Handball
Füchse-Trainer Lommel verärgert über einen Besucher
Nach dem 33:28-Erfolg über Minden am vergangenen Sonntag traf sich der kommende Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson in einem Berliner Hotel mit seiner zukünftigen Mannschaft. Nur einer wusste nicht Bescheid: Jörn-Uwe Lommel, der amtierende Trainer. Nun ist er sauer.
Noch immer klingt Jörn-Uwe Lommel sehr verärgert. "Ich kann ja niemandem vorschreiben, wie er zu arbeiten hat", schimpft der Trainer von Handball-Bundesligist Füchse Berlin. "Doch ich denke, ich habe das Recht, mich aufzuregen. Wenn ich über die Sache Bescheid gewusst hätte, muss ich das akzeptieren. Das wäre das einfachste auf der Welt gewesen." Was war passiert?
Nach dem 33:28-Erfolg über Minden am vergangenen Sonntag traf sich der kommende Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson in einem Berliner Hotel mit seiner zukünftigen Mannschaft. Anwesend waren alle Spieler und Betreuer, die auch in der nächsten Saison für die Berliner aktiv sein werden. Nur einer wusste nicht Bescheid: Jörn-Uwe Lommel. "Das dann aus dem Internet zu erfahren, sitzt in der Magengrube", so der 51-Jährige, der die Füchse nach vier Jahren am Saisonende verlassen wird.
Noch sei er für die Mannschaft verantwortlich, sagt Lommel, der schon Anfang Mai verärgert war, als Sigurdsson ohne sein Wissen beim Spiel gegen Flensburg auf der Tribüne der Max-Schmeling-Halle saß. Es gebe schließlich so etwas wie einen "Ehrenkodex". Der Vertrag mit Lommel läuft bis Ende Juni. Kommende Woche haben die Berliner noch zwei Bundesligaspiele in Gummersbach (3. Juni) und gegen Melsungen (6. Juni) zu absolvieren.
Manager Bob Hanning sieht die Angelegenheit ganz anders. "Er ist verantwortlich für die Mannschaft, die diese Saison spielt, Dagur für die Mannschaft der nächsten Saison", sagt der 41-Jährige. "Es wurden Trainingspläne verteilt, da das Team nach dem letzten Spiel am 7. Juni dann auseinander geht. Die sportliche Zukunft muss schließlich geplant werden, und dabei geht es nicht um Personen, sondern nur um die Sache."
Eine Notwendigkeit, Lommel über das Treffen vorab zu informieren, sieht Hanning nicht: "Das ist nicht mehr sein Aufgabenbereich. Damit ist das Thema durch." Für die zwei nach ausstehenden Spiele sichert der Manager dem Trainer "jegliche Unterstützung" zu. Und auch Lommel will die Saison ordentlich über die Bühne bringen: "Ich musste Dampf ablassen, über eine Sache, die mir gestunken hat." Eines scheint jedoch sicher. Freunde werden die beiden wohl nicht mehr.















