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Handball-Bundesliga

Füchse stoppen Negativserie mit Sieg in Balingen

Kämpferischer und engagierter als bei der letzten Partie gegen Kiel präsentieren sich die Füchse Berlin beim HBW Balingen-Weilstetten. Mit einem 24:23-Sieg kämpften sie sich wieder auf Platz 10 der Bundesliga-Tabelle. Auch wenn die Hauptstädter ihre Chancen nicht konsequent nutzten.

Noch 30 Sekunden zu spielen. Die Füchse führen bei HBW Balingen-Weilstetten mit einem Tor, die Berliner sind in Ballbesitz und verlieren doch noch die Kugel. Ein letzter Wurfversuch der Platzherren, dann ist endlich Schluss. Völlig losgelöst werfen sich die Hauptstadt-Handballer gegenseitig in die Arme.

Mit 24:23 (12:12) bezwangen die Füchse den Tabellenletzten der Bundesliga und feierten damit den ersehnten Sieg. „Wir haben voll dagegen gehalten und verdient gewonnen“, sagte Berlins Rechtsaußen Markus Richwien, mit sieben Toren bester Werfer, „das wird eine fröhliche Heimfahrt im Bus.“

Nach den beiden Niederlagen gegen den THW Kiel (23:40) und HSV Hamburg (25:37) waren die Füchse ins Schwabenland gereist, um endlich wieder ein Erfolgserlebnis zu haben. Und sie legten auch leidenschaftlich los. Rasch warfen sie sich in Führung, nach neun Minuten lagen sie bereits mit 8:3 vorn. Die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson, der seine Bestbesetzung aufbieten konnte, hatte die zehnstündige Busfahrt vom Tag zuvor offenbar gut aus den Beinen geschüttelt.

Dagur Sigurdsson hielt es nicht mehr auf seinem Sitz

Balingen kam hingegen zunächst überhaupt nicht ins Spiel. Heimtrainer Rolf Brack brachte daraufhin den gerade erst verpflichteten Torhüter Ivan Zoubkoff für den glücklosen Nikola Marinovic. Eine weise Entscheidung, denn der Franzose führte sich mit ein paar sehenswerten Paraden gleich gut ein. Das riss auch seine Vorderleute mit, die auf einmal einen Lauf hatten und unter dem Jubel der Fans Mitte des ersten Durchgangs den Ausgleich schafften (9:9, 17.).

Vor allem Benjamin Herth agierte mit viel Selbstbewusstsein, er wurde gerade erst von Bundestrainer Heiner Brand für die Testspiele der deutschen Auswahl Anfang Dezember gegen Weißrussland nominiert. Außerdem wollten sich auch die drei Österreicher im Balinger Team gut präsentieren, immerhin betreut Füchse-Coach Sigurdsson auch die Nationalmannschaft der Alpenrepublik, wo im Januar 2010 die EM stattfindet.

Dennoch hätten sich die Füchse dann wieder absetzen können oder vielmehr gar müssen, nur verwandelten sie viel zu wenig der reichlich vorhandenen Torchancen.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Schwaben erstmals die Führung in der umkämpften Partie. Brack ließ nun auch den Berliner Spielmacher Bartlomiej Jaszka in Manndeckung nehmen. Dagur Sigurdsson hielt es nicht mehr auf seinem Sitz, der Isländer gestikulierte wild am Spielfeldrand – und riss bei jedem Treffer seines Teams die Arme hoch. Endlich lief es wieder für die Füchse. Auf fünf Tore bauten sie dank einer konzentrierten Leistung ihre Führung aus (19:14). Kurios: HBW-Coach Brack nahm im Angriff fortan immer wieder den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers heraus. Eine Maßnahme, die Wirkung zeigte, denn die Platzherren kämpften sich erneut heran. Doch die Füchse gaben den Sieg nicht mehr aus der Hand.BMO

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