26.11.12

Formel 1

Warum Sebastian Vettel das Fahren im Blut liegt

Sebastian Vettel ist zum dritten Mal Formel-1-Weltmeister. Vater Vettel über die teuren Anfänge und warum er Michael Schumacher dankbar ist.

Foto: REUTERS

Sebastian Vettel ist zum dritten Mal Weltmeister!

34 Bilder

Zu Beginn der Karriere seines Sohnes Sebastian war Norbert Vettel (53) der Dreh- und Angelpunkt. Mittlerweile hat sich der Vater des frisch gebackenen Dreifach-Weltmeisters "gern" an die Rolle des Zuschauers mit gelegentlicher Beraterfunktion gewöhnt. Zwar ist Sebastian Vettel längst aus dem Schatten der Legende Michael Schumacher herausgetreten - für den Vater des jungen Überfliegers ist jedoch immer noch klar, wer die ewige Pole Position im Rennsport besetzt.

Morgenpost Online: Herr Vettel, Ihr Sohn dominiert seit drei Jahren die Formel 1. Sie sind selbstständiger Zimmermann, haben ihn unter finanziell schwierigen Bedingungen während seiner Zeit im Kart und auch noch etwas darüber hinaus unterstützt. Dann hat die Familie Vettel Zug um Zug Förderung erfahren um im letztlich horrend teuren Renngeschäft immer besser Fuß zu fassen. Endergebnis: Drei Weltmeistertitel in Folge. Ein Märchen wurde wahr. Fürchten Sie den Morgen wo Sie aufwachen und das Ganze sich als Traum entpuppt?

Norbert Vettel: Na das vielleicht nicht. Aber es gibt und gab schon Momente in denen ich über Sebastians Werdegang nachgedacht habe – und glücklich war.

Glücklich heißt in diesem Zusammenhang sicher auch, dass es hätte anders verlaufen können. Karriere-Werdegänge wie der Ihres Sohnes verlaufen oft im Sand.

Das stimmt, aber mit Einschränkung. Wenn es einem Jungen gelingt, sich immer wieder an der Spitze zu etablieren, dann ist die Bereitschaft von Leuten mit entsprechenden Einfluss und entsprechenden Möglichkeiten so einen zu fördern vorhanden. Denn ab einer gewissen Klasse ziehen die dann ja auch selber einen Vorteil aus Erfolgen.

Waren Sie eigentlich ein ehrgeiziger Vater oder eher einer, der in Sebastians Kartzeit Spaß und Sport miteinander verbinden wollte, ohne hohe Ziele zu formulieren?

Aus meiner Sicht ist das viel weniger aufregend. Sebastian war damals acht Jahre alt. Es wäre ein Fehler gewesen, ihn mit der Formel 1 in Verbindung zu bringen. Also haben wir rund zehn Jahre lang immer einen kleinen Schritt nach dem anderen gemacht. Vor allem haben wir darauf Wert gelegt, dass er sein Abitur macht.

Ihr Sohn ist ein Sympathieträger. Er hat es geschafft, auch bei Menschen die sich nicht für die Formel 1 interessieren, als "netter junger Mann" wahrgenommen zu werden. Das gelingt in der Regel durch Bescheidenheit und Zurückhaltung. Sind da die Gene des Papa mit im Spiel?

Wir haben Sebastian als Familie sicher ein paar Grundlagen geschaffen. Wir haben auf Offenheit Wert gelegt. Er ist jetzt aber erwachsen und für seine Entscheidungen und sein Verhalten allein verantwortlich. Sebastian steht nicht so gern im Mittelpunkt, solange es nicht um seinen Sport geht. Daraus ergibt sich sein Auftreten außerhalb des Sports. Er glaubt nicht wichtiger zu sein als andere Leute, weil er Formel-1-Weltmeister ist.

Es gab in Sebastians Karriere Rückschläge, vor allem in den jüngeren Jahren.

Mit jedem Aufstieg wurden die finanziellen Anforderungen höher. Das war schon schwer und manchmal habe ich gezweifelt. Aber Sebastian hat zum Beispiel ein paar Mal ohne zu Murren im Kofferraum geschlafen um Kosten zu sparen. Am Ende war die Lust auf den Sport immer stärker.

Sebastians Opa Werner soll einmal festgestellt haben, er sei selbst 50 Jahre lang Bus gefahren. Also läge die Liebe am Fahren ja wohl im Blut der Familie.

Ein bisschen stimmt das sicher.

Was wünschen Sie Ihrem Sohn nach Titelgewinn Nummer drei?

Gesundheit und dazu Freude an seiner Arbeit. Später natürlich auch ein intaktes Familienleben.

Mit dem Karriereende von Michael Schumacher übernimmt Ihr Sohn die Poleposition unter den deutschen Fahrern.

Nein, die gehört Michael. Er hat die Formel 1 in Deutschland zu dem gemacht was sie ist. Sebastian und viele andere Fahrer verdanken seinen Erfolgen viel.

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Absperrgitter für die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
Aktualisiert vor 30 MinutenChampions-League-Finale
Henkel beruhigt – Fanmeile kein konkretes Anschlagsziel

Das Bundeskriminalamt hat vor Terrorgefahr auf deutschen Fanmeilen gewarnt. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sieht keine konkrete Gefahr. Auf der Berliner Fanmeile wird jeder genau kontrolliert… mehr...

Berliner SPD-Mitgliederversammlung
Aktualisiert vor 10 MinutenLandesparteitag
Live-Blog – Berliner SPD kürt Högl zur Spitzenkandidatin

Eva Högl führt die Hauptstadt-Genossen in den Wahlkampf. Die rund 220 Delegierten der Landes-SPD wählten die Direktkandidatin für den Wahlkreis Mitte mit 77,5 Prozent. mehr...


Das Wembley-Stadion vor einem neuen historischen Finale
08:0520 Momente
Champions League Finale - Als Rummenigge zwei Cognac brauchte

Das deutsche Duell macht die Historie der Endspiele in der Champions League um ein weiteres Kapitel reicher. Die Morgenpost schildert noch einmal die 20 schönsten, kuriosesten und traurigsten Momente. mehr...

title
Aktualisiert vor 4 MinutenLive-Ticker
Für Owomoyela gibt es "fachlich Bessere" als Klopp

Ab 20.45 Uhr hat das Orakeln ein Ende, wer holt den Henkelpott nach Deutschland, Dortmund oder Bayern? Doch vorher gibt es hier alles Wissenswerte und Abseitige zum großen Finale in Wembley. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Krawalle Wieder Ausschreitungen in Stockholm
Washington Brücke in USA eingestürzt
Grundsatzrede Obama will strengere Regeln für Drohnenangriffe
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Finale in London

Das tippen die Berliner Fans von Bayern und BVB

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote