ferne.
Von Alexandra Gross
Trotz der großen Enttäuschung wusste der Kapitän um seine Verantwortung. Also sammelte Torsten Laen im Kabinengang der Max-Schmeling-Halle rasch seine Teamkollegen zusammen und führte sie zu der Tribünenecke, in der die treuesten Berliner Fans geduldig ausharrten, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Die Anhänger des Handball-Bundesligisten hatten gestern gegen den TV Großwallstadt allerdings wenig Grund zur Freude, die Füchse unterlagen dem Traditionsklub mit 32:34 (16:17).
Dabei scheiterten die Gastgeber 8731 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle weniger am Gegner als vielmehr an sich selbst.
"Ich hatte gehofft, dass sich das Selbstbewusstsein aus den beiden Siegen zuvor auch gegen Großwallstadt fortsetzt, aber das ist uns leider nicht gelungen", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning und war sichtlich niedergeschlagen. "Wir hatten genug Möglichkeiten, dieses Spiel zu gewinnen, aber wir haben sie nicht genutzt und daher auch verdient verloren."
Dabei hatten sich die Füchse gegen das Team aus Unterfranken so viel vorgenommen, sie wollten ihre bislang magere Bilanz von nur vier Punkten vor heimischer Kulisse endlich aufbessern. "Großwallstadt gehört zu den Mannschaften, die wir in dieser Saison zu Hause besiegen wollen", lautete die Parole von Hanning. In ihrer dritten Bundesliga-Spielzeit streben die Berliner einen Platz an, der zur Teilnahme am Europapokal berechtigt, doch mit einer Leistung, wie sie die Profis gestern ablieferten, wird dieses Ziel nur schwerlich erreichbar sein. "Wir hatten überhaupt keine Abwehrleistung und ein kollektives Versagen bei den Torhütern", grantelte Hanning.
Statt wie bisher auf Nationaltorhüter Silvio Heinevetter zu vertrauen, setzte Trainer Sigurdsson zunächst auf Publikumsliebling Petr Stochl. Sind beide in Topform, bilden sie wohl das beste Duo der Liga, gestern bekamen die Keeper aber kaum einen Ball zu fassen. Zu Beginn hielt Stochl noch gut, so dass die Füchse durch Tempogegenstöße in Führung gingen (5:1, 9. Minute), doch dann war es mit der Herrlichkeit schon wieder vorbei.
Nach dem Blitzstart ließ die Treffsicherheit der Füchse nach, zudem wehrte im Gäste-Tor der Schwede Mattias Andersson so manch schweren Wurf der Platzherren ab. Der 31-Jährige ist nicht ohne Grund mit 15,2 Paraden pro Spiel der beste Tormann der Liga. Die Gäste schafften auch bald den Ausgleich (7:7, 18.), dabei tat sich vor allem Jung-Nationalspieler Stefan Kneer hervor, bei dem jeder Wurf ein Treffer war.
In der 21. Minute kam Heinevetter für Stochl, doch auch er erwischte keinen guten Tag. Zum Ende des ersten Durchgangs kassierten die Füchse durch Rico Göde und Kjetil Strand jeweils 2-Minuten-Strafen. Die Überzahl wusste der TVG für sich zu nutzen und ging in der 30. Minute erstmals in Führung.
Nach dem Seitenwechsel durfte zunächst wieder Stochl ins Tor, der Keeper erlebte, wie seine Teamkollegen im Angriff wiederholt am immer stärker werdenden Andersson scheiterten. Zudem kamen die Gäste durch die schnelle Mitte zu leichten Treffern, so dass sie ihre Führung ausbauten (28:25, 48.). "Wir wussten, dass Großwallstadt einen guten Rückraum hat, aber wir dachten nicht, dass der uns 24 Tore einschüttet", haderte Hanning. In den letzten drei Minuten hatten die Füchse noch vier gute Chancen, die Partie zu ihren Gunsten zu drehen, doch alle vier Möglichkeiten wurden vergeben.
Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Berliner in dieser Saison zu Hause bislang nicht in der Lage sind, Topleistung zu zeigen und die Nerven zu behalten. Zwei Heimsiegen stehen fünf Auswärtserfolge gegenüber. "Aber es ist ja nicht so, als würden die Jungs nicht wollen", sagte Hanning. Immerhin, die Rückendeckung des Publikums ist da, die Füchse liegen in der Zuschauertabelle der Liga auf Rang vier.
Sigurdsson stellte schließlich fest: "Es hat gegen Großwallstadt einfach nicht gereicht, damit müssen wir leben." Die Niederlage sei sehr bitter, "aber wir müssen mit erhobenem Haupt in die nächsten Spiele gehen."
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