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Handball-Bundesliga

Füchse erhalten von Hamburg bittere Lektion

Eine Woche nach der Niederlage gegen Rekordmeister Kiel haben die Berliner Handballer erneut verloren. Damit unterlagen die Füchse in sechs von bisher elf Partien und rutschen nun auf den 10. Tabellenplatz in der Bundesliga ab. Unter besonderer Beobachtung stand Torwart Silvio Heinevetter.

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Simone Thomalla
Foto: Getty
Füchse gegen HSV - unter die Handball-Fans in der Berliner Max-Schmeling-Halle hatte sich ein ganz besonderer Gast gemischt: Simone Thomalla.

Der Geehrte wusste selbst nicht so recht, wie groß seine Freude ausfallen sollte. Immerhin hatte sein Team soeben eine Niederlage bezogen. Colja Löffler aber durfte sich zumindest für eine kurze Zeit wie ein Sieger fühlen. Weil dem Talent der Füchse Berlin sein erstes Bundesligator gelang, wurde er nach der Partie gegen den HSV Hamburg zum Spieler des Tages gekürt. „Das ist eine schöne Sache, aber natürlich hätte ich lieber gegen Hamburg gewonnen“, sagte Löffler. Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung, die Füchse unterlagen dem HSV vor der Saisonrekordkulisse von 8570 Zuschauern 25:37 (9:22).

„Ich hatte immer den Eindruck, dass die Spieler wollten, keiner hat sich aufgegeben“, sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning, „aber wir waren einfach nicht gut genug.“ Trainer Dagur Sigurdsson freute sich ebenfalls über die Einstellung seines Team: „Es ist positiv, wie couragiert wir das Spiel zu Ende gebracht haben.“

Im Mittelpunkt des Interesses stand am Mittwoch vor allem Silvio Heinevetter. Noch nie hatten sich derart viele Fotografen für ein Spiel der Füchse angemeldet, und sie suchten bereits beim Warmmachen das Objekt ihrer Begierde. Seit der 25 Jahre alte Torhüter in der vergangenen Woche seine Beziehung zu der populären Schauspielerin Simone Thomalla (44) öffentlich gemacht hat, hängen die Society-Reporter an seinen Fersen. Heinevetter kommt mit dem Trubel gut klar, wenngleich er es „schon krass“ findet, dass ihn Fotografen beim Einkaufen im Supermarkt verfolgen. Am Mittwoch aber galt seine Konzentration dem Spiel. „Er war topmotiviert und wollte allen zeigen, dass er voll da ist“, so Hanning.

Der Druck auf Heinevetter war immens – wegen seiner neuen Liebe, aber auch, weil mit Petr Stochl der zweite starke Rückhalt der Füchse wegen Rückenproblemen fehlte und „Heine“ es nun alleine gegen die Übermannschaft aus dem Norden richten musste. Ein Vorhaben, dass nicht klappen konnte, dafür ist der HSV zu gut besetzt. „Die Mannschaft schätze ich zurzeit sogar stärker ein als den THW Kiel“, sagt Hanning, „sie hat das Zeug, Meister zu werden.“ Die Dominanz zeigte sich zuletzt in der Champions League, als den Hamburgern beim norwegischen Meister Fyllingen mit 48:17 der höchste Sieg der Vereinsgeschichte gelang.

Gegen die ersatzgeschwächten Füchse – neben Stochl fehlte auch Rückraumspieler Mark Bult (Zerrung), zudem war Abwehrchef Stian Vatne nach Magen-Darm-Infekt völlig kraftlos – trumpften die Hamburger nicht weniger souverän auf. Bereits nach 99 Sekunden war Heinevetter das erste Mal geschlagen, nach zehn Minuten lag die Mannschaft um Olympiasieger Guillaume Gille mit 8:2 vorn, nach 20 Minuten war die Partie entschieden (14:4). Zum Leidwesen von Simone Thomalla. Immer wieder raufte sich die Tatort-Kommissarin in Reihe sechs die Haare.

Im Gegensatz zu der Partie eine Woche zuvor gegen Kiel, als sich die Berliner nahezu kampflos in ihr Schicksal fügten, steckten die Füchse am Mittwoch nicht auf. Heinevetter parierte nach dem Seitenwechsel einige schwere Würfe, das Publikum dankte es mit Beifallsstürmen. Dennoch gerieten die Gäste nie in Gefahr, sie nahmen jetzt sogar einen Gang heraus und Trainer Martin Schwalb erlaubte sich, Stars wie Pascal Hens zu schonen. Der guten Laune der Fans tat dies keinen Abbruch, sie hatten Freude an dem Spektakel. Und wenngleich es keine Punkte dafür gibt, entschieden die Füchse den zweiten Durchgang immerhin mit 16:15 für sich. Sigurdsson: „Die Zuschauer haben uns bis zum Ende ganz toll unterstützt.“

Nach den beiden schweren Partien gegen Rekordmeister Kiel und Titelkandidat HSV stehen die Berliner nun vor lösbaren Aufgaben. In der kommenden Woche treten sie in Balingen (24. November) und Melsungen (28. November) an.

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