26.11.12

Formel 1

Lahmes Auto – Ferrari entschuldigt sich bei Alonso

Der Ferrari-Teamchef macht das eigene Auto für die Niederlage von Fernando Alonso im WM-Titelkampf verantwortlich. Der Spanier sieht es genauso. Lob für Sebastian Vettel ist erneut nicht zu hören.

Quelle: Reuters
26.11.12 1:23 min.
Sebastian Vettel aus Heppenheim holt mit 25 zum dritten Mal in Folge den Weltmeistertitel der Formel 1. Damit ist er der jüngste Fahrer in der Geschichte des Sports, dem diese Kunststück gelingt.

Nach dem Saisonfinale in der Formel 1 hat sich Ferrari zu einer ungewöhnlichen Maßnahme durchgerungen. Der italienische Rennstall entschuldigte sich öffentlich bei seinem Fahrer Fernando Alonso. Dass der Spanier am Ende nur Zweiter hinter Sebastian Vettel wurde, sei nicht dessen Fehler, sondern der seines Arbeitgebers gewesen.

"Wir können den Fakt nicht ignorieren, dass wir nicht in der Lage waren, ihm ein schnelleres Auto zu geben. Das ist uns teuer zu stehen gekommen", bekannte Teamchef Stefano Domenicali nach dem Saisonfinale in Sao Paulo. Alonso fehlten in der Endabrechnung drei Punkte auf Vettel.

Ferrari-Chef macht Druck

Dies solle im nächsten Jahr nicht noch einmal vorkommen, sagte Luca di Montezemolo. Der Ferrari-Chef machte direkt nach dem Rennen eine klare Ansage an seine Ingenieure und Techniker. "Wir müssen vom Start weg ein Auto haben, das im höchsten Maß konkurrenzfähig ist", forderte Montezemolo von ihnen.

Die Entschuldigung beim eigenen Fahrer kann durchaus als weiterer Nadelstich gegen den Konkurrenten gewertet werden. Seit Wochen und Monaten versuchen Ferrari und andere Teams, die Leistungen Sebastian Vettels zu schmälern. Gelobt wurde stets das überlegene Auto Red Bulls, niemals aber die fahrerische Klasse des Deutschen. So hatte Alonso gesagt, er trete gegen Red-Bull-Chefdesigener Adrian Newey an, nicht gegen Vettel.

Alonso stichelt gegen Vettel

Eine These, die er auch nach dem Rennende von Sao Paulo noch einmal untermauerte. "Wir haben gezeigt, dass wir selbst mit einem etwas langsameren Auto um den Titel kämpfen können", sagte der Spanier und sprach damit besonders über den Saisonbeginn, als Ferrari deutlich hinter der Konkurrenz zurückstecken musste.

Dann erging sich Alonso in Konjunktiven: "Wäre unser Auto so gut gewesen wie die Autos der Konkurrenz, hätten wir, denke ich, den Titel schon ein paar Rennen vor Schluss gewinnen können. Die Saison war sehr positiv, wir konnten einiges beweisen."

Vettel können die Attacken vorerst egal sein. Er ist zum dritten Mal Weltmeister geworden, Alonso hat erst zwei Titel.

Quelle: SUF
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