19.11.12

Handball

Konstantin Igropulo ist bei den Füchsen Berlin angekommen

Der Zugang vom FC Barcelona erfüllt allmählich die hohen Erwartungen, vor die er sich in Berlin gestellt sieht.

Von Dietmar Wenck
Foto: dapd

Immer besser: Konstantin Igropulo hat sich zuletzt deutlich gesteigert
Immer besser: Konstantin Igropulo hat sich zuletzt deutlich gesteigert

Am Tag danach waren die Berliner Füchse hundemüde. Von einer knüppelharten Woche mit den schwer erkämpften Siegen über Lemgo (21:19) und Zagreb (29:27) sowie der bitteren 23:25-Niederlage am Sonnabend im Spitzenspiel der Handball-Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen. Und der nicht enden wollenden Heimfahrt im Bus natürlich. Erst um halb acht am Sonntagmorgen war Konstantin Igropulo zu Hause und fiel sofort ins Bett.

Ein paar Stunden später war der 27-Jährige immer noch nicht gut gelaunt – logisch nach einer Niederlage. Aber schon wieder etwas optimistischer. "Es gibt überall noch viele Kleinigkeiten zu verbessern", sagte Igropulo. "Wir müssen ein bisschen cleverer spielen. Doch wir sehen den Weg. Es geht vorwärts." Die Füchse sind ja noch immer Tabellendritter, sie kassierten in Mannheim erst ihre zweite Bundesliga-Niederlage. Vor allem jedoch traten sie mannschaftlich sehr geschlossen auf. "Meine Jungs haben viel investiert und eine Riesenmoral gezeigt", lobte Trainer Dagur Sigurdsson, "wir hätten einen Punkt verdient gehabt."

Hätte es dazu gereicht, wäre neben dem herausragenden Torhüter Silvio Heinevetter diesmal Igropulo einer der Gründe dafür gewesen. Wegen seiner sieben Treffer, aber auch wegen seines gesamten Auftritts. "Er hat schon die letzten zwei, drei Spiele gut gespielt", sagte Sigurdsson.

Igropulo spielt jetzt selbstbewusster

Der Zugang vom FC Barcelona erfüllt allmählich die hohen Erwartungen, vor die er sich als Nachfolger des zu den Rhein-Neckar Löwen abgewanderten Alexander Petersson gestellt sah. Er spielt jetzt selbstbewusster und reißt die Kollegen mit. Als Siebenmeterwerfer (14/16) ist er mittlerweile treffsicherer als der etatmäßige Schütze Ivan Nincevic (14/20). Wenn man allerdings sieht, dass er aus dem Feld bisher deutlich weniger Tore (17) erzielt hat als der andere Halbrechte der Füchse, Mark Bult (24), dann erkennt man, dass die Saison noch längst nicht so läuft wie gewünscht.

Der Russe griechischer Abstammung hatte einen komplizierten Start in Berlin. Anfangs quälte ihn eine Verletzung, dann lähmte ihn der Tod seines Vaters. Es ist also nur verständlich, dass die Situation schwierig für ihn war. Dazu kamen, erklärt er, "so viele Spiele, auch schwere Spiele", – das war er aus der spanischen Liga nicht gewohnt. Aber jetzt, hat Sigurdsson festgestellt, "ist er wieder da, er kommt langsam zurück". Er wirkt endlich wie ein Teil des Ganzen und nicht mehr wie ein Fremder, der in seiner neuen Umgebung nach einem Platz sucht.

"Konstantin hat wie die Mannschaft einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht", lobt Geschäftsführer Bob Hanning den Zugang, sagt aber auch: "Das ist das, was man vom Preis-Leistungs-Verhältnis her erwarten muss." Rückschläge kann es geben, ein halbes Jahr müsse man einem neuen Spieler gewähren, bis er richtig angekommen sei. Spätestens dann soll es nur noch den Igropulo vom Sonnabendspiel geben, sagt Hanning: "Das ist das, was ich von ihm erwarte."

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