19.11.2012, 08:13

Teamwertung Der erste Titel ist Red Bull jetzt schon sicher

Mo, 19.11.2012, 11.03 Uhr

Es war alles schon angerichtet für eine erneute Weltmeister-Feier in Heppenheim, der Heimatstadt von Sebastian Vettel: Doch Formel-1-Spitzenreiter Vettel hat in Austin den vorzeitigen Sieg verpasst.

Video: Reuters
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Nach dem Rennen in Austin ist die erste Entscheidung der Formel-1-Saison 2012 gefallen: Red Bull gewinnt zum dritten Mal in Folge die Konstrukteurs-WM. Dieser Erfolg trägt vor allem einen Namen.

Am Anfang war die Vision. Als der österreichische Milliardär Dietrich Mateschitz vor acht Jahren mit Red Bull in die Formel 1 einstieg, wurde er belächelt. Niemand hätte damals auch nur einen einzigen Cent darauf gewettet, dass die einstige Party-Truppe mal die Königsklasse des Motorsport derart aufmischt. Wie einst McLaren, Williams oder Ferrari dominiert der Rennstall die Formel 1 derzeit nach Belieben. Nach dem Großen Preis der USA am Sonntag in Austin war der Gewinn der Konstrukteurs-WM vorzeitig unter Dach und Fach – und das zum dritten Mal in Folge.

Mateschitz holte "Super-Seb" Sebastian Vettel als Fahrer und "Superhirn" Adrian Newey als Autobauer. Und die Mischung stimmt. Zwei Fahrer-Titel, den dritten vor Augen und nunmehr drei Konstrukteurs-Trophäen in vier Jahren – mehr geht nicht. Für Teamchef Christian Horner kommt der Erfolg nicht unerwartet, das Mateschitz-Machtwort klingt ihm dabei noch heute in den Ohren. "Er hatte eine Vision von dem, was er erreichen wollte. Und das hat er sehr früh klargemacht", sagte Horner.

Es sei eine Frage gewesen, die richtigen Strukturen, die richtigen Leute und die richtige Entwicklung voranzutreiben, erklärte der 38-Jährige. Horner gehört als einer der jüngsten Teamchefs der Formel 1 dazu. Seit 2005 stehen bei gerade einmal 145 Starts insgesamt 34 Siege und fünf WM-Titel zu Buche. "Das ist etwas wirklich Einzigartiges. Etwas, was wir uns vor ein paar Jahren nicht erträumt haben", sagte Horner am Sonntag in Austin. Das Team sei für die hervorragende Arbeit wieder belohnt worden, sagte er.

Mateschitz' größter Coup war aber zweifelsohne die Verpflichtung von Weltmeister-Macher Adrian Newey. Horner nennt den Erfolgsgaranten, der acht Fahrer- und Konstrukteurs-Titel bei Williams, McLaren und Red Bull holte, eine "Schlüsselverpflichtung". Auch 2012 sind die "Bullen" trotz einer insgesamt schweren Saison am Ende wieder die Stärksten gewesen. Nicht zuletzt dank Newey, der nach der Sommerpause rechtzeitig das Auto auf Vordermann brachte.

Erfolg basierte auf einem leeren Blatt

Nach einer dreijährigen Eingewöhnungsphase war 2009 das Jahr des Umbruchs bei Red Bull. Nach der Reglement-Revolution setzte sich der Brite mit einem leeren Blatt Papier an sein Zeichenbrett. "Das war die perfekte Gelegenheit für unser Designteam, zu zeigen, was sie können", sagte Horner. In nur zwölf Monaten zauberte Newey nicht nur ein siegfähiges, sondern ein hoch überlegenes Auto aus dem Hut.

Aber die richtige Mischung macht's. Neben einem nahezu perfekten Auto kam 2009 in Sebastian Vettel auch der passende Fahrer. Aber auch das war von langer Hand geplant. Wie alles, was Mateschitz seit der Erfindung seiner koffeinhaltigen Brause in den 80er-Jahren anfasste. Bereits seit seinem zwölften Lebensjahr steht Vettel unter den Fittichen des Milliardärs. 2007 kam Vettel zunächst zu Toro Rosso, wo er seinen ersten Formel-1-Sieg feierte.

(dapd/jr)
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