28.12.12

Handball

Berliner Füchse stehen vor Umbau ihres Kaders

Kapitän Laen zieht es zurück nach Dänemark, Bult muss wohl dem starken Nachwuchs weichen und dann bahnt sich die erste Neuverpflichtung an.

Foto: picture alliance / Sport Moments

Vor dem Abflug: Berlins Kapitän Torsten Laen hat seinen Abschied zwar noch nicht endgültig bekanntgegeben, ihn zieht es aber nach Dänemark
Vor dem Abflug: Berlins Kapitän Torsten Laen hat seinen Abschied zwar noch nicht endgültig bekanntgegeben, ihn zieht es aber nach Dänemark

Einige Spieler der Füchse Berlin wollten am frühen Sonntagabend das Parkett in der Max-Schmeling-Halle gar nicht verlassen. Was allerdings nicht daran lag, dass die Handballer noch gern etwas länger gegen den TV Neuhausen gespielt hätten.

Nach dem 35:26 zum Jahresabschluss musste eher der Nachwuchs beaufsichtigt werden, der versuchte, es dem Papa gleichzutun. Da warfen also die Kinder von Torsten Laen, Mark Bult und Denis Spoljaric mit kleinen Bällen aufs Tor – und die Väter genossen den Feierabend.

Erfolgreiches Jahr für die Füchse

Es war ein harmonisches Bild zum Ende eines erfolgreichen Jahres beim Berliner Bundesligisten. Die vergangene Saison wurde auf Platz drei abgeschlossen, das Highlight war aber sicherlich die Teilnahme am Final Four der Champions League. Auch in der Ende August begonnenen Spielzeit 2012/2013 sind die Füchse wieder in der europäischen Eliteklasse dabei, das Achtelfinale haben sie bereits erreicht. In der Bundesliga stehen sie auf Rang vier. "Wenn ich unsere Punkte und die Tabelle sehe, kann ich damit gut leben", sagt Trainer Dagur Sigurdsson mit Blick auf das bisher Erreichte.

Wenn man sich mit dem Isländer über den Status quo unterhält, kommt allerdings schon mal ein bisschen Ironie durch. "Da spricht man über Krisensaison…" Er hat wahrgenommen, dass die Erwartungen an sein Team gestiegen sind. Und dass entsprechend schnell Kritik aufkam, wenn die Füchse – was etliche Male der Fall war – nicht überzeugen konnten. "Unsere Leistungen waren manchmal nicht so super, aber wichtig ist doch, wo wir stehen", sagt Torhüter Petr Stochl dazu nur.

Trainer Sigurdsson kündigt Kaderumbau an

Wie die Saison am Ende für die Berliner auch ausgehen mag, es steht jetzt schon fest, dass es zu umfangreichen Umbauarbeiten im Fuchsbau kommen wird. "Im vergangenen Sommer haben wir relativ wenig geändert, diesmal wird es mehr sein", sagt Sigurdsson.

Geschäftsführer Bob Hanning erklärt klipp und klar: "Es bedarf Veränderungen mit aller Konsequenz." Zuletzt war Hanning einige Male als Mahner und Kritiker aufgetreten. Ihm hatte missfallen, dass nicht immer die letzte Leidenschaft zu sehen war. Auch wenn er selbst sagt: "Es ist ein logischer und menschlicher Prozess, dass man sich auch mal ein wenig zurücklehnen will."

Es sollen nun "neue Reize" (Hanning) gesetzt werden, nachdem die Füchse zu Saisonbeginn auf Kontinuität gesetzt hatten. Von 20 Spielern im Kader (einschließlich fünf Nachwuchsleuten) laufen bei neun die Verträge aus. Dass man sich schon mit dem Schweden Fredrik Petersen vom HSV als erstem Zugang einig sei, wird von Hanning noch dementiert: "Er wurde uns über einen Berater angeboten." Hanning, Sigurdsson und die Gesellschafter werden angeblich noch darüber beraten. "Unterschrieben ist auf jeden Fall noch nichts."

Füchse-Kapitän Laen vor Rückkehr nach Dänemark

Von den Stammspielern laufen die Verträge mit Torjäger Ivan Nincevic, Mark Bult, Torsten Laen und Evgeni Pevnov aus. Dass es im einen oder anderen der länger laufenden Kontrakte Optionen zur vorzeitigen Beendigung gibt, ist ebenfalls nicht auszuschließen. Kapitän Torsten Laen hat zwar noch nicht endgültig seinen Abschied zum Saisonende bekanntgegeben, aber den Dänen zieht es zurück in seine Heimat.

Als dessen Nachfolger sollte Pevnov aufgebaut werden. Für die Füchse-Macher stellt sich nun die Frage, ob er den Ansprüchen genügt.

Talent Wiede winkt neuer Vertrag

Linkshänder Bult dürfte es schwer haben, einen neuen Vertrag zu bekommen. Der Philosophie folgend, eigene junge Spieler einzubauen – Hanning spricht gern von "Berlinisierung –, könnte auf Bults Position der erst 18-jährige Fabian Wiede rücken.

Im Spiel gegen Neuhausen bekam Wiede von Sigurdsson den Vorzug gegenüber Bult. "Ich wollte Wiede sehen, das ging auf Kosten von Bult", gab der Trainer zu. Wiede selbst machte vieles richtig, warf vier Tore, war aber in manchen Situationen noch zu hektisch. "Ich hoffe, dass ich nächste Saison noch mehr spielen kann als jetzt", sagte Wiede.

"Im Januar werden die Entscheidungen fallen", erklärt Bob Hanning. Dagur Sigurdsson ergänzt: "Wir wissen schon, wen wir wollen." Und auch, wen sie nicht mehr wollen.

Quelle: Sebastian Arlt
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