Handball
Berliner Füchse demütigen den HSV Hamburg mit 37:27
Die Berliner haben gegen den HSV Hamburg ihre beste Saisonleistung gezeigt. Durch den zehnten Saisonsieg stehen sie wieder auf Platz 3.
Sie konnten gar nicht genug bekommen. Immer wieder liefen die Spieler der Füchse Berlin zu ihren Fans und rissen die Arme hoch. "Oh wie ist das schön", sangen die Anhänger am Mittwochabend und ließen ihre Handball-Helden hochleben.
Noch Minuten nach dem Spiel genossen die Berliner den begeisterten Zuspruch der 8639 Zuschauer in der Schmeling-Halle. Verdient hatten sie ihn sich allemal, hatten sie doch im Spitzenspiel der Bundesliga den HSV Hamburg überraschend deutlich mit 37:27 (19:11) besiegt.
Wobei in diesem Fall das Wort Demütigung wohl besser passt. "Das hat unheimlich viel Spaß gemacht", jubilierte Geschäftsführer Bob Hanning, "bei uns hat heute einfach alles gepasst." Die Füchse spielten wie im Rausch.
Gäste-Trainer Martin Schwalb war enttäuscht
Mit dem Erfolg kletterten sie auf den dritten Rang der Tabelle, der zur direkten Qualifikation für die Champions League berechtigt. "Wir haben einen sehr großen Schritt Richtung Europa gemacht", sagte Hanning.
Klub-Präsident Frank Steffel war auch noch 15 Minuten nach Spielschluss beeindruckt. "Das war die beste Leistung, die ich je von den Füchsen gesehen habe."
Gäste-Trainer Martin Schwalb war enttäuscht. "Wir haben uns da in der ersten Halbzeit eine ganz fiese Suppe eingebrockt", sagte der Coach, der den HSV im Juni 2011 noch zur Deutschen Meisterschaft geführt hatte. In der zweiten Hälfte habe man immerhin das Gesicht gewahrt. "Wir können froh sein, dass wir nur mit zehn Toren Unterschied verloren haben."
Kapitän Laen trieb die Füchse Berlin an
Zur Freude von Trainer Dagur Sigurdsson hatten sich Torsten Laen (Rücken), Ivan Nincevic (Oberschenkel) und Petr Stochl (Grippe) rechtzeitig für das Topduell fit gemeldet. "Ohne die drei Spieler hätten wir auf keinen Fall gegen den HSV so gut ausgesehen", räumte der Coach ein.
Angetrieben von Kapitän Laen traten die Berliner im Stile einer Spitzenmannschaft auf. Selbstbewusst, kraftvoll und mit großer Leidenschaft. Fast könnte man meinen, die Spieler hätten vor dem Anwurf an rohem Fleisch gerochen, so gierig waren sie nach dem Ball.
Fast jeder Angriff wurde mit einem Tor abgeschlossen. In der 9. Minute stand es dank eines Doppelschlages von Laen 8:2. Aufgeregt lief Schwalb am Rand auf und ab, der Trainer versuchte es mit Torwartwechseln und Auszeiten, aber die Füchse fuhren einen Angriff nach dem nächsten, Tempogegenstöße wurden gnadenlos genutzt. Die Berliner zeigten Offensivhandball par excellence, und im Tor zog der überragende Silvio Heinevetter den HSV-Angreifern den Nerv.
Im zweiten Durchgang nahm die Demütigung des Ex-Meisters ihren Lauf. Gestärkt durch den sensationellen Verlauf der Partie zeigten die Füchse nun auch trickreiche Heber und Dreher aus ihrem Repertoire. In den letzten Minuten der Partie brachte Sigurdsson mit Fabian Wiede und Paul Drux gleich zwei A-Jugendliche auf den Königspositionen im Rückraum. Insgesamt standen am Ende gar sechs deutsche Spieler bei den Berlinern auf dem Platz. Hanning gerührt: "Das war die Erfüllung meines Traums."















