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03.02.12

Formel 1

Ferrari stellt seinen "hässlichen" Boliden vor

Ein Ferrari mit "hässlicher" Nase soll Formel-1-Weltmeister Vettel stürzen. Das neue Auto, das am Freitag vorgestellt wurde, sei ein Stilbruch mit der Vergangenheit, heißt es.

picture alliance / Augenklick/Ra/Augenklick/Rauchensteiner

25. März: Großer Preis von Malaysia in Sepang.

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Eine "hässliche rote Göttin" mit krummer Nase soll Sebastian Vettel vom Formel-1-Thron stoßen: Vom Schnee ins Internet vertrieben hat Ferrari seinen neuen F2012 vorgestellt und dem deutschen Weltmeister den Kampf angesagt. "Wir haben eine Revolution gestartet und das Auto praktisch in allen Bereichen verbessert", sagte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo, der den Boliden mit dem markanten Nasenhöcker schmunzelnd als "hässlich" bezeichnete.

Dieselbe Nase trägt auch der VJM05 von Force India. Diesen stellte Nico Hülkenberg als erster von fünf deutschen Piloten bei einem wahrhaftigen Kaltstart vor. Bei minus 2 Grad in der Boxengasse von Silverstone präsentierte der 24-Jährige gemeinsam mit Teamkollege Paul di Resta den Boliden, mit dem er sein Comeback nach einjähriger Teilzeitarbeit gibt.

"Mein Ziel ist es, mich in der Formel 1 zu etablieren. Ich will auch 2013 ein Stammcockpit haben", sagte der 24-Jährige: "Ich muss vielleicht ein bisschen den Rost abpolieren, aber ich gehe entspannt und locker in die Saison." Hülkenberg war nach einem Jahr als Testpilot bei Force India zum Stammfahrer aufgestiegen und löste damit Landsmann Adrian Sutil ab.

Di Montezemolo war derweil nur per Videobotschaft zugeschaltet, wegen der starken Schneefälle hatte er nicht in den Firmensitz nach Maranello anreisen können. Die Witterungsbedingungen machten auch die eigentlich traditionellen Demonstrations-Runden mit dem neuen Auto unmöglich.

Dieses sei mit seiner krummen Nase "nicht so hübsch", gestand Teamchef Stefano Domenicali ein. Deshalb stelle das Auto einen "Stilbruch mit der Vergangenheit" dar. Dies sei den technischen Vorgaben geschuldet, aber "wir hoffen, das Auto ist schnell. Das ist es doch, was zählt."

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso, der um 10.05 Uhr behutsam ein rotes Tuch vom neuen Boliden hob, zeigte sich jedenfalls zufrieden. "Das Auto sieht ganz anders aus als in meinen ersten beiden Jahren bei Ferrari", sagte er: "Aber ich bin begeistert." Teamkollege Felipe Massa ergänzte: "Der Wagen sieht richtig aggressiv aus, so wie ich es mir erträumt hatte."

Der Spanier Alonso, der im Vorjahr mit einem weit unterlegenen Auto starke Leistungen gezeigt hatte und zumindest Vierter im WM-Klassement gworden war, will 2012 wieder voll angreifen. "Ich möchte das rote Auto im nächsten Jahr immer gewinnen sehen. Oder wenigstens in jedem Rennen auf dem Podium", sagte er voller Kampfgeist.

Schwer unter Druck steht der frühere Vize-Weltmeister Massa in der letzten Saison seines aktuellen Vertrages. "Er weiß, dass er nach einem wenig positiven Jahr vieles besser machen muss", sagte di Montezemolo. Der Brasilianer Massa war im Vorjahr WM-Sechster geworden, holte mit 118 Punkten aber weniger als die Hälfte der Zähler von Alonso (257).

Unterdessen ist das Starterfeld für 2012 endgültig komplett. Der im Vorjahr ausgemusterte Narain Karthikeyan hat das letzte freie Cockpit bekommen und fährt 2012 wieder für Hispania. Der 35 Jahre alte Inder war im Vorjahr nach acht Rennen durch den Australier Daniel Ricciardo ersetzt worden.

Kein Platz ist damit endgültig für Adrian Sutil. Nach dem harten Gerichtsurteil gegen diesen hat sein Vater Jorge Sutil heftige Kritik am früheren Formel-1-Champion Lewis Hamilton geübt. "Für einen großen Weltmeister ist das ein ziemlich schwaches Verhalten. Ich würde mich schämen", sagte der Vater des Formel-1-Piloten dem Münchener Merkur. Nach seiner Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten und 200.000 Euro wegen gefährlicher Körperverletzung hatte schon Sutil junior, der 2012 ohne Cockpit ist, gesagt: "Lewis ist ein Feigling."

In den Augen von Vater Sutil war McLaren-Pilot sogar "die Ursache der Auseinandersetzung" in der Shanghaier Disco, bei der Sutil den luxemburgischen Geschäftsmann Eric Lux mit einem Glas am Hals verletzt hat. Das Verhaltens Hamiltons, der im Prozess aus terminlichen Gründen nicht aussagte und für Sutil nach dessen Angaben nicht erreichbar war, ist in den Augen des Vaters "wirklich peinlich. Da hat sich mein Sohn einen falschen Freund ausgesucht."

Quelle: sid/sei
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