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09.11.09

Handball

Die Füchse Berlin wollen die Sensation schaffen

Am Dienstag empfangen die Handball-Profis von Füchse Berlin den Tabellenersten THW Kiel in der Max-Schmeling-Halle. Manager Bob Hanning fordert von seiner Mannschaft Leidenschaft - und denkt über die Trennung von Profis nach.

© ddp
Berlins Sportler des Jahres 2008
Füchse-Manager Bob Hanning fordert von seiner Mannschaft Leidenschaft im Spiel gegen den THW Kiel

Mit dem THW Kiel empfangen die Füchse Berlin am Dienstag den Tabellenersten der Handball-Bundesliga in der Max-Schmeling-Halle (20.45 Uhr, live im DSF). Im Interview mit Morgenpost Online spricht Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning (41) über das ungleiche Duell mit dem Branchenprimus.

Morgenpost Online: Herr Hanning, beim Sieg in Lübbecke haben die Füchse ihre beste Saisonleistung gezeigt. Wie wichtig war dieser Erfolg?

Bob Hanning: Es war nach der Pleite in Wetzlar die Reaktion, die ich erhofft hatte. Die Mannschaft hat den Charaktertest bestanden.

Morgenpost Online: Was wäre im Fall einer Niederlage passiert?

Hanning: Dann hätten wir uns eingestehen müssen, dass wir im Bereich der Führungsspieler einen Fehler gemacht haben. Aber die starke Leistung in Lübbecke hat uns auf unserem Weg bestätigt. Von daher war es ein elementar wichtiges Spiel für uns, vielleicht sogar das wichtigste in der bisherigen Saison.

Morgenpost Online: Nun folgt die Partie gegen den THW Kiel. Der Rekordmeister hat bisher nur einen Punkt abgegeben. Wie motiviert man sich gegen die Übermannschaft von der Förde?

Hanning: Jeder, der Handball spielt, träumt von einem Sieg über den THW Kiel. Das gelingt während einer ganzen Saison aber nur ein oder zwei Mannschaften, wenn überhaupt. Wenn der THW das Spiel gewinnen will und einen guten Tag hat, haben wir keine Chance. Dennoch gehen wir mit der Einstellung in die Partie, eine Sensation schaffen zu wollen.

Morgenpost Online: Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft?

Hanning: Dass alle Spieler sich gegen jeden Ball werfen, mit Leidenschaft und Herz Handball spielen und über sich hinauswachsen.

Morgenpost Online: Mit Daniel Narcisse kommt der teuerste Spieler der Welt nach Berlin. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Löhne in der Handball-Bundesliga?

Hanning: Die Entwicklung der Gehälter in den letzten Jahren lässt sich nicht refinanzieren. Deshalb fahren wir bei den Füchsen einen klaren Kurs: Wir wollen und können gewisse finanzielle Forderungen von Spielern nicht erfüllen. Falls ein Profi meint, er müsse bei den nächsten Verhandlungen ein höheres Gehalt einfordern, kann es dazu kommen, dass wir uns im nächsten Jahr von ihm trennen werden. Die Spieler müssen einfach erkennen, dass unsere wirtschaftliche Situation keine Sprünge mehr zulässt. Fest steht: Wir werden immer den Weg des soliden Wirtschaftens gehen.

Morgenpost Online: Welche Argumente sprechen für die Füchse, sollte ein anderer Verein Spieler mit mehr Geld locken?

Hanning: Wir haben ein spannendes Projekt, wir spielen vor vielen Zuschauern in der deutschen Hauptstadt und die Spieler bekommen immer pünktlich ihr Gehalt. Aber wir machen in dieser schweren Zeit kein wirtschaftliches Harakiri. Von daher müssen die Gehälter der Bundesligaprofis angepasst werden an das, was letztlich verdienbar ist. Man kann doch nur das ausgeben, was man auch zur Verfügung hat. Alles andere wäre unverantwortlich.

Morgenpost Online: Was unterscheidet die Füchse vom THW Kiel?

Hanning: Der THW Kiel hat eine gewachsene Struktur und der Klub ist dort die Nummer eins. Das ist in einer Stadt wie Berlin bei uns nicht der Fall. Wir haben Hertha BSC, die für uns das absolute Aushängeschild im Sport sind. Der Abstieg von Hertha aus der Fußball-Bundesliga wäre für uns alle eine Katastrophe.

Morgenpost Online: Sind Sie neidisch auf den THW Kiel?

Hanning: Nein, ganz und gar nicht. Ich habe Respekt vor dem THW. Und es ist klasse, dass wir mit den Füchsen die Möglichkeit haben, noch so viel zu entwickeln.

Morgenpost Online: Sie haben das Erreichen eines Europapokalplatzes als Ziel ausgegeben. Ist die Mannschaft im Soll?

Hanning: Nein, wir liegen zwei Punkte hinter der Erwartung zurück. Schön waren natürlich unsere drei Auswärtssiege in Minden, Magdeburg und Lübbecke, die Niederlage in Wetzlar hingegen war nicht einkalkuliert. Wir müssen jetzt endlich auch einen Großen zu Hause schlagen. Gegen Göppingen und Lemgo ist uns das nicht gelungen, bleiben also Kiel, Hamburg, die Rhein-Neckar Löwen oder Flensburg. Einen davon müssen wir besiegen.

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