10.02.13

Handball

Iker Romero kennt Füchse-Gegner FC Barcelona genau

Acht Jahre war Iker Romero bei den Spaniern unter Vertrag. Der Füchse-Spieler pflegt nach wie vor engen Kontakt zu seinen Ex-Kollegen.

Foto: picture alliance / CITYPRESS 24

Für Iker Romero ist Berlin bereits zur zweiten Heimat geworden
Für Iker Romero ist Berlin bereits zur zweiten Heimat geworden

Als Iker Romero im Sommer 2011 vom FC Barcelona zu den Füchsen nach Berlin wechselte, zweifelten einige Fachleute an der Qualität des alternden Spaniers.

Jene Kritiker sind längst verstummt. Der 32 Jahre alte Rückraumspieler, der WM, Champions League und Olympiabronze gewonnen hat, ist auch in der Hauptstadt zum Publikumsliebling aufgestiegen und bereichert die Bundesliga.

"Er ist der Mann für die besonderen Momente", sagte Geschäftsführer Bob Hanning. Am Sonntag feiert Romero im Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona (17.15 Uhr, Eurosport) ein Wiedersehen mit seinem früheren Verein.

Berliner Morgenpost: Wie fühlt es sich an, gegen Barcelona zu spielen?

Iker Romero: Ich habe dort acht tolle Jahre erlebt und bin mit vielen Spielern gut befreundet wie zum Beispiel Arpad Sterbik oder Juanin Garcia. Von daher ist so ein Duell immer etwas ganz Besonderes. Der Klub hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Das ist immer etwas anderes. Aber ich bin bereit für das Duell. Natürlich ist Barcelona der große Favorit, es ist eine, wenn nicht zurzeit sogar die beste Mannschaft in Europa. Aber mit unseren Publikum im Rücken schaffen wir vielleicht sogar die Sensation. Ich möchte Spaß haben und ein gutes Spiel für die Füchse machen.

Barcelona kommt mit sieben frisch gekürten Weltmeistern nach Berlin.

Ja, das ist für uns eine große Herausforderung. Noch schwerer aber wird es für uns, diese offensive 6:0-Abwehr zu überwinden. Die spielt Barcelona wirklich perfekt. Wir müssen die Geduld bewahren und auf unsere Spielzüge vertrauen. Wir müssen kontrolliert spielen. Du kannst dir gegen Barcelona keine Schwächephase erlauben, die wird gnadenlos ausgenutzt. Wenn du mal zehn schwache Minuten hast, bekommst du gleich acht Tore eingeschenkt.

Treffen Sie Ihre Freunde aus Barcelona abseits des Spiels?

Ja, diese Chance mussten wir ja nutzen, wenn wir uns mal wiedersehen. Wir waren am Sonnabend ein bisschen spazieren, haben Kaffee getrunken und gequatscht. Nach dem Spiel werden wir am Sonntag noch zusammen Essen gehen.

Gibt es in Berlin genügend gute spanische Restaurants?

Ich liebe diese Stadt, hier bekommst Du alles. Japanische Küche oder russische Spezialitäten. Ja, und natürlich gibt es auch viele Spanier, aber die sind leider nicht so richtig gut. Sie sind okay, aber für richtiges spanisches Essen und Trinken musst Du einfach nach Spanien fahren. Ich bekomme von meiner Familie regelmäßig Pakete geschickt. Da ist dann der gute Ibérico-Schinken darin, dazu noch Wein und andere Spezialitäten. Pizza und Pasta ist ja überhaupt nicht mein Ding, ich stehe eher auf die baskische Küche. Da darf es auch mal ein Rebhuhn sein, oder gern auch Lamm.

Wie gefällt Ihnen die deutsche Küche?

Am Anfang dachte ich, das ist eine Katastrophe. Aber mittlerweile mag ich die deutsche Küche sehr. Ich war neugierig, habe viel ausprobiert und musste mich an einiges gewöhnen, aber jetzt schmeckt sie mir wirklich gut.

Sie sind ein Weinliebhaber. Ihre Familie hat einen Weinkeller im La Rioja. Welchen Tropfen bevorzugen Sie?

Rioja ist mein absoluter Favorit. Er ist ausgewogen und bekömmlich. Weißwein schmeckt mir nicht, ich vertrage ihn auch nicht gut.

Die O2 World ist seit einer Woche mit 13.000 Plätzen ausverkauft. Was sagen Sie zu dieser Kulisse?

Das ist fantastisch und für uns Handballer ein Traum. In Spanien spielst du gerade mal vor 500 oder 1000 Zuschauern, aber hier in Berlin herrscht eine große Handball-Euphorie. Es ist der Wahnsinn, wie begeistert die Leute hier überall in Deutschland sind. Die Hallen sind toll. Es kommen viele Zuschauer. Aber genau um das zu erleben, bin ich ja nach Deutschland gekommen. Und ich habe das große Glück, zur richtigen Zeit im richtigen Verein zu sein.

Wie fühlen Sie sich in Berlin?

Die Stadt ist so ein bisschen schon meine zweite Heimat geworden. Mir gefällt vor allem das internationale Flair, die Offenheit der Menschen. Ich werde bald mit Bob Hanning sprechen und ihm sagen, dass ich gern die nächsten vier, fünf Jahre noch hier in Berlin bleiben will.

Waren Sie denn schon einmal in der O2 World?

Wir haben dort am Sonnabend trainieren können. Und privat war ich auch schon mal dort. Mit Silvio Heinevetter und Simone Thomalla beim Rammstein-Konzert. Das war ein großer Spaß. Und am 16. Mai gehe ich zu Eros Ramazotti. Ach ja, und am 14. Februar gehe ich zum Basketballspiel Alba gegen Malaga.

Mögen Sie Basketball?

Absolut. Basketball kommt gleich nach meiner Liebe zum Handball. Es ist ein toller Sport. Ich habe als Jugendlicher auch viel gespielt. Und in Spanien ist dieser Sport enorm populär.

In Barcelona ist es um einiges wärmer als in Berlin. Wie erleben Sie die Kälte?

Nun, die Kälte ist gar nicht so sehr mein Problem, es ist vielmehr die Dunkelheit, die mich manchmal fertig macht. In Vitoria, woher ich stamme, ist es auch mal kalt, und dort fällt auch mal Schnee. Aber es wird in Spanien nicht so schnell dunkel. Hier ist es ja schon am Nachmittag duster, da kommt keine große Lebensfreude auf. Die Menschen hetzen zur Arbeit und zurück. In Spanien ist das irgendwie entspannter und fröhlicher. Und das liegt garantiert am längeren Tageslicht.

Wenn Sie ein Tor erzielen, ertönt stets der Gassenhauer "Eviva Espana". Für Sie als Basken ist das aber doch eine Provokation.

Das stört mich nicht, ich singe das Lied ja meistens sogar mit. Wir sind ja alle Spanier.

Und die lieben den Fußball.

Ich bin da eine Ausnahme, Fußball ist nicht mein Ding, ich finde ihn sogar richtig langweilig. 90 Minuten und dann geht so ein Spiel auch mal 0:0 aus. Was ist daran spannend?

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